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SAPORE ITALIANO

Mit dem Cinquecento zur florentinischen Villa La Massald_no06_pdfteaser05.jpg
Text & Bilder: Sandra-Stella und Sebastian Triebl

Es war 21.29 Uhr, als wir die Emiglia Romana verliessen und toskanisches Territorium befuhren. Wir waren wie immer irgendwie zu spät dran. Der Mond schielte milchig blass durch die blauschwarzen Wolken, die wie Wattebausche am Nachthimmel hingen. Wir waren voller Vorfreude und mittlerweile auch schon recht hungrig. Die Autobahn schlängelte sich in kleinen, weichen Kurven einem Bergmassiv entlang. Unser Ziel: Florenz, respektive die Villa La Massa, Tochterhotel der bekannten Villa D’Este am Comersee. Man hatte sie uns mit den Worten empfohlen: „Wenn ihr mal so richtig ausspannen und gleichzeitig was erleben wollt.“ So richtig was drunter vorstellen konnten wir uns nicht, aber ausspannen klang schon mal richtig gut. Mit unserem kleinen Fiat 500 by Diesel tuckerten wir am späten Abend auf das Anwesen der Villa La Massa – wir fanden, das ist ein Auftritt mit Understatement.

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Die Luft war kühl, aber getränkt von Limetten- und Mandarinengeruch, von italienischen Kräutern, von einer unglaublichen Frische. Fröstelnd schälen wir uns aus dem vollgepackten Cinquecento. Antonella Chiesa, die Presseverantwortliche, läuft uns freudig strahlend entgegen: „Stella, benvenuto! Ihr solltet gleich zum Essen, die Küche schliesst alsbald und ihr solltet das doch noch geniessen.“ Gesagt, getan. Über einen kleinen Schotterweg stacksen wir durch den dunklen Garten zum „Il Verocchio“, dem hoteleigenen Restaurant, wo es bereits verführerisch gut nach italienischer Küche duftet. Auch hier werden wir namentlich und herzlich vom schlacksigen Chef de Service begrüsst. Es eröffnet sich uns ein schummrig beleuchteter, blassgrüner, hoher Speisesaal mit gewölbten Decken, schlammgrünen Säulen, Stühlen mit Stoffbezügen, auf welchen rot-grüne rustikale Blumenmuster prangen. „Ein Gläschen Vino?“ Oh, da sagen wir nicht nein und in Sekundenschnelle hat man uns einen 2005er „Batar“, einen vollmundigen und wohl strukturierten Weisswein aus der Region kredenzt. Wir bestellen uns Nudeln mit Trüffelsauce und erwarten unser Essen mittlerweile doch recht sehnsüchtig. Der Duft von frischer Pasta und nussig-kernigen schwarzen Trüffeln weht verführerisch durch die sich öffnende Küchentür. „Un po’ di pepe?“ – Ein bisschen frischen, grobkörnigen schwarzen Pfeffer aus einer überdimensional grossen Pfeffermühle darüber gestreut und schon steht unser Abendessen vor uns. Ich glaube, wenn wir uns hätten reinlegen können, wir hätten es getan. Küchenchef Andrea Quagliarella, bekannt und berühmt für exquisiteste toskanische Gerichte, hat sich selbst übertroffen. Welch atemberaubenden Start haben wir doch in unser kleines Entspannungswochenende! Glücklich, müde und wohlgenährt führt man uns in der Folge wieder durch den nächtlichen und nur spärlich beleuchteten Garten zurück zum Haupthaus, einer blassgelben Medici-Villa und dann hinauf ins oberste Stockwerk, wo uns eine Eck-Suite erwartet. Die Villa La Massa hat eigentlich nur Suiten – 35 an der Zahl plus einer Präsidentensuite, welche sich in einem separaten Gebäude, nah am Fluss Arno befindet – für all jene, die luxuriöse Ungestörtheit suchen. Unser kleines Reich für die nächsten zwei Tage hat dieses typisch toskanische Flair, welches gekonnt mit dem Stil einer italienischen Landvilla verbunden wurde, mit antiken Möbeln, alten Zeichnungen und Fotos an den weiss getünchten Wänden. Müde fallen wir ins hohe, überdimensional grosse Renaissance-Bett mit den kleinen Holzsäulen, den Engeln und blattgoldverzierten Drachen, die über uns wachen werden.

