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VOR EIN PAAR JAHREN WUSSTE ICH NOCH GAR NICHT, DASS DEWITT EXISTIERT

WIE EINE JUNGE AUSSENSEITERIN CEO DER LUXUS-UHRENMANUFAKTUR DEWITT WURDE.

Begonnen hatte alles mit einem Mail eines Zürcher Unternehmers. „Diese Frau wäre perfekt für Ladies Drive“, hatte er mir geschrieben. Wir wurden neugierig. Nathalie Veysset ist CEO der Genfer Luxusuhrenmanufaktur DeWitt. Die schöne Schweizerin war bei Amtsantritt 35 Jahre jung – und kam aus der Finanzbranche. Ein Uhren-Neuling sozusagen. Um sich in diesem Umfeld zu behaupten, braucht es eine gehörige Portion Durchsetzungswillen, den Nathalie Veysset ganz offensichtlich vorweisen kann, besetzt sie den CEO-Posten doch mittlerweile seit drei Jahren und sagt keck: „Ich bin immer noch da!“

So machten wir uns auf nach Meyrin, dem Hauptsitz von DeWitt.

Empfangen werden wir von der strahlenden PR-Managerin Aline Tornay, die mich erst mal durch die Manufaktur von Jérôme de Witt führt. Voller Stolz präsentiert sie die neuen Räumlichkeiten, die verschiedenen Arbeitsschritte und die teils antiken Gerätschaften, mit welchen man, wie noch im vorherigen Jahrhundert, Verzierungen auf dem Zifferblatt herstellt. „Es geht nichts über diese alten Maschinen – selbst mit modernster Technik kann man den facettenreichen Effekt, den wir damit erzielen, nicht übertrumpfen“, erklärt Tornay. Andererseits finden sich unter dem Dach von DeWitt modernste Maschinen, wo man gewisse Bestandteile des Uhrwerks selbst herzustellen weiss. Nach einem kurzen Rundgang betreten wir ein mit schwerem Holz ausstaffiertes Büro. „Das ist das Office von Monsieur de Witt“, flüstert Aline Tornay fast etwas ehrfürchtig und bittet mich, Platz zu nehmen. Durch die offene Tür sehe ich indessen, wie sich uns eine gertenschlanke Schönheit nähert. Erst als sie mir lächelnd entgegentritt, wird mir klar, dass ich gerade Nathalie Veysset gegenüberstehe und ich muss gestehen: Sie ist in Natura noch schöner als auf den bereits sehr schmeichelhaften Fotos. Sie zupft ihren kurzen Rock zurecht und setzt sich vis-à-vis, während sie ihre langen, blonden Haare über die Schulter wirft.

„Die Präzision!“, antwortet sie wie aus der Pistole geschossen auf meine erste Frage, was sie an der Uhrenbranche am meisten fasziniere. „Ich arbeite in einer Branche, wo die Menschen mit unglaublicher Hingabe an jedem einzelnen Teil, jedem noch so winzigen Rädchen arbeiten. Das ist wundervoll, unter passionierten Menschen zu sein und diese Passion im Produkt zu spüren“, schwärmt Nathalie Veysset. Ob es zur Strategie von Jérôme de Witt gehöre, einer jungen, aufstrebenden Marke eine junge CEO zur Seite zu stellen? – Die 38-Jährige lacht fast etwas verlegen und winkt ab. „Es war purer Zufall – und meine Expertise aus der Finanzbranche, die ich dank acht Jahren bei der Credit Suisse mitgebracht habe.“ Nathalie Veyssets Kontakte zur Uhrenbranche bestanden zudem über den Vater, einen Uhrenmacher aus La Chaux-de-Fonds – und die Schwester, die ebenfalls in der Branche tätig ist. „Ein Grossteil meiner Familie hatte mit Uhren zu tun. Nur ich nicht – nicht so direkt. Ich besuchte zwar regelmässig die Baselworld, Uhren faszinierten mich seit jeher. Trotzdem habe ich mich für eine Karriere im Banking entschieden.“ Ein Zufall oder besser gesagt mindestens zwei Zufälle sollten ihrem Leben jedoch schon bald eine neue Richtung geben.

