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TRAVEL OF A LIFETIME

ld_no7_pdfteaser02Eine berauschende Reise nach Mauritius und die Seychellen – Fregate Island inklusive!

 

 

 

 

 

 

Text: Sandra-Stella & Sebastian Triebl, Fotos: Sebastian Triebl, Stefan Waldvogel

Ich erinnere mich gut daran. Es war drei Uhr. In der Früh. Ich wollte die Jungfraurallye in Grindelwald absolvieren, mein lieber Gatte sollte auf eine Pressereise nach Mauritius und die Seychellen. Ich hatte mich ohnehin nur schwer durchgerungen, nicht selbst mitzufahren. Und dann das! Ein Wassereinbruch in unserem Haus sollte mich auf eine weitere Probe stellen. Würde ich meinen Gatten auf diese Traumreise mitschicken? Würde ich in diesen Morgenstunden von Grindelwald nach Hause eilen, um die Überreste des Wasserschadens zu beseitigen? Würde ich auch noch auf die Teilnahme der Jungfraurallye verzichten? – Die Antwort lautet dreimal Ja! Als ich das später einer lieben Freundin erzähle, muss ich mir zwar ein „Spinnst du?“ gefallen lassen. Aber was tut man nicht alles für den geliebten Ehemann!
So sehe ich mich also nur wenige Stunden nach dem aufgeregten Telefonat mit dem Bericht über den Wassereinbruch in unserem Hause wieder, einen grauen Putzlappen in der linken, einen gelben Eimer in der rechten Hand, geschmückt mit rosafarbenen Plastikhandschuhen. „Das ist wirklich unglaublich nett von dir“, säuselt mein Mann mir ins Ohr, während er seine Badehose in den Koffer packt. „Denkst du, ich brauche noch was?“ – Ach, diese Qual! Er fliegt in wenigen Stunden ins Paradies und ich putze mit der Schwiegermama, die er freundlicherweise organisiert hat, den sandig-feuchten Keller. Ich halte mich ja wirklich für eine sehr grosszügige Person. Aber spätestens als eine blitzblank gewienerte schwarze E-Klasse-Limousine mit Chauffeur (im schwarzen Einreiher) vor unserem Hause steht und der gute Herr freundlich fragt (und er scheint fast die Haken seiner hochglanzpolierten Schuhe aneinanderzuschlagen): „Darf ich Ihnen das Gepäck abnehmen, Herr Triebl?“, spüre ich doch einen leichten Anflug von Neid. Obwohl, was heisst hier Anflug!

Es war blanker Neid, als ich mit meinen rosaroten Plastikhandschuhen der schwarzen Limousine hinterherwinke.

So soll es wohl sein. Man muss auch gönnen können, versuche ich mir in Selbstsuggestion vorzumurmeln und zucke mit den Schultern, als wäre es eine Kleinigkeit, als ich die miefenden Stufen in den Keller hinabsteige.
Die erste SMS, die mich dann ein paar Stunden später erreicht, lautet:
„Bin gut gelandet auf den Seychellen. Fliege noch zwei Stunden weiter nach Mauritius. Alles super derweil!“ – Man muss auch gönnen können. Ja. Ähm. Genau!

Linkes Triebwerk an Maschine ist defekt. Drei Leute mit Achselzucken auf der Tragfläche. Eine Stunde Verspätung. Dann noch eine Stunde. Dann Triebwerktest am Rollfeld. Danach geht’s endlich los. Noch circa zwei Stunden bis Mauritius. Sir Seewoosagur Ramgoolam International Airport of Mauritius – ich komme!

Als Nächstes erfahre ich:
„Sind mit Stretch-Limousine unterwegs ins Hotel. Ist etwas übertrieben, aber sehr cool irgendwie.“ Ach, ja. Ich neige dazu, mich zu wiederholen.

Gleich nach der Landung werden wir von einer Handvoll „schrankhoher“ Bodyguards und zierlichen Hostessen in Empfang genommen und von den übrigen Fluggästen separiert, in zwei Porsche Cayenne gepackt und in die gerade fertiggestellte und von kühler Eleganz geprägte Yu-Lounge gebracht.

