Viele Menschen, auch unzählige Firmen, sprechen über Diversität und Inklusion.
Bei den meisten bleibt es ein netter Hashtag in den sozialen Medien und somit ein fahles Lippenbekenntnis. Andere wiederum regen sich über nicht vorhandene Diversität auf, beispielsweise über „Manels“ – rein männlich besetzte Panels –, verstehen sich jedoch selbst nicht als Teil der Lösung. Genau das soll Inklusion doch sein: vereinend statt trennend, inkludieren statt ausschliessen, zuhören statt reden, Lösungen suchen statt einseitig anklagen, einander respektieren anstatt sich bekriegen. All das ist leichter gesagt als getan.

Inspiriert wurden wir zu diesem Beitrag übrigens von Bentley Europe. Der Luxusautomobilhersteller schickte eine Edition des Flying Spur als Kunstobjekt durch Europa, um auf die eigenen Diversity-&-Inclusion-Anstrengungen aufmerksam zu machen und das deutliche Statement für Respekt in unserer Gesellschaft in die Lande zu tragen. Als ich einem Bekannten von unserem Vorhaben erzählte, kam ein bissiger Kommentar um die Ecke:
„Ausgerechnet ein Luxusautohersteller will mir nun erzählen, was Diversität und Inklusion ist?“ Nein. Und Ja. Und: Wieso auch nicht? Oder hat jemand das Anrecht auf Meinungsäusserung gepachtet? Unsere Demokratie fusst mitunter auf dem Prinzip der freien Meinungsäusserung.
Und es erscheint mir gerade bei diesem Thema so wichtig, dass wir wieder „miteinander“ statt „übereinander reden“ und vorschnell urteilen. Denn es ist so wichtig, dass auch und gerade Luxusmarken zu diesem Thema eine klare Position beziehen. Denn wer sind die Kund*innen dieser Marken? Meistens
Menschen mit Einfluss und Macht. Menschen, die Multiplikatoren sein und somit dem Thema zum Durchbruch verhelfen können. Aber ich verstehe auch, dass viele von uns misstrauisch geworden sind und entsprechend hinterfragen, ob einer Marke tatsächlich etwas an der Sache liegt – oder es eben doch eher nur Mittel zum Zweck ist. Wir fragen deshalb nach. Vom Bentley-Headquarter in Crew, England, erhalten wir durchaus Aufschlussreiches.
Da man bei Bentley um die grundlegende Bedeutung unterschiedlicher Erfahrungen und Perspektiven zur Förderung von Kreativität
und Innovationen wisse, möchte das Unternehmen zum Luxusautobauer mit der grössten Personalvielfalt avancieren. Dazu habe es sich
das Ziel gesetzt, den Umfang an Diversität in der Geschäftsführung bis 2025 auf 30 Prozent zu erhöhen, so die Pressestelle in UK. Im Mittelpunkt von Bentleys fünfstufiger Strategie stehen die Punkte Outreach, Rekrutierung, Nachfolgeplanung, Firmenkultur und persönliche Weiterentwicklung.
Bereits beim Bewerbungsprozess von Berufseinsteiger*innen wird gemäss Bentley auf Vielfalt geachtet – und auch im Rekrutierungsprozess
von erfahrenen Mitarbeitenden will man neue Talentpools erschliessen. Auch bei der Nachfolgeplanung will man künftig
frühzeitig Talente mit einem diversen Hintergrund im Unternehmen identifizieren – und fördern. Damit dies eben kein Lippenbekenntnis bleibt, verpflichtet sich Bentley öffentlich, Kennzahlen und Ziele künftig zu messen. Will man eine Firmenkultur verändern, muss dies ein klares Bekenntnis des Top-Managements sein – auch dies ist dem englischen Automobilbauer durchaus bewusst. Der Vorstand habe eine Dialogkultur eingeläutet, die unter anderem auch auf das Ausräumen von „unconscious bias“ – unbewussten Vorurteilen – abzielt. Dr. Astrid Fontaine, Bentleys Geschäftsleitungsmitglied für den Bereich „People, Digitalization and IT“, lässt uns darüber hinaus wissen, dass eine diverse und inklusive Kultur der erklärte Weg sei,
um auch in den nächsten 100 Jahren noch erfolgreich zu sein. „Wir wissen, dass Vielfalt den Erfolg fördert. Sie bringt eine grössere Bandbreite an Erfahrung und Kreativität mit sich und ermöglicht durch die Integration eine engere Zusammenarbeit bei Geschäftsstrategien, Innovationen und Entscheidungsfindungen. Ausserdem soll unser Unternehmen unseren weltweiten Kundenstamm widerspiegeln. Und vor allem möchten wir, dass alle in einem Umfeld arbeiten, in dem sich jeder sicher fühlt, sein wahres Selbst bei der Arbeit einbringen kann und für seine Persönlichkeit und Fähigkeiten
geschätzt wird.“ Astrid Fontaine, die 2019 von der britischen „Financial Times“ zu den „100 most influencial women in influential
leadership roles“ erkoren wurde, hat den Prozess für mehr Diversität und Inklusion bei Bentley also auf breiter Front
angestossen. Diversität und Inklusion kann man nun durch die Brille eines Unternehmens betrachten – aber mir erschien noch viel spannender, was Menschen, die in den Diversity-Strategien vorkommen, von diesen Massnahmen denn überhaupt halten.

Deshalb haben wir auch hier noch mal nachgefragt und zugehört.
Bei Frauen mit dunkler Hautfarbe und Migrationshintergrund,
einer Transgender-Frau und einem homosexuellen Unternehmer.
Und wie immer, wenn man wirklich zuhört, erhöht man auch die
Chancen, für sich etwas zu lernen.

In den kommenden Posts erfahrt Ihr wie sich Diversität & Inklusion anfühlt.
Dank den wundervollen Beiträgen von Ted Suppamitkitsana, Ritah Ayebare Nakato, Smita Suchde Gruetter, Jil Lüscher und Sandra-Stella Triebl.

CREDITS
Redaktion: Sandra-Stella Triebl
Lektorat: Lektornet Hamburg
Supported by: BENTLEY EUROPE,
AMAG Automobil und Motoren AG Bentley Zug,
Schmohl AG Bentley Zürich &
Emil Frey AG Bentley Basel
Location: Polo Park & Country Club Seuzach
Fotograf: Markus Mallaun