Während eines Messebesuchs in Basel fiel ihr Blick zufälligerweise auf die Vitrine der ihr bislang unbekannten Marke DeWitt, auf die „Tourbillion Mysterieux Bleu“, ein Masterpiece, verziert mit blauen Saphiren. „Ich war derart beeindruckt, dass ich diese Uhr für die schönste auf der Welt hielt. Ich kehrte zurück nach Hause, lebte mein Leben. Bis zu jenem Tag.“

An diesem besagten Tag sollte der zweite Zufall sie ereilen. Eine Kollegin bei Credit Suisse rief sie gut zwei Wochen nach der Baselworld an und erzählte von einem Problem mit einem ihrer Dossiers, bat um Hilfe. „Sie brachte mir das Dossier, in welchem keinerlei Namen aufgeführt waren, zur Durchsicht. Erst viel später, als ich schon Details kannte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen und ich fragte nach: Handelt es sich hier um DeWitt?“ – Nathalie Veysset lacht, noch immer etwas ungläubig, und erzählt freudestrahlend weiter. Es war zu jener Zeit, als sie Jérôme de Witt das erste Mal traf – um ihn in der Folge während über zweieinhalb Jahren als Kunden seitens der Credit Suisse zu betreuen. „Es ist ja wirklich seltsam und irgendwie lustig, was da passierte. Also: Ich hatte Herrn de Witt zu einer Sitzung getroffen und wir standen im Anschluss auf dem Trottoir und diskutierten.

„Und er meint e: Gut – wi e viel woll en Sie verdi enen? – Und ich nannt e ihm ein en Preis . Er antwort ete: D’accord ! In zw ei Min uten war ich also auf dem Trottoir zu ein er neuen Anst ell ung geko mmen.“

Ich wollte ihm mitteilen, dass ich die Credit Suisse verlasse und dass ich ihm beim nächsten Meeting meine Nachfolgerin vorstellen würde.“ Nach der ersten Enttäuschung wollte der versierte Unternehmer und Uhrenmacher wissen, welche berufliche Herausforderung die junge Frau denn gedenke anzunehmen. „Ich sagte: Nun, ich werde für eine andere Bank arbeiten. Doch er sagte: Non, non! Wieso arbeiten Sie nicht für mich?“ – Nathalie Veysset zieht die Augenbrauen hoch, senkt den Kopf zur Seite, als könnte sie noch immer kaum glauben, wie sich alles ereignet hatte. De Witts Vision war, seiner Firma neue Strukturen zu geben und er sah in der jungen Nathalie Veysset die perfekte Kandidatin dafür. „Also sagte ich ja. Und er meinte: Gut – wie viel wollen Sie verdienen? – Und ich nannte ihm einen Preis. Er antwortete: D’accord! In zwei Minuten war ich also auf dem Trottoir zu einer neuen Anstellung gekommen.“ Etwas ungläubig berichtete sie später ihrer Familie davon, hielt die ganze Unterhaltung möglicherweise für ein nicht ernst gemeintes Job-Angebot. Als Direktorin für Administratives und Finanzen trat sie jedoch nur kurze Zeit später in das Unternehmen ein. In der Folge weihte er die junge Frau in seine Welt der Luxusuhren ein, brachte ihr seine Vision nahe, zeigte ihr die strukturellen Herausforderungen auf, die ein wachsendes Unternehmen mit sich bringt. Dass sie zur CEO berufen werden sollte, war eine weitere Überraschung, denn es gab zu jenem Zeitpunkt durchaus ernst zu nehmende Kandidaten, Branchen- Insider mit einen gut gepackten Rucksack. „Aber Monsieur de Witt legte nie grossen Wert darauf, wie es andere machten. Er wollte immer neue Wege gehen. Er wollte also niemanden an der Spitze seines Unternehmens, der mit den typischen Ideen, den ewig gleichen Methoden und demselben Know-how antritt.“ Nathalie Veysset brachte mit ihrem beruflichen Werdegang genau die Kombination an Wissen, Intelligenz und neuem Schwung mit, den sich der umtriebige Unternehmer wünschte.

„Wir sahen uns später alle drei Wochen, einmal im Monat, und ich verstand es seine Ideen zu antizipieren, was die Zusammenarbeit enorm erleichterte, vor allem, weil er mir mit sehr viel Respekt begegnet“, so die schöne Neuenburgerin. Die Vision des Firmengründers geht hoch und weit, wie es seine Geschäftsführerin treffend beschreibt. Er versteht es über die Grenzen seiner eigenen Welt und der Uhrenbranche zu blicken. So sucht er stets allerorts nach Inspiration, sei es in der Motorentechnik oder in Alltagsgegenständen. „Wir hatten einmal nach Lösungen für ein spezifisches neues Teil im Uhrwerk gesucht. Und eines Tages kam er ins Büro und rief: Ich habs! Tatsächlich hatte er bei den Arbeiten an einer Gartenmauer den Betonmischer beobachtet und war so auf die Lösung unseres Problems gekommen.“

Nathalie Veysset spricht voller Hochachtung von Jérôme de Witt, seinen Visionen und Ideen, seinen Problemlösungsstrategien und Werthaltungen. Schon oft habe er sie aufgefordert auf einen Stuhl zu steigen, um die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten, erzählt die charmante Westschweizerin.