„Please can I have your passport, Sir?“, flötet mir eine der Hostessen ins Ohr, während ich mich mit einem kühlen Drink in einen der Lounge-Sessel fallen lasse. So lassen sich Formalitäten doch geniessen!

Ohne Warteschlange und Gedränge, sondern mit Sandwiches, Früchten und Refreshment in Form von eisgekühlten Tüchern. Man erzählt uns, Robert De Niro war kurz vor uns da. Ein Hauch von „Lifetime-Experience“ kommt auf und dieses wohlige Kribbeln, dieses Gefühl, dass man in Bälde etwas Grossartiges erleben wird.
In einer weissen Stretchlimousine geht’s ins „One & Only – Le Saint Géran“. Klingt vielversprechend! Die Bevölkerung empfängt uns wie Filmstars – denn diese Stretchlimousine ist die einzige auf der gesamten Insel und so winkt man uns freudig zu, pfeift uns nach und klingelt aufgeregt mit der Fahrradglocke, während wir die Ostküste hinauffahren. Während der Fahrt entlang des Indischen Ozeans geniessen wir die Aussicht auf die hügelige Landschaft, den dichten Kokospalmen-Wald und die riesigen Zuckerrohrfelder. In froher Erwartung gelangen wir durch ein schmiedeeisernes Tor auf das Anwesen des „One & Only“. Über eine idyllische Brücke, vorbei an drei weissen Schwänen, spazieren wir in Richtung Lobby, dessen offene Halle mit ihren hohen Säulenbögen den Blick auf das türkisblaue Meer auf der anderen Seite freigibt. Ein Butler geleitet mich sogleich zum Check-in in meine Junior-Suite, wo sich auf wundersame Weise mein Gepäck, das ich seit unserem Abflug in Zürich schon ganz vergessen hatte, wieder findet. Ich verweile nur kurz, denn es erwartet mich gleich ein Spa Treatment: dreissig Minuten Rückenmassage, die sich nach der langen Reise wie drei Stunden anfühlen! Dann ab zum Dinner. Welch ein Beginn!


Le Saint GeranLe Saint Geran HallLe Saint Geran Beach

Wie schön, dass die Schwiegermama an meiner Seite ist. Hatte ich erwähnt, dass sie eine ausgezeichnete Köchin ist? – Mann schreibt in den Abendstunden: „War eben in der Back-Scrub-Massage. War Wahnsinn!“ – Ich lege mich zu Hause erschlagen und müde ins Bett. Zumal ein Wasserbett. Was für ein Trost!

Nach einem Gaumen erfreuenden Dinner folgt am nächsten Morgen ein ebenso erfreuliches Frühstück auf der Hotel-Terrasse am Meer. Von meiner Suite aus habe ich direkten Zugang zum Strand, der mich magisch anzieht. Der ständig meine Bedürfnisse antizipierende Butler legt flugs und wie selbstverständlich zwei Frotteetücher auf die Liegen und eh ich es mir versehe, reicht man mir zwei Gläser mit Eis und zwei Flaschen Wasser.

„Na ja, viele Singles wird er hier in seiner Dienstzeit sicher nicht zu Gesicht bekommen haben“, denke ich. „Viel zu romantisch!“


Diesmal erreicht mich eine durchaus erfreuliche MMS. Ein Foto, darauf ein weisser Strand, Palmen, zauberhafte Holzliegen und ein Tisch mit zwei Gläsern Wasser drauf: „Du bist trotzdem bei mir!“

