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LIVE YOUR DREAM

VISIONEN, MUT, MEDITATION. WOVON TRÄUMEN SIE? WISSEN SIE, WO IHR WEG SIE KÜNFTIG HINFÜHREN SOLL? WAS SIE ERLEBEN UND ERFAHREN WOLLEN? LEBEN SIE IHREN TRAUM?

Wenn Sie nun ins Stocken kommen, können Sie gar nicht anders, als weiterzulesen. Wir alle träumen hin und wieder davon, wie es wohl wäre … Tja – der Konjunktiv ist ein listiges Ding! Er zeigt an, dass eine Möglichkeit mit unklarer Eintretenswahrscheinlichkeit besteht. Nun, vielleicht ist es ein naiver Traum, zu hoffen, dass wir alle das tun, was uns, unseren Talenten und Bedürfnissen entspricht. Aber einen Traum, seine persönliche Vision aufzugeben, hiesse zu kapitulieren. Vor sich selbst.

Mahima Lucille Klinge, Dechen Shak-Dagsay und Julia MissChievous leben ihren Traum. Lassen Sie sich deshalb doch einfach etwas inspirieren, ermutigen, anstecken von drei wunderschönen, mutigen und intelligenten Frauen, die sich gewagt haben, den eigenen Weg unter die Füsse zu nehmen, komme, was wolle!

„Visionen sind wichtig. Sie prägen unsere Gedanken, unseren Weg.“

Die tibetische Mantras ängerin Dechen Shak -Dagsay über grosse Glücksmomente und zweite Chancen
Dechen Shak-Dagsay ist eine Tibeterin, die seit der Kindheit mit ihrer Familie in der Schweiz lebt. Sie ist mit dem tibetischen Naturheilpraktiker Dr. Kalsang Shak verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Töchtern. Nach einer Ausbildung im Banking ist Dechen 20 Jahre lang als Marketingspezialistin tätig. Die Musik hat sie indes nie losgelassen. Dechen hat bereits als kleines Mädchen gemerkt, wie sie mit Gesang Menschen glücklich machen kann. Dass sie Singen nun professionell ausüben kann, bedeutet ihr viel. Wenn man seine Berufung zum Beruf machen kann, ist das wunderschön und macht so richtig glücklich. Als ich Dechen in Feusisberg, nahe ihres Wohnortes, treffe, kann ich es ihr ansehen.

Ladies Drive: Dechen, deine erste CD kam 1999 auf den Markt – aber wie und wann hast du gespürt, dass ausgerechnet das Singen von Mantras deine Passion ist?
Dechen Shak-Dagsay: Ich habe schon immer gerne gesungen – in der Schule, daheim. Ich bin in der glücklichen Situation, in zwei Welten gross geworden zu sein. In der Welt meiner Wurzeln – dem Tibet – und hier in der Schweiz. Beide Welten durfte ich in mir aufnehmen und beide wurden etwas ganz Natürliches für mich. Die Mantramelodien komponiere ich selbst. Es ist mein Wunsch, die Essenz der Mantras den Menschen hier zu übermitteln und sie ihnen näher zu bringen. Losgelöst von dem ganz traditionellen tibetischen Gesang.

Wer hat dich auf deinem Weg begleitet oder beeinflusst?
Mein Vater, ein bedeutender tibetischer Lama, spielte eine wichtige Rolle. Er hat 1999 ein Buch über Meditationsanweisungen und Philosophie veröffentlicht. Das Buch sollte für alle zugänglich sein, nicht nur für Buddhisten. Er bat mich, den Mantras im Buch eine Melodie zu geben. Ich war sehr dankbar, diese Aufgabe übernehmen zu dürfen. Von den positiven Reaktionen der Menschen war ich sehr überrascht – und dies war die schönste Motivation, in dieser Richtung weiterzugehen.

Deine Familie war also wichtig für dich und deine Musik?
Meine Mutter hat mir immer gesagt, dass ich etwas Spezielles bin und hat mich ermutigt, auf mein Herz zu hören. Das habe ich auch an meine Töchter weitergegeben, denn ich glaube, das gibt einem Kind viel Kraft. Eine wichtige Erfahrung war auch ein Konzert in Zürich – das erste grosse Konzert überhaupt, welches auf ein Radiointerview folgte. Das Konzertlokal war ausverkauft – was mich überwältigt hat. Eine sehr schöne Erfahrung!

