Is our future bright? Niemand kann das mit Sicherheit sagen. Aber eines ist wohl gewiss: Wenn wir Visionen entstehen lassen wollen für eine Zukunft, die für viele von uns lebenswert ist, dann brauchen wir vor allem eines: Zeit.

Wir rauschen durchs Leben, füllen unsere Kalender und unsere Köpfe, reihen einen Event an den nächsten, verplanen jede freie Minute, bis sich das Leben anfühlt, als würde es nur noch an einem vorbeischwirren.
Dass dem so ist, liegt meist an uns selbst. Weil wir uns aufführen, als wären wir ein „Doing“ mit unseren „To-do-Listen“. Wie w re es, wenn wir wieder mal ein „Being“ sind und stattdessen eine „To-be-Liste“ erstellen?

Je älter ich werde, desto mehr stelle ich fest, wie zentral Zeit für mich ist. Ich brauche Zeit, um mich um mich selbst zu kümmern – selbst das Zähneputzen ist in 30 Sekunden nicht getan. Sport oder Meditation braucht Zeit. Gemüse klein schnibbeln und Kochen brauchen Zeit. Sex und Schlaf brauchen Zeit – auch wenn wir da den Luxus haben, dass
Raum und Zeit verschwinden. Mittlerweile bin ich felsenfest davon überzeugt: Nur wer genug Zeit hat – und damit meine ich Ruhezeiten, Mussestunden, Kontemplation –, der wird Visionen für eine Zukunft für sich und für andere entwickeln können. Wer durchs Leben hechtet, als wäre er ständig auf der Flucht, wird kaum jemand werden, der anderen als Vorbild dient, andere mitzieht und zu inspirieren vermag – zumal nicht auf lange Sicht.
Deshalb ist das Erfolgsrezept für mich, um eine „bright future“ zu haben, Folgendes:

Fragen.
Antworten.
Betrachten.

Manchmal sind Dinge im Leben – wenn wir denn genug Zeit dafür
finden – ganz einfach.

1. Fragen.
Wir dürfen uns hin und wieder selbst gewisse Fragen stellen. „Weshalb tue ich, was ich tue, wirklich?“ zum Beispiel. Oder im Arbeitsumfeld:Weshalb stellen wir mehr Frauen ein oder eine Transgender? Was können wir von ihnen denn tatsächlich lernen?“ – Manchmal scheint mir, wir haben es verlernt, Fragen zu stellen. Wir stellen lieber Vermutungen an, klagen und beschweren uns, geraten häufig in eine Opferhaltung, statt in die Selbstverantwortung zu kommen.

2. Antworten.
Am besten ist es, diese Antworten schriftlich festzuhalten, damit wir später sehen, ob sich unsere Haltung zu gewissen Fragestellungen verändert hat. Und um uns nicht selbst zu belügen.

3. Betrachten.
Wir unterwerfen unsere Antworten einem Prozess der erneuten Betrachtung – einem Review. Und nicht selten müssen wir zugeben, auch wenn uns das zuweilen schwerfällt, dass unsere Antwort eigentlich nicht gerecht oder ausreichend war. Wir sollten nicht müde werden, Umstände, Dinge, Aktionen, Führungsprinzipien oder Managemententscheidungen solch einem Prozess zu unterziehen. Einfach nur eine Checkbox zu klicken und dann (wie vorher)
weiterzumachen ist eben keine Evolution, sondern zementiert den Status quo. Wir entwickeln uns nicht weiter, wenn wir keine Fragen stellen. Als Mensch nicht und auch als Organisation, als Unternehmen nicht.

Eine Kultur, in der Fragen zu stellen erlaubt ist, sollte unser Ziel sein – als Gesellschaft, als Unternehmen, als Mensch. Dann können wir im Business-Kontext auch das leben, was gerade so trendy diskutiert wird: Co-Creation und Collaboration.
Und mit uns selbst als Menschen üben wir uns damit in der Kunst der mentalen Selbstfürsorge.

Wer Lust hat auf unfassbar inspirierende Interviews,
Analysen und Kolumnen rund ums Thema „The Future Is Bright“ kann sich kostenlos eine Schnupperausgabe unseres Winter Issues No 56 in unseren Shop bestellen. Und wer Zeit hat, sich am 16. und 17. Juni 2022 in unseren Kreis der League of Leading Ladies zu begeben und genau darüber nachzudenken und wahre Vision re zu treffen, dem lege ich unsere Konferenz ans Herz (www.leagueofleadingladies.com).

Auf ein helles Jahr 2022, Ihr Lieben!

 

Text: Sandra-Stella Triebl    Foto: Tomek Gola