Doch lange lässt es sich hier nicht herumfläzen. Der Cayenne wartet auf unsere Journalistengruppe, welcher uns zum Hotel „Le Touessrok“ führt mit dem Ziel: Lunch auf einem Private Island. Nach einer kurzen Bootsüberfahrt in einer winzigen, wackligen Nuss-Schale empfangen uns am Landesteg fünf, sechs oder sieben in einer Traube stehende, weiss gekleidete Butler, die uns die vom Meerwasser verklebten Sonnenbrillen abnehmen, einen Spritzer sauberes Wasser ins Gesicht sprühen, eiskalte Tücher reichen und uns die geputzten Brillen wieder aufsetzen. Diese Prozedur hat sowohl was Surreales als auch was sehr Erheiterndes. Wir essen auf der Insel vom Buffet – am Strand spielt eine Jazzband, die Kellner tragen Namen wie „Friday“ oder „Custeau“. Es ist paradiesisch! – Doch lange haben wir auch hier nicht Zeit, denn es erwartet uns das nächste Highlight – ein Helikopterflug zum nächsten Hotel. Eh wir’s uns versehen, heben wir ab und fliegen eine Viertelstunde weiter, hoch in den Norden der Insel, ins „Royal Palm“.


Nach zwei Tagen haben wir das Elend langsam wieder im Griff. Am Nachmittag höre ich: „Lieg gerade mit einem Tee im Zen-Garten. Dann packen und ins nächste Hotel. Ist anstrengend!“ – Hatte ich erwähnt, dass seine SMS zuvor lautete: „Bin grad im Heli unterwegs ins nächste Hotel. Dann Massage, dann Essen.“ – Oh, ich ahne, das muss ja wirklich so richtig kräftezehrend sein, und spüre, wie ich meine Augen zusammenkneife und die Mundwinkel angesäuert nach oben verziehe. Meine Stirn legt sich, ohne es zu wollen, in Falten. Tief durchatmen!

Im „Royal Palm“ erwartet mich erneut eine Junior Suite mit atemberaubendem Meerblick – und eigenem Briefpapier, auf dem mein Name mit Goldlettern eingeprägt ist. Kaum zu fassen! – Und auch kaum ausgepackt, erwartet man uns zur Massage in einer der schönsten je gesehenen Spa-Anlagen von Clarins. Eine wundervolle Ganzkörpermassage folgt – danach liege ich mit einem Ingwer-Drink in einem Garten, der etwas Zen-artiges hat, zugedeckt in einem riesigen Rundbett, inmitten von unzähligen wohligen Kissen mit Blick auf meterhohe Steintreppen, über die Wasser in einen Teich fliesst. Wer hier keine Entspannung findet, ist selbst schuld.
Mit einem ehemaligen Minister von Mauritius dinieren wir am Abend unter einem unendlich erscheinenden Sternenhimmel, in unmittelbarer Nähe zum Strand, zum Meer, zu den Wellen.
Royal Palm GardensRoyal Palm SpaRoyal Palm Room
Am anderen Morgen lasse ich mir das Frühstück aufs Zimmer bringen – Kokosnuss, Melone, Ananas, hausgemachte, tropische Marmeladen, frisches Brot, Rührei. Insbesondere die Passionsfrucht-Konfitüre hat es mir angetan.
Grand Baie, das nächstgelegene Städtchen, steht nun auf der Liste. Mich erstaunt auf den ersten Blick ein ausladender, hinduistischer Tempel, der hinter anderen Gebäuden an der Hauptstrasse herausragt – von den 1,24 Millionen Einwohnern auf Mauritius ist die überwiegende Mehrheit indischer Abstammung, erfahren wir. Die Architektur ist ansonsten eine Mischung zwischen englischem Kolonial-Stil und französischer Nonchalance. Man spürt die unterschiedlichen Einflüsse, welchen dieses Volk in seiner so bewegten Geschichte unterworfen war. Dies spiegelt sich auch in der Sprachenvielfalt wider – obwohl Englisch die Amtssprache ist, Französisch als Sprache der Gebildeten gilt, kann man mit Glück in den Gassen und Strassen ein Sprachenwirrwarr aus Mandarin, Hindi, Urdu oder Kantonesisch erhaschen

– allen gemein ist indes das Kreolische, welches in meinen Ohren frankophon mit Kaugummi klingt.

