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WEEKEND RETREAT: KÖNIGIN UND WILDE FRAU

img_22Wir sind die Heldinnen unsrer eigenen Geschichte!

Marry McCarthy (1920)

Das Kloster Santa Maria dei Frati Cappuccini in Bigorio TI wurde im Jahre 1535 gegründet, als erstes Kapuzinerkloster der Schweiz. 1966 wurde es einer vollständigen Restauration unterzogen und ist seither eine Stätte religiöser, geistiger und kultureller Bildung. Nach einem Brand im Februar 1987, der die Klosteranlage teilweise zerstörte und schwer beschädigte, wurde die Tätigkeit im Oktober 1988 wieder vollumfänglich aufgenommen. Der Ort, die Stille und die natürliche Umgebung des Klosters Bigorio sind der ideale Rahmen nicht nur für religiöse Bildungs- und Meditationskursen sondern auch für die Durchführung von Seminaren, Kursen und Tagungen. 

An der Retreat “Königin und wilde Frau“, durchgeführt von Monica Camuglia, Inhaberin und Geschäftsführerin von Contradanza – value based Leadership, befassten sich elf Frauen ein Wochenende lang mit acht Archetypen. Mit Esther – der Königin, Eva – der Mutter, Tamar – der wilden Frau, Judith – der Kämpferin, Hanna – der weisen Frau, Maria – der Wandlerin, Maria Magdalena – der Leidenschaftlichen und Sara – der Lachenden.

IMG_7875Die Grundlage: das Buch “Königin und wilde Frau“ von Anselm Grün (1945), Benediktinermönch und Autor zahlreicher Bestseller, und Linda Jarosch, selbstständige Bildungsreferentin und Autorin (Deutscher Taschenbuchverlag, 6. Auflage, 2014 ISNB 978-3-423-34585-9). Sie stellen Facetten der Weiblichkeit, die in jeder Frau stecken, anhand von 14 biblischen Archetypen dar, und erörtern gemeinsam, wie Leidenschaft und Liebe, Wildheit und Königinnentum, Mütterlichkeit und Priestertum, Weisheit, Gerechtigkeitssinn sowie Kampfgeist und Milde im Leben heutiger Frauen aussehen können. Unter dem Motto: Neue Lust am Leben.
Das Modell der Archetypen gehört zu den Grundpfeilern der Analytischen Psychologie nach C.G. Jung, dem Schweizer Psychiater, der den Begriff der Archetypen in die Psychologie einführte. Archetypische Bilder stellen starke Eigenschaften dar, vereinfacht gesagt sind es die im kollektiven Unbewussten angesiedelten Urbilder menschlicher Vorstellungsmuster, mit immer gleichem Inhalt, doch je nach Person und Kultur sind die Erscheinungsformen verschieden. Das Modell versucht, die Archetypen im Leben eines Menschen wahrzunehmen und für die seelische Entwicklung nutzbar zu machen. Zwei wichtige Archetypen heissen Anima und Animus: die weibliche und die männliche Seite der Seele. Sie umfassen auch unbewusste Vorstellungen vom „Weiblichen“ und „Männlichen.“

Anhand der zu Beginn erwähnten archetypischen Bilder wie der Königin wurden an der Retreat die starken Eigenschaften dargestellt, welche jede Frau mehr oder weniger ausgeprägt besitzt. Ein Archetyp als solcher ist unanschaulich und unbewusst, er ist in seiner Wirkung aber u.a. in symbolischen Bildern erfahrbar, beispielsweise in Träumen, künstlerischen Werken, Märchen und Mythen, aber auch Psychosen.

Schon die Hinfahrt zum Kloster stimmt ab Capriasca ein auf die nächsten Tage. Die romantische Strasse führt einem weg von Hektik und Alltag. Nach der freundlichen Begrüssung, auch durch Fratello Roberto, der als letzter Kapuzinermönch dort wohnt, zieht es mich gleich in den wunderschönen Garten. Viele grüne Nischen bieten Platz zum Verweilen. Beim bunten, geräuschlosen Treiben bei den Bienenhäuschen schweifen die Gedanken in die Ferne, es ist ein wunderbarer Blick von der Höhe über das Tal. Nach Bezug des eigenes Zimmers (Zelle) am Freitagnachmittag treffen wir uns in der in die Räume des Kloster integrierten Botta Kapelle, einem Jugendwerk des Architekten Mario Botta. In der Kennenlernrunde der gemischten Frauengruppe aus u.a. Wirtschaftsfrauen, Ärztinnen, Psychologinnen wird jede Teilnehmerin gebeten, aus einer grossen Auswahl von Bildkarten spontan die Ansprechendste auszulesen. Die persönlichen Geschichten zur Bildauswahl zeigen die verschiedenen Lebensphasen und berühren mich in ihrer Offenheit. Es gilt: Jede gibt sich soweit in die Gruppe hinein, wie sie möchte. Privatsphäre wird jederzeit respektiert.

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Danach gibt es erste Grundlagen und Hintergrundinformationen, und wer Lust hat, nutzt am Abend den Waldlauf als “Stille Zeit“, kein Reden, mit sich selbst, nur die Natur und ich. Beim gemütlichen Zusammensein beim Nachtessen entstehen rasch erste nähere Kontakte.
Der Samstag startet mit einer freiwilligen Kontemplation von 30-40 Minuten. In Ruhe, in Gedanken, im Chor des Klosters. Danach werden zweimal zwei Archetypen in kleinen Gruppen diskutiert, im Garten an den wohltuenden Sitzplätzen, und anschliessend die Gedanken dazu allen vorgestellt. In entspannenden Meditationen in der Botta Kapelle werden die Eindrücke in einer philosophisch-musikalischen Reise verinnerlicht. Später erlebe ich erstmals eine geleitete Meditation nach Jacobson. Waches Gewahrsein und tiefste Entspannung gleichzeitig. Völlig unerwartet tauche ich nach kurzer Zeit ab, und bin erst nach rund 20 Minuten kurz vor Ende der Meditation wieder bewusst präsent.
Die Reflexion zum bisher erlebten zeigt die verschiedenen Bedürfnisse: Die einen suchen die Stille des Klosters, die anderen möchten sich austauschen. Am Abend besteht die Möglichkeit, einen Film zu C.G. Jung zu schauen, aber auch sich vor dem gemütlichen Kaminfeuer zusammenzusetzen.
Am Sonntag werden mit gleichem Vorgehen die weiteren vier Archetypen kennengelernt und erarbeitet. Wer hat sich wie gefunden? Wer nimmt welchen Archetyp mit in sein Leben? Dann heisst es am Nachmittag Abschied nehmen, vom Kloster und voneinander. Wir wollen uns wieder sehen, spätestens nächstes Jahr bei einer Fortsetzung der Retreat.

IMG_7976Fazit:
“Frau“ muss kein Thema haben, um sich tiefgründig mit Theorien, Konzepten der Philosophie und der Psychologie auseinander zu setzen. Wie Carl Gustav Jung sagt: „Wer nach aussen schaut, träumt, wer nach innen schaut, erwacht.

Nächste Daten und weitere Infos https://contradanza.yextra.net/bigorio_2016
Das Kloster www.bigorio.ch

 

 

Text: Bettina Fritschi
Fotos: Kloster Santa Maria und privat

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