Dass sie ein „Outsider“ ist, aus der Finanzbranche zur Welt der Uhren stiess, sieht sie als Vorteil. Zu Beginn sei es schwierig gewesen, Mitbewerber hätten distanziert auf sie reagiert. „Ich kam ja auch in der grössten Krise der Branche 2008 dazu. Aber ich bin noch da.

„Also …“, und sie lacht schallend heraus. Ganz offensichtlich stellte sich der Branchenneuling gar nicht mal so schlecht an, kam sie doch in turbulenten Zeiten zu einem Unternehmen, welches überdurchschnittlich stark wuchs, insbesondere im asiatischen Markt – zudem kaum über Reserven verfügte. Doch der Schlüssel zum Erfolg war die Besinnung auf die eigenen Stärken: „Die Krise hat uns dazu gebracht, gewisse Arbeitsmethoden zu überdenken und zu verbessern. Wir hatten Probleme bei der Qualität, bei der Produktion. Also haben wir während gut zwei Jahren hart daran gearbeitet, die Strukturen zu überdenken.“

Auf den Märkten in China, Hongkong, Macao und Taiwan belegt DeWitt mittlerweile einen der Spitzenplätze, während das Heimatland Schweiz eher noch ein Entwicklungsmarkt darstellt. Während man während der Krise enorme Verluste in Nordamerika beklagen musste, wächst nun auch dieser Markt wieder in erfreulicher Weise, ebenso Lateinamerika, Russland oder Südostasien. „Was uns in der Schweiz fehlt, sind die einheimischen Kunden. Die Verkäufe in der Schweiz reduzieren sich eigentlich auf Touristen.“

Nathalie Veysset beweist in unserem Gespräch, dass sie nun eine eigene Vision für das Unternehmen entwickelt hat – und diese auch mit festem Blick zu verfolgen wagt. So wie diese junge Frau strahlt, muss sie einfach glücklich sein, denke ich mir.

„Was wollten Sie, als Sie jung waren?“, frage ich vorsichtig. „Nun“, so die DeWitt-CEO mit sanfter Stimme, „ich bin absolut glücklich. Und was ich hier vorfinde ist das, was ich mir immer gewünscht habe: Ich wollte erfüllt sein von dem, was ich tue, ich wollte reisen, Menschen treffen – und es ist mir wichtig, geliebte Menschen um mich zu haben. Und all das habe ich!“

Die Topmanagerin ist ein absolut beneidenswerter Mensch, jemand, der mit 38 Jahren schon ganz schön viel erreicht hat. Dass sie so jung an eine derart machtvolle Position geriet, empfindet sie indessen als Glücksfall. Sie habe noch genug Energie, mit dem Stress und dem ganzen Druck fertig zu werden. Sie versuchte daher schnellstmöglich ein Vertrauensverhältnis zu ihren Mitarbeitern aufzubauen, welches ihr erlaubte, ihnen den nötigen kreativen Freiraum zu lassen. „Ich empfand das als wichtigen Schritt, auch wenn ich sehr fordernd bin und meine Erwartungen sehr hoch sind.“ Genau so führt sie insbesondere ihre Designer. DeWitt soll dieselben Emotionen in den Herzen seiner Käufer auslösen, wie wenn sie sich ein Kunstwerk gekauft hätten. Genau so und nicht anders sollen die Uhren des Schweizer Luxusunternehmens kreiert werden.

Während Nathalie Veysset eine klare Vorstellung hat, wie sie die Marke DeWitt weiter voranbringen will, war ihre ganze Karriere bislang alles andere als geplant. Einmal mehr treffen wir eine Frau mit Drive, die das einzig Richtige tut im Leben: Die Chancen beim Schopf ergreifen, wenn sie sich bieten. Und wie sie dies getan hat! „Aber das Wichtigste für meine Zukunft ist, dass ich immer in Einklang mit mir und meinen Werten leben und arbeiten kann.“

Wir hoffen derweil, dass wir noch viel mehr solch aussergewöhnliche Frauen treffen werden. Frauen, die mit klarem Blick, wachem Verstand und dem Herz am rechten Fleck unsere Unternehmen in die Zukunft führen. «

Weiterführende Informationen: www.dewitt.ch

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