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VW GOLF VI

Take a walk on the wild sideld_no05_pdfteaser03
Text: Ladies Drive

Wir befinden uns im Showroom eines VW-Händlers. Ein Paar betritt den Raum. Sie, eine attraktive Brünette Anfang 40 mit schickem Clutch-Bag und Highheels, Bleistiftrock und weisser Bluse mit Hermes-Tuch. Er mit Jeans im besten George-Clooney-Alter. Zielstrebig nähert sich die Dame einem jungen Verkäufer.

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Sie: Guten Tag.
Verkäufer: Grüezi! Kann ich Ihnen …
Sie (schneidet ihm sofort das Wort ab): Ja, Sie können. Wir wollen einen Golf bestellen.
Er: Schatz, möchtest du …
Sie (zischend): Nein, möchte ich nicht. Keinen Scirocco, keinen Phaeton, keinen Passat CC, auch wenn du immer sagst, ich sähe süss aus darin. Einfach nein!
Er (beschwichtigend): Okay … dann setz ich mich mal hin. Hätten Sie vielleicht einen Espresso?
Verkäufer: Oh, ja natürlich der Herr. Nur einen Moment (und schickt seine adrette Sekretärin zum Kaffeekochen).
Er: Gut, dann lehn ich mich mal zurück und du machst den Rest. Ist ja dein Auto.
Sie: Eben. Und wenn ich einen Golf möchte, dann krieg ich auch einen. Ist ja mein Geld. Ausserdem möchte ich ein Auto mit Understatement, eines, mit dem man sich überall blicken lassen kann, ein Klassiker nicht zuletzt. Das müssen wir jetzt aber nicht nochmal diskutieren, oder?
Er (winkt ab)

(Die hübsche, dunkelhaarige Sekretärin stellt ihm einen Espresso auf einen Glastisch und er beginnt in seinem frei schwingenden Ledersessel zu schaukeln, rührt in seiner Espressotasse.)

Sie: Also.
Verkäufer: Ganz zu Diensten, gnädige Frau (er wundert sich selbst über seine antiquierte Ausdrucksweise).
Sie (leicht irritiert): Ähm. Eben. Ein Golf soll es sein, das steht fest. Meine Freundin Liselotte sagte mir, der sei wie ein kleiner Phaeton.
Verkäufer: Genau, da hat Ihre Freundin doch Recht. Da drüben steht einer, setzen wir uns doch mal rein, wenn es Ihnen recht ist.
Sie: Dafür bin ich ja hier!

Sie stöckelt zum silbergrauen Golf in Highline-Ausstattung hinüber, er geht hinterher. Sie setzen sich hinein, sie auf den Fahrersitz.

Sie: Das Display gefällt mir – lässt sich einfach bedienen, sehr intuitiv (sie tippt flugs auf dem Bildschirm herum und nickt beeindruckt). Hm, aber ich sehe schon, dass es keinen Shortcut gibt, damit man die Navigationsstimme leiser oder lauter drehen kann. Da muss ich durchs Menü durch, richtig?
Verkäufer: Ja, richtig. Aber es ist schnell zu finden.
Sie: Oh! Und ein Parkpilot! Der parkt einem das Auto automatisch ein.
Verkäufer: Richtig. Sie haben sich gut informiert.
Sie: Ich bin ja eine Frau.

(Der Verkäufer schweigt.)

Sie: Was ich auch schätze, sind die Multifunktionstasten am Lenkrad. Erhöht die Sicherheit. Und diese Tubes um die Instrumententafel herum, die sind echt auch schön gelöst.

(Sie sieht sich um, drückt mal hier mal da, befühlt die Oberflächen mit zusammengekniffenen Augen).

