Vor gut 14 Monaten fand die grösste Übersiedelungsaktion der Welt statt. Es war ein Massenumzug, wie ihn die Menschheit noch nie zuvor gesehen hat. Wir sind alle zusammen in das Internet übersiedelt. Fast alles, was wir zuvor live unternommen oder gemeinsam erlebt haben, findet seit über einem Jahr online statt. Wir treffen uns zum Ladies Drive Bargespräch digital, wir nehmen online Tai-Chi-Unterricht, wir kaufen im Internet ein, wir bestellen unser Essen per App ins Homeoffice. Wir schwelgen in Erinnerungen auf Facebook, weil wir seit Covid nur eingeschränkt reisen können.

Das sind grosse Veränderungen, die etwas mit uns machen.
Mit uns als Menschen, ganz persönlich.
Mit uns als Team, als Arbeitnehmer:innen, als Manager:innen oder Unternehmer:innen.
Und mit uns als Kund:innen.

Was genau, dem geht die aktuelle Studie «Leben und Arbeiten nach 2020: Die Wegbereiter der Veränderung» von Avaya in Zusammenarbeit mit dem globalen Marktforschungsunternehmen Davies Hickman Partners auf den Grund.
Im Rahmen der global angelegten Studie wurden 10’000 Konsument:innen und Arbeitnehmer:innen in 11 Ländern befragt. Interessant und gleichzeitig besorgniserregend: Die Menschen sind insgesamt unglücklicher geworden. Die Top 3 Emotionen aus dem letzten Jahr lauten: besorgt, ängstlich, frustriert. Ganz nach hinten gerückt sind Leidenschaft, Effizienz und Abenteuerlust. Covid, der Lustzügler, wirft seine Schatten auf alle Bereiche unseres Lebens.

35% der Umfrageteilnehmer:innen aus der Schweiz sind unglücklicher als vor Covid. Global sind es sogar 43%.

Sorgen überschatten den Seelenfrieden
Wie die Studie zum Vorschein bringt, werden immer mehr Menschen aus Angst vor Arbeitsplatzverlust zu Workaholics – mit weitreichenden Folgen. Womit hängt das zusammen?
Unser Privat- und Arbeitsleben hat sich mit dem Einzug der Pandemie schlagartig verändert. Ausziehen mussten wir aus unserer gewohnten Büroumgebung, umziehen von den Flaniermeilen und Shopping Centern in den E-Commerce. Vorbeigezogen sind so manch ein Urlaubstraum, privates Fest und Business Event. Auch die Hobbies haben sich in die eigenen vier Wände und den virtuellen Raum verlagert. Das hat Auswirkungen auf die Psyche, wie die Studie belegt: Sorgen, Angst und Frustration prägen die emotionale Landschaft in Zeiten von Corona.

35% der befragten Personen aus der Schweiz gaben an, seit Ausbruch von COVID-19 unglücklicher zu sein. In Österreich sind 41% unglücklicher, in Deutschland 40%.

82% führen dieses Gefühl unmittelbar auf die Pandemie zurück.

68% vermissen den direkten Kontakt zu anderen.

64% plagen Geldsorgen.

62% beunruhigt das Weltgeschehen

Aber es gibt auch Menschen, die der Krise etwas Positives abgewinnen können. 18% der deutschen, 22% der österreichischen und 24% der Schweizer Umfrageteilnehmer:innen gaben an, dass sie im letzten Jahr sogar glücklicher waren als davor. International waren dies sogar 27%. Als Gründe dafür nannten sie die Flexibilität in Bezug auf den Arbeitsort. Das Homeoffice hat insbesondere die Familien glücklicher gemacht (61%). 57% nannten das damit verbundene Vertrauen ihrer Arbeitgeber als Glücksfaktor.

Corona-getriebene Ängste

Das emotionale Befinden beeinflusst auch unsere Gewohnheiten, wie die Studie belegt. 21% der Schweizer und österreichischen Befragten sowie 17% der deutschen Umfrageteilnehmer:innen gaben an, ängstlicher und Risiko-averser (D 31%, A 34%, CH 51%, global: 51%) geworden zu sein. Ein Viertel gibt der Arbeit gegenüber dem persönlichen Wohlbefinden den Vorrang. Das bleibt nicht ohne Folgen:

39% der internationalen Umfrageteilnehmer:innen bezeichnen sich selbst als Workaholics. In der Schweiz sind dies 34%, in Deutschland 28%, in Österreich 27%.