Normalerweise braucht es schon den Duft frisch gebackenen Brotes, um uns an einem freien Tag bereits in den Morgenstunden aus den Federn zu hieven. Doch die in der Morgensonne erstrahlende Schönheit der Toskana lockt uns schnell ins Freie. Endlich leuchtet die Villa La Massa in vollem Glanze der wärmenden Frühlingssonne. Das Umland des 5-Sterne-Hotels der Kategorie „The Leading Small Hotels of the World“ könnte schöner nicht sein, liegt es doch inmitten der weichen, grünen Hügel des Chianti-Anbaugebietes, durch welches sich der Arno schlängelt und wo Olivenbäume mit ihren silbern-grünen Blättern ins Sonnenlicht blitzen. Das Haupthaus, eine Medici-Villa aus dem 16. Jahrhundert, gehörte lange Jahre aristokratischen italienischen, englischen und russischen Familien, bis es im Jahr 1948 zum Luxushotel umgebaut wurde. Gleich nebenan eine kleine, ebenfalls blassgelbe Kapelle mit lediglich 25 Plätzen, die aus derselben Zeit stammt und in welcher, so erfahren wir, David Bowie geheiratet hat. Der geheimnisvolle Hauch von Celebrities weht ohnehin durch die Gänge des altehrwürdigen Gebäudes, nächtigten hier doch schon Gregory Peck, Winston Churchill oder Elizabeth Taylor. Die naturnahe Idylle der Villa La Massa eignet sich bis in die heutige Zeit hinein offenbar auch als Refugium für die Schönen und Reichen. Als wir da waren, munkelte man, dass man Bruce Springsteen auf dem Anwesen gesichtet haben soll.

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Wir durchqueren den blühenden Garten der Villa La Massa und freuen uns darüber, dass man hier zwar ein weitläufiges Grün vorfindet, dieses aber charmant, wenig streng und keineswegs künstlich angelegt wirkt. Zwischen den Häusern wartet ein kleiner Pool auf seine ersten Gäste, derweil schwimmt jedoch noch ein Entenpärchen genüsslich umher. „Das sind Gina und Gino. Die haben wir jedes Jahr hier, zumindest solange, bis wir das Chlor reingiessen“, erzählt uns einer der Angestellten. Auch das Stockentenpaar macht den Reiz dieses Ortes aus.

Das terrakottafarbene Nebenhaus, in welchem sich weitere Suiten, die Küche sowie das Il Verocchio befindet, muss ursprünglich eine Mühle gewesen sein und weist eine wunderschön schwungvolle Fassade auf. Wir setzen uns zum Frühstücken in die Sonne und geniessen den unkomplizierten Service. „Möchten Sie eigentlich bei Andrea Quagliarella einen Pasta-Kochkurs belegen?“, fragt uns Antonella Chiesa nach unserem zweiten Espresso. Eigentlich wollten wir mit unserem Cinquecento ins nur acht Kilometer entfernte Florenz fahren, um etwas unseren Shopping-Gelüsten zu frönen, doch angesichts dieses Angebots lassen wir uns gerne überreden, noch im Hause zu bleiben.

Zusammen mit drei attraktiven Damen aus Caracas lasse ich mich in der einfachen Küche von Andrea Quagliarella in die Künste des Pastakochens einführen. Wir fabrizieren Pastateig für Papardelle, fabrizieren Kartoffel-Gnocchi sowie Ricotta-Spinat-Ravioli, unterhalten uns auf Spanisch, Italienisch, Schwyzerdütsch. Mit seiner sonoren Stimme führt uns der charismatische Küchenchef in behäbigen Schritten sichtlich amüsiert durch sein Reich, zeigt uns riesige, eingelegte Steinpilze und frische Tomaten aus dem eigenen Garten, hält uns wohlriechende Salbeiblätter unter die Nase und verrät uns, vorauf bei der italienischen Küche zu achten ist. Und natürlich essen wir alles, was wir eben selbst an Pasta kreiert haben. Erstaunlich ist, wie simpel das Handwerk von Quagliarella erscheint, mit welch wenigen Zutaten die leckersten Speisen entstehen und welch intensiven Geschmack sie ergeben. „Es hängt alles von der Qualität der Grundzutaten ab“, murmelt der gebürtige Süditaliener. „Gutes Olivenöl, süsse Tomaten, herbes Basilikum und schon hast du das unglaublichste Mittagessen, welches du dir wünschen kannst.“ Mit einem eiskalt gekühlten Glas Gavi 2007 begeben wir uns auf die Terrasse mit Blick über den Arno und die weitläufigen Weinberge. „Eigentlich ist ja ein Unfall schuld daran, dass ich heute Koch bin“, verrät er uns und unter seinem ergrauten Schnurrbart zeigt sich ein breites Grinsen. „Ich war vielleicht zehn, als ich mit dem Fahrrad durch die Vitrine einer Pasticceria geflogen bin, weil ich einfach nicht mehr bremsen konnte. Und so musste ich unter den strengen Augen meines Vaters den Schaden beim Besitzer abarbeiten. So hat alles begonnen.“ Es entstand eine Liebe zu Speisen jeglicher Art, die sich bis heute fortgesetzt hat. Während andere Küchenchefs mit aufwändiger Molekularküche für Aufsehen sorgen, verzückt Quagliarella die Besucher mit einer im Ursprung bäuerlichen Küche, einer Ribollita, einer toskanischen Brotsuppe, die auf Basis eine Gemüsesuppe entsteht. „Gute Küche muss nicht kompliziert sein. Eine tolle Sauce ist in fünf Minuten zubereitet!“, so der passionierte Koch und Pferdenarr. „Kochen bedeutet eine ausgewogene Balance zwischen Kreativität und Präzision zu haben, welche in ein harmonisches Gefüge von verschiedenen Essenzen und Ingredienzien einfliessen muss.“ Andrea Quagliarella streicht mit den Händen über seinen leicht rundlichen Bauch. Traue nie einem dünnen Koch, schiesst es mir durch den Kopf. Doch hier ist offenbar keine Gefahr im Verzug. Andrea ist jemand, der liebt, was er selbst kreiert.

