DAS WAR DAS FEMALE INNOVATION FORUM 2020 VOL.3

Das Motto des 3. Female Innovation Forums war einmal mehr «Make Ideas Bigger Better Faster Together». Und nach dem Event, der wie schon die beiden Ausgaben 2018 und 2019 in den inspirierenden Räumlichkeit des BMW Group Brand Experience Center in Dielsdorf ZH stattfand, fügen wir mit Freude noch eine Zeile hinzu: Jetzt erst Recht!

Das 3. Female Innovation Forum FIF war schon lange vor dem Termin am 27. August 2020 ausverkauft, es gab sogar eine Warteliste. Der sich ständig ändernden Sachlage zum Trotz konnte der von Initiantin Sandra-Stella Triebl und ihrem Swiss Ladies Drive Team minutiös geplante Event stattfinden. Die Organisatoren hatten zusätzlich Absicherung geschaffen, das FIF auch digital durchführen zu können. Alles ganz sicher also.

Zu einem virtuellen FIF kam es nicht, alle Gäste des schon Wochen vorher ausverkauften Female Innovation Forums erschienen (bis auf eine Speakerin, die kurzfristig ausfiel), motiviert, sich live zu sehen unter den gebotenen Sicherheitsmassnahmen und gemeinsam etwas zu erreichen.

Neu an diesem FIF: Durch den Abend führte mit Stéphanie Berger eine blitzgescheite Comedienne, Moderatorin und Sängerin, die sich selbst als die erste Innovation des Abends bezeichnete, schliesslich war sie zum ersten Mal an diesem Anlass. Die knapp 200 Gäste – meist Frauen, aber auch ein paar Männer – wurden von der Hausherrin Stéphanie Borge begrüsst, sie ist Director Brand Management bei BMW (Schweiz) AG und von Anfang an ein Fan des Formats Female Innovation Forum. Stéphanie Borge liebt dieses Engagement, für Frauen, mit Frauen und bekräftigte, diesen Event ganz sicher auch im nächsten Jahr 2021 bei sich im Haus durchführen zu wollen. Schön, dass man sich auf seine Partner verlassen kann!

Das Grusswort des Tages kam von Regierungsrätin Jacqueline Fehr, Vorsteherin der Direktion der Justiz und des Inneren des Kantons Zürich. Das Female Innovation Forum 2020 war für die Politikerin der erste Anlass seit Februar diesen Jahres, an dem sie live zugegen war. Jacqueline Fehr bekräftige die Tatsache, dass Frauen und Innovation zusammengehören. Es sei ein Begriffspaar, dem es weithin noch an Selbstverständlichkeit fehle. Ungeachtet des Fortschritts der letzten Jahrzehnte gäbe es immer noch zu viele Vorbehalte, was das Thema Frauen und Karriere angehe, sogar von Seiten der Frauen. Mit einem Beispiel unterstrich Jacqueline Fehr diese Aussage: 75 Prozent der Frauen würden angeben, dass sie glauben, eine etwaige Schwangerschaft würde sich ungünstig auf die eigene Karriere auswirken. Mit der Bitte, dass wir alle an unseren eigenen Bildern in unseren Köpfen über Frauen und Karriere arbeiten sollen, beendete Jacqueline Fehr ihren Speech.

 

