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mama-at-work-mainWEITWINKEL STATT MIKROSKOP

Ich sitze im Zug entlang des schönen Genfersees. Es war früh heute morgen, gefühlt noch viel früher als tatsächlich … Nach einem Abend, an dem ich nicht mit den Hühnern, aber mit meinem Sohn zu Bett gegangen bin, oder sagen wir: an dem mich der Schlaf an der Bettstatt des Kleinen übermannte und erst irgendwann gegen Mitternacht zerknittert aufwachen liess, nur damit ich eher schlecht gelaunt noch schnell notieren konnte, woran ich wegen verlorener Abendstunden in aller Herrgottsfrühe noch zu denken haben werde. Das ist nur eine winzige Episode aus meinem Leben als berufstätige Mutter und es gibt Tage, an denen ich nichts Besseres zu tun habe, als diese Ereignisse unter mikroskopischer Linse zu betrachten und sie zum prägenden Erlebnis meines Tages zu machen. – Solche Tage sind dann bereits gelaufen, ehe sie auch nur begonnen haben.

Zum Glück schickt man mich beruflich auch auf Reisen. Und wenn ich die Gelegenheit nutze (Sie sehen, das ist etwas sehr Aktives), sanft durch die Landschaft getragen oder schwerelos über den Wolken schwebend, das Mikroskop gegen ein Weitwinkelobjektiv auszutauschen, dann bin ich einfach zufrieden und dankbar – für all das, wovon ich Teil sein darf.

Was hat das nun mit meinem Leben als „working mum“ zu tun? Sehr viel, meine ich, kann und möchte aber nur für mich persönlich sprechen. Ob es die Kombination aus Kind und Beruf verursacht hat, kann ich mit Genauigkeit nicht sagen. Ich beobachte nur, dass sich diese Weitwinkelperspektive seitdem und mit weitaus höheren Halbwertszeiten in mein Leben eingeschlichen hat.

Es ist eine neue Qualität, die ich einmal zu formulieren versuche. Ich bemerke, dass ich mich emotionaler erlebe, emotionaler im Sinne von berührbarer für das, was gerade im Augenblick passiert, und nicht das, was mein Hirn daraus macht. Die schützende Hülle aus Routine und Gewohnheit hat Risse bekommen, zugunsten von Ad-hoc- Management unvorhergesehener Ereignisse bis hin zu bisweilen empfundenem Chaos. Aber das ist nicht schlimm, ganz im Gegenteil – ich bin wieder reicher geworden, um viele Facetten des Erlebens, die sich unmerklich aus meinem Leben geschlichen hatten. Freilich gibt es auch in meinem Alltag unzählige Ereignisse, die mich für eine Weile stecken bleiben lassen, in unerwünschten Zuständen, Emotionen, Zwängen. Und allesamt könnten sie dazu beitragen, dass ich mich für den Augenblick besonders „arm dran“ fühlen könnte. Gerne verbohre auch ich mich dann in der kleinteiligen Sezierung meines momentanen Kosmos und bekomme zwangsläufig noch mehr hässliche und detaillierte Ansichten vom Gleichen.

Wenn ich mich heute einmal mehr an solchen Punkten finde – und das Leben der berufstätigen Mutter ist geradezu prädestiniert dazu – entdecke ich aber doch immer öfter ein Licht am Ende des Tunnels der eigenen Entwicklung. Es gelingt mir in der Tat immer erfolgreicher (heisst schneller), mich nicht komplett mit den (unerwünschten) Umständen zu identifizieren, sondern sie maximal da und das sein zu lassen, was sie sind: ziemlich bescheiden – für den Augenblick.

Immer dann, wenn es mir gelingt, meine Interpretation der Umstände für einen kurzen Moment zur Seite zu legen, einen Schritt zurück zu treten, abzugeben oder wie Sie es auch immer nennen wollen, passieren erstaunlicherweise ganz andere Dinge als die, die sich mit der mikroskopischen Linse betrachtet zwangsläufig ereignen müssten und dies meist auch tun … In der Regel (das heisst mit einer gewissen Zuverlässigkeit) präsentieren sich mir dann – wider Erwarten – positive Umstände, elegante Lösungen und unerwartete Wendungen.

In diesem Sinne, liebe Ladies – Drive und Overdrive sind zweifelsohne attraktiv. Spannend finde ich jedoch auch, dass schlaue Menschen beim Bau von Automatikgetrieben den Leerlauf „N“ für „neutral“ kreiert haben. Eine, wie ich finde, passende Eselsbrücke für die Portion gesunde Distanz – durch gedankliches Innehalten – zu dem, was sich uns im Augenblick als (unangenehme) Realität präsentieren möchte. Ich betone, meist nur im Augenblick … Denken Sie daran, das nächste Mal, wenn Sie an der Ampel stehen.

Herzlich Ihre, Ariane Mellenthin

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