Grand Baie riecht nach den scharfen Gerüchen der Garküchen, die sich mit indischen Gewürzen mischen, die Menschen spielen direkt am Wasser gelassen Domino, zupfen fröhlich gelaunt auf schlecht gestimmten Gitarren oder geniessen einfach im Schatten der Bäume den Blick auf die mit Segelbooten übersäte Lagune. So wenig diese Menschen auch besitzen, so viel Glück strahlt einem entgegen, wenn man sie anlächelt.
Zurück im Royal Palm packe ich wieder mal die Koffer und besteige die Stretchlimousine, welche mit uns quer über die Insel schaukelt, durch die Hauptstadt Port Louis, zu dem Flughafen, den man mit „Sir“ anspricht. Es geht weiter nach Mahé auf die Seychellen – und auf eine der spektakulärsten Landebahnen, die ich je gesehen habe, da sie parallel zum Strand verläuft. Auf den Seychellen fahren wir, diesmal im Kleinbus, entlang der im Dämmerlicht schlafend daliegenden Küste. Am Südzipfel der Insel erwartet man uns bereits im „Banyan Tree“, ein Resort, welches seinen Namen von der gleichnamigen landestypischen Baumart hat. Ein Banyan ist eine Feigenart, welche in den gesamten Tropen zu finden ist und auf einem beliebigen Wirtsbaum wächst, seine Luftwurzeln über die Zeit auswirft und sobald sie den Boden erreicht hat, einen wahren Wachstumsschub erfährt und über kurz oder lange den Wirt erdrückt. Sie können gewaltige Dimensionen erreichen – bis zu dreissig Meter hoch – und mehrere hundert Quadratmeter Fläche bedecken.

Bei vielen Völkern gilt der Banyon Tree als Sitz von Geistern.

Diese Spiritualität begegnet uns dann auf den Seychellen auch wiederkehrend in unterschiedlichen Formen und Ausprägungen.
Über kleine, holprige Wege erreichen wir also die Südspitze und unser Banyan Tree Resort. Man empfängt uns mittlerweile in tiefer Nacht in einem riesigen weiss getünchten Gebäude im Kolonial-Stil mit den Worten: „Was ihr heute hört, werdet ihr morgen zu sehen bekommen.“ Das an- und abschwellende Rauschen, die Brandung, die uns im wahrsten Sinne des Wortes nur schon vom Klang her berauscht, hebt die Vorfreude auf den kommenden Tag.
Unsere Villen in den Hügeln erreichen wir mit Chauffeur und Golf-Karts und staunen auf dem Weg dorthin nicht schlecht, hängen in den Wäldern entlang des kleinen Strässchens doch riesige Vogelkäfige und gespenstische, filigrane Lampen, die hoch oben in den Bäumen gemächlich hin und her wiegen, als würden sie angeschubst.
Banyan Tree MahéBanyan Tree Private PoolBanyan Tree Beach Dinner
Das helle Sonnenlicht des nächsten Morgens lässt das Banyon Tree in seiner vollkommenen Schönheit erstrahlen – eine umwerfende, luxuriös ausgestattete Villa liegt mir zu Füssen – mit Privatpool, der sich Richtung Horizont erstreckt und sich mit diesem in den verschiedensten schillernden Blau-Nuancen zu verbinden scheint.
Die Angebotsvielfalt dieses Resorts liest sich derweil ungemein beeindruckend: Moonlight Dinner, In-Villa Barbecue, Seeing-Star-Experience, Romantic Beach Gazebo, Beach-Picknick oder einfach „nur“ ein lukullisches Abendmahl im kreolischen Spezialitätenrestaurant „Chez Lamar“ oder dem ausgezeichneten Thai-Restaurant „Saffron“ – hier liest man den Gästen wirklichen jeden Wunsch von den Augen ab, als sei es das Leichteste der Welt.
Übrigens: Die Intendance Bay, auf dessen Areal das Banyon Tree liegt, gehörte einst Peter Sellers und George Harrison. Nun darf auch ich es geniessen – was für ein Geschenk! Oh, sweet Lord!

Absolut empfehlenswert auch die Lomi-Lomi-Massage im Thai-Spa – 90 Minuten schweben, Meeresrauschen, Vogelgezwitscher, welches man mit Orangenfilets und Ingwer-Tee ausklingen lässt, man blickt hinaus auf den Indischen Ozean und kann es schier nicht glauben.

