FRAUENNETZWERKE FUNKTIONIEREN NICHT AUF MÄNNERSPIELPLÄTZEN

Netzwerk oder Club

Business gestern und heute basiert auf dem männlichen, hierarchischen Prinzip und funktioniert nach institutionellen Mechanismen (siehe Kolumne LD 21 und 22/2013).

Die Netzwerke der Männer sind ein natürliches Produkt des klassischen Business. Durch das Instrumentalisieren von Beziehungen und das Bilden elitärer Zirkel werden Machtgefüge geschaffen. Somit sind Männernetzwerke keine echten Netzwerke sondern Clubs.

Ein Netzwerk hat offene Grenzen, ist beziehungs- statt zweckorientiert und baut auf der Grundlage eines gemeinsamen Werteraums auf. Viele Frauennetzwerke wurden mit der Absicht gegründet, sich im männlichen System zu etablieren, um sich ebenfalls Zugang zu den Hebeln der Macht zu verschaffen. Dass dies gelingen könnte, ist ein Trugschluss.

Viele Frauennetzwerke sind tatsächlich Netzwerke und darum inkompatibel mit dem klassischen Business. Klassisches Business ist im Jahre 2013 immer noch ein Männerspielplatz.

Haben Sie wirklich noch die Hoffnung, dass eines Tages die Männer den Frauen die Türen zur Macht öffnen? Warum versucht Sheryl Sandberg, COO Facebook, einmal mehr der bessere Mann zu sein? Nach ihrem neuesten Buch „Lean In“ müsste sie mindestens die Position des CEO von Facebook innehaben.

Die Bilanz der Frauen in Spitzenpositionen der letzten 10 Jahre ist kläglich: weltweit CEO der Fortune 500 = 4,2 Prozent, obwohl heute gut die Hälfte der arbeitenden Bevölkerung weiblich ist. Social Entrepreneurship (SE) und das Business der Zukunft Frauennetzwerke entfalten ihr Potenzial überall, nur nicht im klassischen Business.

Das klassische Business ist eine Folge der früheren männlichen Kapitalgesellschaft, welche aus der Industrialisierung hervorgegangen ist.

Dank der Emanzipation folgt die neue Gesellschaft heute aber längst weiblichen demokratischen Prinzipien. Das Internet ermöglicht zusätzlich die Demokratisierung von Kommunikation, Wissen und Information. Diese Möglichkeiten treffen auf emanzipierte Generationen, die in Möglichkeiten denken und nach Sinnhaftigkeit und Potenzialentfaltung streben.

Aus dieser Synergie von Gesellschaft, Zeitgeist und Technologie ist Social Entrepreneurship entstanden, worauf das Business der Zukunft basiert.

Schon heute folgen viele kleinere, mittlere und innovative Unternehmen aus allen Branchen diesem Prinzip:

  • SE baut auf der Gesellschaft für die Gesellschaft auf.
  • SE orientiert sich an den Bedürfnissen der Gesellschaft und schöpft dort das Potenzial aus.
  • SE ist bereits in allen Branchen (Finanzwelt bis Technologie) verankert.
  • SE folgt den weiblichen Prinzipien: Nachhaltigkeit, Diversität, Kreativität und Verantwortung.
  • SE weckt zunehmend das Interesse einer neuen Generation von Investoren.

Zweifellos haben die Clubmitglieder die Pfeiler der Zivilisation aufgebaut, welche mal zu Wohlstand und Stabilität führten. Aber sie hadern derzeit mit der Komplexität der Umwelt, welche sie selber geschaffen haben. Die Finanzkrisen sind anschauliche Beispiele dieses Scheiterns an einer längst nicht mehr beherrschbaren Komplexität.

Social Entrepreneurship ist das Mittel der Wahl, diese Pfeiler nicht zu Ruinen werden zu lassen. Es finden sich hier Menschen zusammen, die eine nachhaltige Wirtschaft aufbauen wollen. Das klassische Business hat heute noch das Kapital, aber Social Entrepreneurship hat die Talente. Bauen Sie auf die Gegenwart und vernetzen Sie sich mit Menschen im Business der Zukunft!

Weiterführende Informationen:
Sie sind nicht gleicher Meinung oder möchten Sie noch mehr Hintergründe erfahren? Schreiben Sie underem Autor: [email protected] und posten Sie Kommentare auf www.ladiesdrive.tv und www.facebook.com/ladiesdrivemagazine

*Christian Ott ist Unternehmer und Inhaber der Altervision GmbH und seit 2008 spezialisiert auf die Analyse von Unternehmenskulturen. Er ist u.a. Sparringpartner für Businessfrauen mit Ideen. www.altervision.ch


Text: Christian Ott