43% kämpfen mit ihrer Work-Life-Balance (D 38%, A 36%, CH 32%).

46% fühlen sich gefangen in ihrer täglichen Routine. (D 39%, A 41%, CH 39%)

48% würden es gerne ein bisschen ruhiger angehen. (D 48%, A 44%, CH 46%)

Was sie davon abhalten könnte, ist die Angst, dass ihr Arbeitsplatz der Automatisierung oder einer Künstlichen Intelligenz (KI) zum Opfer fallen könnte: 45% bangen um ihre Jobs. Auch die totale Überwachung im Rahmen der neuen «Work from anywhere»-Möglichkeiten bereitet Sorge, ebenso wie die Vorstellung, für immer ans Homeoffice gefesselt zu sein.

Aber nicht nur die Ängste, auch die Werte haben sich verändert. Ehrlichkeit, Respekt und Optimismus wiegen mehr als früher. Doch woher den Optimismus nehmen, wenn die Kräfte langsam schwinden und sich eine grosse Müdigkeit breit macht?

34% der Umfrageteilnehmer:innen bezeichnen sich selbst als Workaholics. Global liegt die Zahl sogar bei 39%. Entschleunigung wäre schön, kommt aber wegen der Angst vor Arbeitsplatzverlust nicht in Frage.

 

Hassliebe Homeoffice

Müde macht auch das eintönige Leben im Homeoffice, wie die Studie belegt. Im Gegensatz zu unserem vielleicht etwas zu abwechslungsreichen Pre-Covid-Alltag zwischen Reisen, Terminen, Messen, Meetings und Events waren die letzten 14 Monate an Monotonie kaum zu überbieten. Selbstgemachtes Frühstück, Mittag, Abendessen, eine Aneinanderreihung von Videocalls, exzessive Bildschirmzeiten – eine Strapaz für Augen, Körper, Geist und Seele.

Hinzu kommt die neue Art zusammenzuarbeiten. Virtuell organisiert, kollaborieren wir teils besser, teils schlechter ausgestattet in unseren digitalen Arbeitsräumen. Auf Zuruf funktioniert nichts mehr. Jeder kleine Austausch wird vorher verabredet, jedes Dokument hat seinen Platz im virtuellen Workspace, jeder Workshop folgt seinen neuen digitalen Spielregeln.

Dabei scheint die neue, digitale Arbeitswelt nicht allen zu liegen: Die Umfrageteilnehmer:innen aus der DACH-Region zählen gemäss der Studie zu den konservativsten, wenn es darum geht, sich mit der Arbeitswelt 4.0 anzufreunden. Im Gegensatz zu den Ländern des Mittleren Ostens im Spitzenfeld, gefolgt von den USA und UK, zeigen sie sich wenig aufgeschlossen für neue Technologien, New Work und Veränderungen im Allgemeinen. Woher die Skepsis kommt, könnte an Kultur und Gesellschaft liegen, so die Studienautoren.

Lieber hybrid als Entweder-Oder

Aber nicht alle vermissen ihr Team und versauern im Homeoffice. Sie lieben die neuen «Work from Anywhere» Optionen: 46% der globalen Umfrageteilnehmer:innen, 43% der Schweizer:innen, 39% der Österreicher:innen und 37% der deutschen Arbeitnehmer:innen wollen Work from Anywhere gerne generell beibehalten.

Working from Anywhere – beliebt bei vielen, aber nicht bei allen.

Hybride Formen der Zusammenarbeit scheinen uns zu entsprechen: 52% der Umfrageteilnehmer:innen aus der Schweiz geben an, dass ein hybrides Modell – teils Homeoffice, teils Büro – sie glücklicher mache als ein Entweder-Oder. Im Vergleich: In Deutschland sind es nur 40%, in Österreich 46%, international sogar 56%). Dieses Wohlbefinden zahlt auch auf die Produktivität der Mitarbeitenden ein. 79% sagen, dass sie produktiver arbeiten können, wenn sie glücklich sind. 61% loben das Vertrauen ihrer Arbeitgebenden, wenn sie wählen können, wo sie arbeiten. 60% liegt die hybride Zusammenarbeit sogar so sehr am Herzen, dass sie sich politisch dafür einsetzen würden.

