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mama-at-work-main„Z WIE IM ZWEIFELSFALL“

Sechs Monate führe ich nun schon mein Leben als „working mum“ und schreibe diese Zeilen während meines ersten Urlaubs, den ich, bis wir im Auto sassen, schon gar nicht mehr antreten wollte.

Es begann eine Woche vor der geplanten Abreise, als ich gewahr wurde, dass meine (privaten wie beruflichen) To-do-Listen Ausmasse annahmen, die gefühlt einer ernst zu nehmenden Tsunamiwarnung gleichkamen. Nur dass ich mich, statt mich auf den Berg zu retten (dort wäre die Übersicht sicher auch besser gewesen), am liebsten hingelegt und totgestellt hätte. Mein Energiepegel stand auf minus, und ich wollte gerade nicht einmal mit mir selbst etwas zu tun haben. Ich brauchte eine Auszeit, die mir ja unmittelbar bevorstand – und gefahren sind wir dann am Ende ja doch!

Derlei harte letzte Etappen werden Ihnen, geschätzte Leserinnen und Leser, wahrscheinlich nicht unbekannt sein. Dazu muss man nicht Mutter werden. Das Gute daran: Man schafft sie immer irgendwie.

Rückblickend ist es das aber natürlich alles wert. Letzte Etappe inklusive. Dennoch beschleichen auch mich regelmässig Zweifel, ob ich meinem Sohn mit unserem Arrangement gerecht werde. Ob er während unserer limitierten Zeit genug von mir bekommt – und damit meine ich definitiv nicht Materielles. Die Phasen der Kinder scheinen dabei mit den Phasen der Eltern einherzugehen, so zumindest in meinem Fall. Wir sind nämlich gerade beide in der Anhänglich-Phase – er tut das lautstark und tränenreich kund, wenn ich morgens das Haus verlasse, und ich brauche danach erstmal ein Telefonat mit meiner besten Freundin, die dasselbe gerade mit ihrer gleichaltrigen Tochter durchmacht.

In solchen Phasen finde ich mich nächtens vorm Computer, Bücher zur Kindesentwicklung bestellend und mich durch diverse Foren googlend, stets argwöhnend, dort etwas zu lesen, was mich in meinen nagenden Zweifeln bestätigen könnte … Dann hilft wieder nur ein Telefonat mit der Freundin oder Zeit für mich, mit der ich bisweilen aus oben beschriebenem Grund zu knauserig bin.

Ein Beispiel: In der Theorie wissen wir alle, wie es geht und gut funktionieren kann. Aber da habe ich mich doch gestern tatsächlich ein bisschen schlecht gefühlt, als ich meinen Sohn in der Kinderbetreuung des Hotels (freudig spielend!) zurückgelassen habe. Paradox. Die kluge Frau bucht vorausschauend den Rundum-Service für Familie und Kind und hat am Ende ein schlechtes Gewissen, wenn sie ihn in Anspruch nimmt. Heute war es etwas leichter, denn jetzt „muss“ ich ja etwas tun … Freilich etwas, das ich will, aber für ein inneres Alibi hat es gereicht.

Und wissen Sie was? Jetzt geniesse ich es. Hurra! Ich habe Urlaub! Der Nachwuchs streichelt im Augenblick wahrscheinlich das ein oder andere Tier, tobt mit seinen Gspänli (was die viel besser können als ich) und ich, ich freue mich, dass er wiederkommt, nicht gleich, aber in einer halben Stunde…

Will sagen – und zum Glück bestätigt mir das im Zweifel dann auch der eine oder andere Autor: Probieren geht über Studieren. So platt die Binsenweisheit daherkommt, so sehr bewahrheitet sie sich für mich in diesem Augenblick.

Es grüsst Sie hier, jetzt und herzlich Ihre
Ariane Mellenthin

PS: Übrigens: Die Kombination Kind, Beruf und Zeit für sich selbst gestaltet sich eher für (schweizer-)deutschsprachige Kulturen schwierig. Wenn ich mich mit meinen französischen Kolleginnen austausche, kommt das jedes Mal einem erleichterten Seufzer gleich. Und auch da gibt uns die Wissenschaft mittlerweile Recht: Es gibt keinen Beweis, ob die besseren Mütter (mit den zufriedeneren Kindern) nun lieber berufstätig sein sollten oder nicht. Aus persönlicher Beobachtung möchte ich anfügen, dass berufstätige Mütter langfristig offenbar zufriedener sind. Aber das Thema hatten wir ja bereits.

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