„Besser kanns ja kaum mehr werden“, denke ich mir. Doch weit gefehlt. Save the best for last …
Schon beginnt der „Stress“ von Neuem. Mit dem wackeligen Bus geht’s nun bei Tageslicht entlang der Küste, durch Dörfer und Siedlungen zurück in die Hauptstadt Victoria. Dies ist ja schliesslich eine Pressereise, also Arbeit und kein Vergnügen. Obwohl …

SMS:
„Leider konnte ich es ohne dich nicht so geniessen, wie ich es mir gewünscht hätte. Die Massage gerade eben war aber unglaublich!“ – Ich habe kaum Mitleid. Bei uns regnet es noch immer in Strömen. Zumindest der Keller ist halbwegs trocken.

Victoria MarketVictoria MarketVictoria Market
In der Hauptstadt Victoria, in der genau eine Verkehrsampel steht, verläuft das Leben genau so relaxed, wie man sich das Inselleben eben so vorstellt. Über dem Marktplatz dröhnt Reggae-Musik aus blechernen Lautsprechern – vom gehetzten Schulmädchen über den entspannte Rastaman bis zur molligen Polizistin in englisch anmutender Uniform tummeln sich hier Menschen unterschiedlichster Couleurs. Wir spazieren zum Hafen, von wo aus uns ein Speedboot zu unserer letzten Destination bringt. 55 Kilometer östlich oder eineinhalb Bootsstunden entfernt liegt „Frégate Island“, ein 2,1 Quadratkilometer grosses Eiland, wo wir noch mal zwei Nächte verbringen werden. Als wir ankommen, wartet am Steg bereits Nick, der südafrikanische Executive Assistant Manager, in Reih und Glied mit seiner Crew, der uns mit eloquent-britischem Akzent empfängt.

Irgendwie erinnern sie mich allesamt an Mr. Higgins in der TV-Serie „Magnum“. Das Empire hiess uns very British willkommen „with the greatest of pleasure“. Das die zwei antiken, vom Meerwasser gealterten Kanonen an der Kaimauer nicht auch noch uns zu Ehren abgefeuert wurden, grenzt an ein Wunder.

Schnell wird uns klar: Frégate Island ist das ultimative Hideaway der Premiumklasse, ein von einem Schweizer geführtes und sich in helvetischem Besitz befindliches Privatvergnügen. Die von unzähligen Kokospalmen bewachsene, ehemalige Pirateninsel (die Insel wurde von den Franzosen und später den Engländern als Kokosplantage genutzt, weil damals Kokos mit Gold aufgewogen wurde), die erst im 16. Jahrhundert in den Geschichtsbüchern auftaucht, beherbergt nur 16 Villen, in welcher wir einen Privat-Butler, einen eigenen Golf-Buggy, drei Duschen (eine Indoor, zwei unter freiem Himmel), eine Badewanne, ein Outdoor-Jacuzzi, einen 12 Meter langen Privatpool mit Aussicht aufs Meer oder einen Sitzplatz mit Tagesbett vorfinden.
Als die Sonne am Abend des ersten Tages untergeht, spiegeln sich die rosafarbenen Wolken geheimnisvoll im Wasser des Swimmingpools wider.
Endlich mal nicht gleich nach einer Nacht wieder abreisen, sondern entspannen und entdecken, darauf freue ich mich nun! Vorher hüpfe ich aber noch in den Pool. Ein exquisites wie exklusives Vergnügen, so den Sonnenuntergang bewundern zu können. In meinem Pool. Meinem eigenen 12-Meter-Pool.
Im Haupthaus empfängt man uns anschliessend zum Dinner, wo ich erfahre, dass Nick eigentlich ein Michelin-dekorierter Sternekoch ist, der rund um den Erdball an den schönsten Plätzen gearbeitet hat und, aus purer „Langeweile“, auf der Insel über 30 Eissorten kreierte, darunter so Exotisches wie Kirschtomaten mit Basilikum, Süsskartoffel mit Lavendel, Rotwein mit Gewürzen, Ziegenkäse mit Feigenkompott, Spargel mit Trüffel oder Erdbeer mit Balsamico, weshalb er wohl mit dem Spitznamen „Nutty Professor“ bedacht wurde.
Den Wecker für den nächsten Tag müssen wir auf 6 Uhr früh stellen – man will uns frühmorgens einen ausgedehnten Naturspaziergang angedeihen lassen.
Brent, ein stämmiger, hoch gewachsener Südafrikaner mit rot-blondem Schopf, fast zwei Meter gross und mit zahlreichen Muskelbergen bepackt, empfängt uns am anderen Morgen, um uns rund um den Pirates Rock zu führen. „This is not Disneyland, so I’m sorry to say that there won’t be any lions on the tour“, beginnt er seine humorvolle Rede und entführt uns in die Welt der seltenen Vogelarten, wie dem äusserst gefährdeten und nur auf Frégate lebenden Seychellen-Dajal – und der für die Insel typischen Riesenschildkröten. Wir hören gespannt zu, schauen den hunderten Vögeln im Himmel zu und finden uns plötzlich inmitten von riesigen, urtümlichen Aldabra-Schildkröten wieder, die sich wie kleine Hobbits-Hügel still und leise um uns heru geschart haben.