Sie: Was auch schön ist, sind die silbernen Dekorelemente. Die sind im ganzen Auto wiederzufinden. Schön! Das Leder hat eine griffige, hochwertige Haptik, auch die Plastikflächen (sie fährt mit der flachen Hand übers Armaturenbrett) haben eine Struktur, welche die Haptik von Leder imitiert und weich ist. Gut gemacht, wirklich!
Verkäufer (erfreut): Ja, danke schön.
Sie: Wieso bedanken Sie sich? Haben Sie das Auto gemacht? – Nun, egal! Die Fensterheber im 45-Grad-Winkel finde ich auch sehr ergonomisch. Und na, endlich! Ich hab in der Tür Platz für eine Literflasche. Aber ein Ablagefach für Kleinkram in der Mitte wäre mir angenehm. Für Blackberry und dergleichen.
Verkäufer: Ähm, schauen Sie, das Sonnenbrillenfach am Dachhimmel. Auch sehr praktisch.
Sie: Nun, nicht für die aktuelle Sonnenbrillenmode, die so grosse Modelle proklamiert, die krieg ich da nie und nimmer rein. Aber danke für den Hinweis. Was ich schade finde, ist, dass ich die Mittelkonsole nicht als solche nutzen kann, weil hier so ein CD-Wechsler eingebaut ist.
Verkäufer: Nun, das ist ohnehin …
Sie: Denke ich mir. Aber eine Highline-Ausstattung müsste es schon sein. Die Comfortline wär mir zu wenig. Leder ist ein Must für mich. Und mit der Motorisierung, also ein TSI, ein TDI, eine manuelle Schaltung, ein DSG-Getriebe oder doch einen Blue Motion. Hm …
Verkäufer (allmählich etwas eingeschüchtert): Nun, Sie legen also Wert auf ein umweltfreundliches Auto?
Sie: Das eben war keine Frage. Und – für wen halten Sie mich denn? Bitte behandeln Sie mich nicht wie meine Mutter.
Verkäufer (verdattert): Ähm, das war nicht meine Absicht, gnädige Frau.

(Er hüpft wie von der Tarantel gestochen aus dem Auto, öffnet die Fahrertür und verneigt sich beinahe instinktiv.)

Verkäufer: Nun, besprechen wir das doch drüben am Tisch.
Sie: Wir müssen das nicht besprechen, Sie geben mir ein paar Argumente und ich entscheide.
Verkäufer: Aber gerne.

(Sie gehen zurück zum Ehegatten, der bereits drei Espressotassen auf seinem Glastisch stehen hat, und setzen sich an einen grossen Tisch).

Sie: Gut, dann erzählen Sie mir mal den Vorteil eines TSI.
Verkäufer: Beim TSI, dem Benziner, würde ich Ihnen einen 1.4 mit einem DSG, also Direktschaltgetriebe …
Sie: Ich weiss, was das ist.
Verkäufer: Ja, natürlich. Mit DSG also und 160 PS.
Sie: Die sind mir egal. Die PS meine ich. Und der Verbrauch?
Verkäufer: Ich hab auch so einen und der braucht 7,5 l auf 100 km im Schnitt.
Sie: Und ein TDI?
Verkäufer: Da gäbe es den 2-Liter mit 140 PS. Mit manuellem Schaltgetriebe?
Sie: Nein, das DSG macht einfach mehr Spass, das weiss ich schon.
Verkäufer: Ja, gut. Und hier sind wir bei 5,6 l Verbrauch im Schnitt.
Sie: Ich denke, ein Benziner macht mir etwas mehr Spass, der TDI würde mich in Bezug auf Verbrauch ansprechen und dann gibt es ja noch den Blue Motion, oder?
Verkäufer: Genau, ein Diesel mit 105 PS mit 3,8 l Verbrauch und 99 g/km Emissionen.
Sie: Auch ein Argument. Aber ich nehme doch den TSI-Benziner, 140 PS mit DSG.
Er: Ein vernünftiges Spassmobil.
Sie: Nun, wie auch immer. Mein Spassmobil auf jeden Fall. Wann kann ich den abholen?

Nach einigem Hin und Her hat man sich geeinigt. Auf Candyweiss als Aussenfarbe, trüffelfarbenes Leder Vienna im Interieur. DSG und TSI-Motor, Parkpilot und etliche Extras. Als die beiden den Showroom verlassen, hinterlässt man einen ziemlich ermatteten Verkäufer. Beim Rausgehen schnappt der Verkäufer noch die letzten Gesprächsfetzen auf.

Er: Na, bist du jetzt glücklich? Der Golf ist dir nicht zu sehr Understatement?
Sie: Wenn du aufhörst zu plappern und mich zum Essen einlädst, dann bin ich bestimmt glücklich.

Aus dem Radio im Showroom erklingt „Take a walk on the wild side“.

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