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Gina und Gino watscheln unbeirrt wenige Zentimeter an uns vorbei und wir begeben uns zum gemütlichen Nachmittagsespresso auf die Terrasse. Wir lassen uns den formellen, aber herzlichen Service Gefallen, der klassischen Musik, die aus den Boxen im Wipfel eines Baumes entgegensäuselt, dem Gezwitscher der Vögel und der erholsamen Ruhe. Das ist wahrer Luxus! – Während wir uns bereits vor Antritt der Reise über die zahlreichen Outlet Stores in der Nähe sowie die aufregendsten Shopping-Meilen in Florenz erkundigt haben, mag uns nun so gar nichts mehr von diesem idyllischen Ort wegholen. Lieber lassen wir uns durch die schönsten Suiten des Hotels führen, die, so unterschiedlich sie allesamt sind, eines gemeinsam haben: delikat im Stil, prätentiös von den Materialien her und einfach, was das Flair betrifft. Die entspannte Atmosphäre, die liebenswerten architektonischen Details und die zahlreichen Bilder und Fotos bieten einem beste Erholung vom Businessalltag.

Und wer dann doch noch, so wie wir auch, Richtung City düsen will, der kann das entweder mit einem Mietauto oder dem hoteleigenen Shuttle bewerkstelligen, der einen in wenigen Minuten direkt ins Herz der Künstlerhochburg bringt. Die Stadt von Julius Cäsar, die Wirkungsstätte von Donatello, Botticelli, Michelangelo, Machiavelli, Leonardo da Vinci, Galileo Galilei und – haben wir Dante schon erwähnt? – Eigentlich wäre Florenz eine Bildungsreise wert, ein Gang durch die zahlreichen Museen, Galerien, Kirchen, über die Plätze und Brücken dieser geschichtenreichen Stadt. Doch irgendwie zieht es uns weg von der städtischen Hektik zurück in unsere kleine Oase am Arno.

So lassen wir uns noch einmal vom Service des Michele Drusacchi verwöhnen, vom Rosso di Montalcino, vom eigens angebauten, kräftigen Natur-Olivenöl oder von Andrea Quagliarellas Ricotta mit Früchten und vom Tiramisu, die zusammen mit dem süssen Dessertwein Malvasia delle Lipari unwahrscheinlich gut schmecken.

Als uns die Südamerikanerin Luisa Fernanda Diaz, die Verantwortliche für „Guest Relations“, am nächsten Morgen verabschiedet, steht unser Cinquecento abfahrbereit vor einem mittelalterlich aussehenden Steingemäuer. „Das wird mal unser Spa! Aber Sie können sich vorstellen, wie schwierig es ist, in Italien ein denkmalgeschütztes Haus umzubauen.“ Die Herzlichkeit, mit der die Villa La Massa von Marco Montagnani geführt wird, lässt uns nur schwer Abschied nehmen. Denn zu Hause wartet schon wieder eine Menge Arbeit auf uns, und die liess sich doch an diesem wunderschönen Plätzchen so angenehm verdrängen. „Ci vediamo!“, ruft Luisa hinterher. Im Rückspiegel sehen wir sie noch eine ganze Weile winken, bis wir in den Gassen von Candeli ihren Augen entschwinden. Ein paar Minuten fahren wir schweigend dahin, lassen die Fenster runter und atmen noch einmal in tiefen Zügen den betörenden Lavendelduft der Toskana ein.

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Weiterführende Informationen:
www.villalamassa.com (Doppelzimmer in der Nebensaison ab EUR 465.00)
www.aboutflorence.com
www.florentinermuseen.com
www.florenceart.it
www.fiat500.com

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