Vier, respektive fünf Keynote Speakers sorgten für Begeisterung, Eindrücke und ganz viel Motivation. Dr. Daniela Suter, die Menschen auf der ganzen Welt vernetzt, um künstliche Intelligenz zu fördern, forderte die Anwesenden auf, noch intensiver untereinander zu kooperieren. Mit ihrem Unternehmen Mindfire will sie ein globales virtuelles Labor gründen, in dem Forscher aus aller Welt zusammenarbeiten können. Sarah Linder und Aimée-Mimi van der Wolde beleuchteten die Chance, jetzt Impact Investing zu betreiben und damit die Zukunft ganz massgeblich nachhaltig zu beeinflussen. Die Managing Partners von SEIF Driving Impact Innovations definierten als aktuelle Trends die Themen Climate Action, Industry, Responsable Consumption, Smart Health und Wellbeing. In diese Trends zu investieren, seien smarte Business Entscheidungen. Smart könnte der zweite Vorname von Sean Brown sein. Die CEO und Gründerin von Roger that! gehört zu den wichtigsten weiblichen IT-Ingenieurinnen der Welt. Am Female Innovation Forum rief Sean Brown vor allem zu einem auf: Be true to yourself. Sie hat eine Verfahren entwickelt, mit dem man messen kann, wann man ehrlich zu sich selbst ist und wann nicht. Sie entwickelt daraus eine Währung, mit der man seinem Leben eine ganze Menge mehr Bedeutung geben kann. Die letzte Speakerin, Sandra Grimmer, Gründerin von Seefeld Style, kann mit Fug und Recht sagen, dass es immer wieder die unerwarteten Situationen sind, zu denen sie spontan Ja sagt, die sie weiter bringen im Leben. Sie war im Programm nicht als Speakerin vorgesehen, sprang kurzfristig ein und erklärte ihre Vision, ihr Produkt in Circular Economy zu produzieren und, erstmalig für die Fashionindustrie, auch Elasthan mittels enzymatischer Hydrolyse rezyklieren zu können. Etwas, wo man bislang in der Branche immer behauptete, es sei nicht möglich. Sandra Grimmer fand einen Weg und zeigte die Schritte dahin mit sichtlichem Stolz auf.

Im Anschluss war es Zeit, dass sich fünf weitere Gründerinnen und Start ups in je drei Minuten präsentierten, um kurz zu umreissen, worum es ihnen in den nachfolgenden einstündigen Workshops geht. Die Gäste des FIF verteilten sich im Anschluss auf die fünf unterschiedlichen Start ups, um zu helfen, je zwei essentielle Fragen der Gründerinnen mit Lösungsvorschlägen zu befeuern, ein Coaching, wie man es sonst nirgends in so kurzer Zeit und mit soviel Wissen, Qualität und Frauenpower bekommen kann. Jede Gründerin ging mit einem Katalog an Ideen nach Hause, die sie brauchen können, um aktuelle Hürden in ihrer Entwicklung zu nehmen. In Kürze: Agnes Petit nahm für ihren Mobbot 3-D-Drucker für Betonkonstruktionen mit, dass man durchaus auch mal die Hormone von Alphamännern der Baubranche für die Promotion eines solchen Tools nutzen sollte. Und dass es wichtig wäre, die nachhaltigen Aspekte einer derart innovativen Problemlösung mehr in den Vordergrund zu rücken. Annika Kessel will die Zielgruppe, die sie mit ihrem Influencer-Avatar Leya Love anspricht, neu definieren. Als Gründerin der Cosmiq Universe AG konnte sie aus dem Workshop Inputs für mögliche Merchandising-Ideen mitnehmen, und die Aufforderung, sich noch stärker auf die Werte ihrer künstlichen Figur zu konzentrieren. Im Workshop von Catarina Dahlin, Co-Founderin und Managing Director der Firma Dagsmejan, wurde herausgearbeitet, dass die intelligente Schlafbekleidung, die Dagsmejan produziert, mehr Storytelling braucht, um bekannt zu werden. Catarina Dahlin war zuversichtlich, mit den vielen Ideen für die Kooperation mit ganz unterschiedlichen Zielgruppen ihrem Produkt zu mehr Bekanntheit zu verhelfen. Bekanntheit zu intensivieren hat auch Fernanda Barrence Mutz auf der Agenda, denn das Unternehmen The Trip Boutique, das sie als Co-Founderin an diesem Anlass vertrat, hat ganz klar viele Herausforderungen in der aktuellen reisebeschränkten Zeit. Fernanda Barrence Mutz nahm aus dem Workshop Ansätze für neue Serviceangebote und Kundenbindungsmassnahmen mit, wie zum Beispiel die Aufgleisung von Membership Programmen. Dr. Sophie Borowka konnte diverse Ansätze für neue Networking-Möglichkeiten in ihre to do-Liste aufnehmen. Die Workshopteilnehmerinnen gaben der Co-Founderin und CEO von Caressoma, einem neuartigen Ultraschallgerät für kontinuierliche Muskelüberwachung, viele strategische Tipps für die Weiterentwicklung des Business mit auf den Weg.