Fasziniert erstarren wir, den Synchronflug der monogam lebenden, blütenweissen Feen-Seeschwalbe beobachtend, die wie kleine, hochpräzise, quiekende Kampfjets durch die Lüfte jagen,

in perfekter Harmonie, stets monogam Seite an Seite mit ihrem Partner – und manchmal zu dritt, um dem Nachwuchs diese fliegerische Perfektion zu lehren.
Fregate TortoiseFregate Banyan TreeFregate Ansen Victorin
Fauna und Flora sind in der Tat beeindruckend auf Frégate, entsprechend sorgsam wurde der Bau der Anlage und die Wiederaufforstung der durch die Nutzung als Kokosplantage verdrängten Pflanzenarten geplant. Es scheint, als wüssten alle auf diesem Eiland ganz genau, auf welchem Kleinod sie sitzen.
Saftige Papayas, Kokos, Ananas, Bananen, Gurken, Cherrytomaten, Chilies – der gesamte Bedarf an Früchten und Gewürzen wächst auf der Insel, kann teilweise sogar exportiert werden. Nur Beeren wollen keine wachsen, verrät uns später der Chefkoch. Ebenso gibt es erstaunlicherweise auf Frégate keine der für eine tropische Insel so typischen Frösche, Papageien oder Affen.
Aus Ermangelung vorhandener Historie erzählt man sich unter vorgehaltener Hand hier stets von einem alten Piratenschatz, der noch immer irgendwo auf der Insel verschollen ist, wobei sich darunter auch ein riesiges mit Rubinen übersätes Goldkreuz befinden soll. Der verantwortliche Pirat „La Buse“ wurde auf St. Paul de La Réunion gehenkt, bevor er seine „Pension“ wieder abholen konnte, weshalb seit 1721 nun andere auf der gesamten Insel seltsamen Markierungen und Hinweisen auf den Granitsteinen nachgehen. Ian Fleming verbrachte laut Erzählungen vor Jahren viele Wochen mit einem Metalldetektor auf Frégate. Und weder Paul McCartney noch Brad Pitt, welche ebenfalls hier weilten, sollen je fündig geworden sein.

Hungrig geworden vom Nature-Walk, begeben wir uns in der Folge 17 Meter hinauf in die Baumkronen – zum Frühstück.

Danach zeigen uns unsere emsiger Butler einige schöne Plätze auf der Insel – so auch den Anse Victorin, der von der London Times als schönster Strand der Welt eingestuft wurde. Über Felstreppen gelangt man an einen eierschalenfarbenen, feinkörnigen Sandstrand, der in türkisblaues Meer stürzt und von mächtigen Palmen gesäumt wird. Hätte ich es nicht selbst erlebt, ich würde es nicht für wahr halten. Am benachbarten Strand, dem Anse Macquereau, gibt es sogar die Möglichkeit, mittels Schild „Beach Closed“ all dies exklusiv für sich zu vereinnahmen. Ich muss unweigerlich an meine Süsse denken.