Hybrides Arbeiten – teils Office, teils Homeoffice – macht viele Menschen glücklich.

Interessant: Frust entsteht, wenn die Arbeitgeber an Technologien für die effiziente Kommunikation und Kollaboration sparen. Den Produktivitätsverlust aufgrund unzulänglicher Technologien beschreiben 54% der Schweizer Arbeitnehmer:innen als Hemmschuh. International sind es ebenfalls 54%, in Deutschland 42%, in Österreich 48%. Ein goldener Moment für die Digitalisierung: Die Menschen machen sich neue Technologien ehrgeizig und mit Freuden zu eigen, wie nie zuvor. Sie wollen technologisch gesehen nicht zurück in das Jahr 2019 und haben sich rasend schnell mit den neuen digitalen Möglichkeiten vertraut gemacht.

Apropos nicht zurück ins 2019: 52% fürchten sogar, wieder Vollzeit im Büro arbeiten zu müssen. Die Freiheiten, die durch die Pandemie entstanden sind, haben viele Menschen dazu inspiriert, sich neu zu erfinden und neue Dinge auszuprobieren – sowohl bei der Arbeit als auch im Privaten. Deshalb wiegt die Angst, die gewonnenen Freiheiten wieder zu verlieren, bei vielen schwer. Die grundlegenden Fragen, wer wir sind und welchen Platz wir in der zukünftigen Arbeitswelt einnehmen werden, kann die Studie nicht beantworten, sondern nur wir selbst. Wenn wir uns öffnen, werden wir die neu gewonnene Flexibilität besser geniessen und unsere kostbare Zeit zielgerichteter einzusetzen lernen. Dann werden wir auch für den nächsten Sturm, der über uns herziehen wird, gewappnet sein. Zumindest mental. Und das ist die beste Voraussetzung, nicht in einen panischen Angstmodus zu verfallen, sondern Resilienz zu entfalten.

 

ÜBER DIE STUDIE
Die Studie «Leben und Arbeiten nach 2020: Die Wegbereiter der Veränderung» liefert spannende Erkenntnisse zur Akzeptanz neuer Zusammenarbeitsmodelle, zur Hassliebe Homeoffice, zu den neuen Zukunftsängsten und worin diese begründet liegen. Zudem wirft sie einen Blick auf das neue Konsumentenverhalten und die damit verbundenen Serviceansprüche der Kund:innen. Zum kostenlosen Download der Studie: https://avaya-avenue.de/topthemen/studie-work-life-balance

KERSTIN HOFFMANN
Fasziniert von den unendlichen Möglichkeiten und Chancen, welche uns modernste Kommunikationstechnologien privat wie beruflich bieten, lebt Kerstin Hoffmann ihre Leidenschaft für Kommunikation seit zwei Jahrzehnten in ihrer Profession als internationale Marketing- und PR-Verantwortliche bei Avaya aus. Teamspirit, Freude an Innovation und Leidenschaft für begeisternde Erlebnisse, die Herzen berühren, beleben ihre Arbeit und prägen ihr Engagement für «experiences that matter».

RANIA ODERMATT
Rania Odermatt ist Managing Director Avaya Schweiz und Österreich. Obwohl Remote-Führung schon seit 15 Jahren zu ihrem Tagesgeschäft gehört, hat die Krise sie und ihr Team gefordert. Allein in den ersten Monaten hat Avaya 2.5 Millionen Menschen ins Homeoffice transferiert, Spitäler, Organisationen und Bildungseinrichtungen rund um den Globus mit kostenlosen Lizenzen versorgt und 11.000 Unternehmen den Weg ins «Work from Anywhere» geebnet. Ranias didaktischen Fähigkeiten sind in Verbindung mit ihrer Begeisterung für innovative Technologien, welche die Kommunikation vereinfachen und bereichern, in dieser Zeit ebenso gefragt wie ihre positive Einstellung, ihre Passion für Mitarbeitende und Kund:innen sowie ihr Humor.

 

Text & Fotos: Rania Odermatt und Kerstin Hoffmann / Avaya