Seit Corona wurden wir in unserer (Bewegungs-)Freiheit stark eingeschränkt. Was hat das mit uns gemacht? Als Gesellschaft, als Familie, als Gemeinschaft und nicht zuletzt auch mit uns selbst? Ich glaube, diese Zeit hat uns alle in eine Art Transformationsprozess geführt. Sehen wir die Welt und die Menschen, Politik und Wirtschaft anders als zuvor? Ich schon. Letztes Jahr hatte ich auch gehofft, dass diese globale Pandemie-Erfahrung uns in irgendeiner Weise „einen“ und näher zusammenbringen kann. Heute sehe ich deutlichere Brüche denn je zuvor in der Gesellschaft. Ich beobachte Misstrauen, Angst, aber auch sehr viel Egoismus.

Die Einschränkungen unserer Freiheit haben vielen von uns bewusst werden lassen, wie sehr
wir im Aussen gelebt haben: Unsere Freunde waren draussen. Sport und Vergnügen sowie
Freizeit war extern. Unsere Zerstreuung und unser „Glück“, alles, womit wir unsere überfüllten
Leben noch mehr gefüllt haben, lag ausserhalb von uns.

Und plötzlich musste man sich mit sich selbst befassen und ist nur noch in einem überschaubaren Kreis von Personen unterwegs. Doch diese Reise nach innen ist auch nicht gerade ein Zuckerschlecken. Ich habe diese Zeit mitunter auch dafür genutzt, um in mich hineinzublicken. Und wieder in mich reinzuspüren, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin oder ob nicht die Verführungen des Lebens und meines Lebens im Aussen mich nicht allzu oft ein bisschen vom Weg abgebracht haben. Bin ich noch da, wo ich sein möchte? Tue ich das, was ich liebe, und: Liebe ich, was ich tue?

Weiss ich überhaupt noch, was mir guttut? Oder habe ich mich im Leben, in meiner Karriere
irgendwie „verirrt“?

Diese Reise nach innen ist abenteuerlich, und manchmal kommen beim genaueren Hinsehen
Dinge hoch, gewisse Traumata, von denen ich gedacht hatte, dass ich sie längst hinter mir
gelassen habe. Doch ich habe gelernt, hinzuschauen und nicht wegzublicken. Hineinzuspüren
und keine Angst vor dem Schmerz zu haben. Und erst recht keine Furcht zu haben, andere
Entscheidungen zu treffen und neue Wege zu beschreiten.

Ob das Mut braucht? Ich glaube nicht!

Es braucht nur Fokussierung und das Hineinfühlen in die eigene Essenz. Das Spannende daran ist, dass man auf dieser Entdeckungsreise in sich selbst so unfassbar viele Freiheiten finden kann. Denn bin ich im Herzen und in meinen Gedanken nicht frei, wie soll ich es denn im Aussen wahrhaft je sein? So hole ich mir immer wieder aktiv das Gefühl von Freiheit in meinem Leben. Wir haben einen freien Willen. Dieser lässt uns jederzeit unsere Zukunft in allerlei Richtungen gestalten, so wie es für uns stimmig ist. Das sollten wir nicht vergessen, auch wenn uns manchmal das Gefühl beschleicht, dass wir Opfer unserer Umstände sind und „keine andere Chance“ haben.
Vielleicht fokussieren wir uns auch mal auf das Wachstum im Inneren statt auf das Wachstum
unseres Kontos, unseres Einflusses, unseres Unternehmens.

Und zugegeben – in mir drin ist hin und wieder eine ziemliche Unordnung. Manchmal muss ich
es auch ganz laut vor mich hin sagen: Es ist doch alles okay, und alles ist easy, nimm einfach ein
Ding nach dem anderen. Und wenn Dramen in mein Leben kommen? Sage ich ihnen, dass sie
durch die Tür wieder verschwinden können, und ich winke ihnen nach. Ich schicke sie aktiv
weg. Hass, Unmut, Dramen, Angst … all diese Dinge sollen keinen Platz in meinem Leben haben.
Ich hole mir Dinge in mein Leben, die mich glücklich, gesund und im Herzen frei machen.

Die Freiheiten des Glücks – sie finden sich im Herzen.

Und auf diese Reise in die Freiheit oder eben Unfreiheit des Seins nehmen wir Euch übrigens auch in Ladies Drive Print-Ausgabe No 54 mit, die am 3.6.21 erschienen ist. Wer noch keine Ausgabe hat: einfach bestellen hier uner „Shop“. Ein kostenloses Ansichtsexmplar gibts übrigens auch, für alle, die erst mal rein schnuppern wollen, in unsere Ladies Drive-Welt.

 

Text: Sandra-Stella Triebl*       Fotos: Tomek Gola

*Sandra-Stella Triebl ist Herausgeberin und Chefredakteurin von Ladies Drive. Sie gilt als die best vernetzte Frau der Schweiz (M&K Magazin 2021) und landete in der Wahl zum Leader 2020 in der Handelszeitung auf Platz 5 hinter Alain Berset, Joos Sutter, Roger Federer und Roland Brack.

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