SMS: „Bin ganz allein am schönsten Strand der Welt und fahre mit meinem eigenen Golf-Kart um die Insel! Frégate ist unglaublich!“

– Hatte ich erwähnt, dass mein Mann sich nur noch in Superlativen auszudrücken pflegt? Baumhaus-Frühstück, eigener Pool, riesige Villa, Ziegenkäse-Eis und Lomi-Lomi-Massagen? – Zu Hause hat es zumindest aufgehört zu regnen. In aller Bescheidenheit ist man ja mit wenig zufrieden oder übt sich zumal darin, es zu sein. Nach fünf Tagen Berichte über Massagen, Zen-Gärten, lukullische Abendessen (Palmherzen-Salate und dergleichen), Traumstrände und Sonnenuntergänge habe ich mich längst in mein Schicksal der Daheimgebliebenen gefügt. „Lächle vom Herzen“, sage ich mir.

Das letzte Dinner kredenzt man uns auf der Veranda des ältesten Gebäudes der Insel, dem „Plantation House“. Als plötzlich ein tropisches Gewitter über uns hereinbricht, fragen wir, ob wir drinnen an dem für sechs Personen weiss gedeckten Tisch mit der grossen Fruchtschale und den überdimensionierten Kerzenleuchtern Platz nehmen dürfen. „No, no, it’s not possible!“, erwidert man uns, zu unserem Erstaunen vehement. „… it’s for him!“, und der Butler, der uns sonst jeglichen Wunsch ohne Zögern erfüllen würde, zeigt stumm auf die Galionsfigur des berühmt-berüchtigten „La Buse“.
Um 5 Uhr früh klingelt mich der Wecker am letzten Tag aus meinen Träumen wach. Während eines wunderschön kitschigen Sonnenaufgangs fliegt uns ein Helikopter „standesgemäss“ zurück zum Mahé-Airport, von wo aus wir die Heimreise antreten. Ich nehme still und leise Abschied von diesem kleinen Garten Eden.

Es rumpelt an der Haustür. Dekoriert mit Taschen und Koffer steht ein braungebrannter und nach eigenen Aussagen ermatteter (nur sah er nicht danach aus) Ehemann vor mir, während ich den Chauffeur wie einen Schatten noch durchs Gartentor huschen sehe. Mir fällt eben ein, dass mein armer Mann nun nicht mehr, wie auf Frégate, aus zwanzig verschiedenen Kissensorten aussuchen kann, sondern mit dem einen auskommen muss. Peter Pan ist aus Neverland zurückgekehrt!

Erschlagen von dieser  Tempo-once-in-a-lifetime-Reise, den Gerüchen, Eindrücken und Erlebnissen, die man kaum für wahr halten kann, so erstaunlich erscheinen sie einem in der Retrospektive, hat mich der Alltag wieder. Wenn ich die Augen schliesse und tief einatme, kann ich es noch immer riechen, als hielte ich sie direkt vor meine Nase. Den Duft der süssen Papaya von Frégate Island, die ich meiner Süssen zumindest in Form einer Marmelade mit nach Hause gebracht habe. Das war in der Tat etwas, das man so schnell nicht mehr vergisst und wovon man selbst an grauen Herbsttagen zehren kann. Alleine will ich aber dort nie, nie mehr wieder hin!

Und so kommen auch Sie zu Ihrer „Lifetime Experience“!

One&Only Le Saint Géran: www.OneandOnlyLeSaintGeran.com

Royal Palm: www.royalpalm-hotel.com

Le Touessrok: www.letouessrokresort.com

Banyan Tree, Mahé: www.banyantree.com

Frégate Island Private: www.fregate.com

Alle Hotels und Destinationen sowie weitere Reisehighlights der Sonderklasse für unvergessliche Ferientage sind buchbar über:

Legends Travel: www.legendstravel.ch

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