„Dieser Titel geht ja gar nicht!“

„Das ist ein Männerbuch über eine Frau, die sich hoch geschlafen hat!“

„Wow, ich hab noch nie einen Titel eines Buches gelesen, der in so wenig Worten „unconscious bias“ aufzeigt“

„Es regt mich auf, dass das Buch-Cover Frauen in den typischen Rollen zeigt: Mutter und Businessfrau. Da gibt es doch viel mehr!“

„Der Titel ist ja krass“

„Der Titel ist fehlerhaft. Mein Boss, die…gibts ja eher selten. Mein Boss, der wäre richtiger“.

„Oh je – die Feministinnen werden den Titel aber nicht gut finden!“

„Das ist wohl ein Aufruf, nicht immer alles perfekt machen zu müssen“

😮

Nur eine kleine Auswahl von Posts und Kommentaren, die ich als Reaktion auf mein Buch „Mein Boss die Schlampe“ erhalten habe. Und all diese Posts faszinieren mich! Was man alles in so ein paar Worte hinein interpretieren kann! Das Spektrum der Interpretationen ist weit gefächert! Und wie brutal diese Statements entlarven, wie man eigentlich selber darüber denkt: über Frauen, ihre Rollen, ihren Status, ihre Möglichkeiten. Die Statements enthüllen auch, in welche Schublade man Frauen steckt. Zum Beispiel in eine Schubalde, die angeschrieben ist mit: „Frauen schaffen es nicht mit Talent an die Spitze, sondern nur weil sie sich hoch geschlafen haben“.  Interessant! Und wieso geht man automatisch davon aus, dass ich – als die Autorin – zu jemand anderem sagen möge: „Mein Boss ist eine Schlampe“. Was wäre denn noch alles denkbar? Ein Zitat vielleicht? Hm. So weit denken viele gar nicht, sondern sehen im Titel eine Verunglimpfung der Frauen im Business. Doch weit gefehlt! Ich bin selbst eine Frau und ein Boss – wieso sollte ich mich selbst verunglimpfen?
Ich habe den Titel wohl überlegt gewählt. Tatsächlich zeigt er unglaublich gut, wie wir über Frauen und ihre Rolle in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft denken. Wie schnell wir Frauen in die eine oder andere Schublade packen. „Heimchen am Herd“ – oder eben „Taffe Businessfrau“, „Powerhouse“, „Zicke“.  Frauen gelten als „bossy“ auch wenn sie in Tat und Wahrheit schlicht der Boss sind („I’m not bossy, I’m the boss“).

🙂

In diesem Buch lade ich Euch ein, Eure Denkmuster mal gehörig durcheinander zu wirbeln, zu hinterfragen – und womöglich aufzulösen. Eine Leseprobe gibt es kostenlos unter www.meinbossdieschlampe.com.

Danke für Eure Rückmeldungen und Inputs, die mir die Möglichkeit geben, über Dinge, die ich nicht bedacht habe, nachzudenken und dazu zu lernen.

Text: Sandra-Stella Triebl   Grafik: Natacha Papst