Den Abschluss dieser inspirierenden Stunden machte Keynote Speakerin Dr. Manahel Thabet. Wir können nicht beurteilen, was imposanter war: Die als eine der sechs smartesten – lebenden! – Menschen der Welt eingestufte Wirt- und Wissenschaftsfrau über Kreativität sprechen zu hören, oder ihrem Rundumschlag einer Einschätzung der gesamten Weltsituation in der kurzen Zeit, die sie uns per Video zugeschaltet war, – versuchen – zu folgen. Dr. Thabet vertritt die Meinung, dass wir so, wie wir derzeit erziehen, wie die Schulsysteme funktionieren und wie wir überhaupt lehren, kreative Ideen mehr verhindern als dass wir sie zulassen. Dr. Manahel Thabet ist Präsidentin der World IQ Foundation, Vizepräsidentin des World Intelligence Network «Smart strategies to master the post-pandemic era» und prognostizierte, dass sich in der Zukunft 60 Prozent der Jobs durch kreatives Denken als main skill definieren werden.

Beim gesetzten Dinner konnte man Kraft tanken, bevor es an den finalen Höhepunkt des Abends ging: Die Verleihung des Female Recognition Awards und des Awards für die Female Innovator of the Year 2020. Dass die von der Künstlerin Gabriela Brunner gestalteten Award Statuen auf dem Weg zum Anlass irgendwelchem Druck nicht standhielten und zerbarsten, tat der Verleihung keinen Abbruch. Den Female Recognition Award erhielt Dr. Sandra Neumann von Peripal, ein Unternehmen, das ein Gerät für die Dialyse in Heimanwendung entwickelt hat. Ihr Appell an die Gäste: Frauen, die eine Idee haben, tatkräftig zu unterstützen, so wie sie es jetzt erfahren durfte. Als Female Innovator of the Year 2020 wurde dann Sandra Tobler ausgezeichnet, die mit Future Technologies AG das Thema Cyber Security anpackt und uns alle einschwor, lokale Events zu unterstützen, die ihr Produkt verwenden, weil das für ihre Future Technologies AG der proof of concept wäre. Sandra Tobler bekräftigte, dass, wer Lust habe, als Quereinsteiger im IT Bereich tätig zu werden, das doch bitte tun möge, es fehlte an weiblichem Engagement für das Thema. Beide Preise wurden von der Jury des Female Innovation Forums unter Vorsitz von Sandra-Stella Triebl und Dr. Carole Ackermann, CEO und Mitinhaberin von Diamondscull und Seed Investorin verliehen.

Die weiteren Nominierten des Abends für die Auszeichnung Female Innovator of the Year: Dorina Theiss, Co-Founder Piavita AG und Agnes Petit, Founder Mobbot. Weitere Nominierte in der Kategorie «Recognition Award»: Dr. Anaïs Sägesser, Co-Founder Stride Learning Association und Philomea Schwab, Co-Founder Stray Fawn Studio.

Swiss Ladies Drive und das Female Innovation Forum können einmal mehr auf einen bereichernden Event zurückblicken, an dem eines glasklar bewiesen wurde: Hört nicht auf, euch gegenseitig zu unterstützen, es lohnt sich. Frauen, wie auch Männer. Dann werden wir zusammen noch ganz wunderbare Dinge erleben, wie zum Beispiel das nächste Female Innovation Forum 2021, das ja, wie eingangs erklärt, wieder im BMW Group Brand Experience Center in Dielsdorf wird stattfinden können. Den Termin geben wir demnächst auf der Homepage femaleinnovationforum.ch bekannt.

 

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Text: Dörte Welti & Sandra-Stella Triebl       Fotos: Tomek Gola