Ein Mantra ist ja nichts, was wir auf Anhieb verstehen. Was kommt denn bei den Leuten an, wenn du zu ihnen singst?
Jedes Mantra hat die Eigenschaft, den Geist und die Gedanken zu beruhigen. Wenn sich die Gedanken beruhigen, beruhigt sich der Körper und man entspannt sich. Das beobachte ich immer wieder an den Konzerten. Die Leute lassen sich in den Bann der Mantras ziehen. Bereits mein erstes Album hat in der Schweiz Goldstatus erreicht – und das liegt nicht nur an den vielen Tibetern, die hier leben (lacht)! Es zeigt mir, dass die Leute wirklich berührt sind.

Wo holst du dir deine Inspiration?
Vor allem bei den Kompositionen der ganz alten Melodien und der ursprünglichen Mantras, die zum Teil sehr archaisch sind. Ich interpretiere sie dann aber anders, in meinen Melodien – so, wie ich sie am meisten spüre.

Wie sieht deine Vision aus?
Eine Vision zu haben, ist sehr wichtig. Diese prägen unsere Gedanken und sie helfen, dass wir uns nicht verzetteln und unseren Weg gehen. Meine Vision ist der Wunsch, dass meine Musik dort, wo sie überall gehört wird, ein Feld von Ruhe, Versöhnung, Toleranz und Respekt kreieren kann. Buddha hat gelehrt, dass der Klang eines Mantras der direkteste Weg zur eigenen, wahren Natur ist und quasi eine Brücke ist, um sich wieder mit seinem Innersten zu verbinden. Manchmal ist diese Brücke ja unterbrochen. Darum ist es mein Wunsch, dass sich meine Musik verbreiten kann und Zugang zu den Menschen findet.

Lebst du deinen Traum?
Ja. Jedes Mal wenn ich ein Konzert gebe und die Menschen sehe und spüre, welche Wirkung meine Musik hat, dann gibt es nichts Schöneres für mich. Das ist der Sinn dieser Mantras. Sie wirken und wachsen direkt in den Herzen der Menschen.

Wie ist es für dich, dass sich nun so viele Leute und die Medien sich für dich interessieren?
Mein erstes Album wurde 1999 veröffentlicht. Seither bestand immer ein wenig Medieninteresse. Dieses Interesse habe ich sehr geschätzt. Jedoch war ich immer der Meinung, dass meine Person nicht das Wesentliche ist, sondern meine Musik sollte im Vordergrund stehen. Meine Konzerte empfand ich nicht unbedingt als notwendig – die Musik kann man über andere Medien, wie auf CD, hören. Meine Mutter organisierte schliesslich einen Benefizabend in einer Kirche. Thema waren unsere Projekte in Tibet. Sie bestand darauf, dass ich dort die Mantras singe. Das war dann mein erster öffentlicher Auftritt und gleichzeitig ein Schlüsselerlebnis. Die Kirche in Zug war bis auf den letzten Platz besetzt. Ich war sehr nervös, war dann überrascht, wie gut es lief und die Leute waren sehr berührt. Ich selbst hätte nicht den Mut dazu gehabt!

Was macht es aus, dass die Menschen so berührt sind?
Im Zentrum stehen die Mantras. Diese tragen eine ganz bestimmte positive Energie, welche sich überträgt. Es ist wichtig, mit welcher Einstellung ich die Töne singe. Ich singe jeden Ton mit einer ganz bestimmten Haltung. Ich möchte Geborgenheit und Liebe mitgeben. Jeder Klang trägt eine Botschaft und diese ist universell, es braucht keine Sprache – wir verstehen den Klang mit unserem Herzen. Auf dieser Ebene gibt es keine Begrenzungen mehr. Mein Mann, als Mediziner, beschreibt es so, dass meine Stimme diese Verbindung zum Innersten der Menschen herstellen kann und darum die Menschen so berührt sind.

Ist das nicht auch enorm schmeichelhaft für dich, zu spüren, was du für eine Wirkung auf die Menschen hast?
Ja, natürlich, das ist wunderbar und das grösste Geschenk. Im Buddhismus geht es aber vor allem darum, seinen Egoismus zu reduzieren und darum ist es für mich auch eine wunderbare Schule. Gerade weil es wichtig ist, dass man sich nicht zu ernst nimmt. Sonst wird es sehr schwer. Aber ich finde es schön, bei den Menschen das zu öffnen, was im Prinzip bei jedem einzelnen vorhanden ist. Wichtig ist es, die innere Ruhe und Ausgeglichenheit immer wieder herzustellen, sonst werden wir krank. Dies gerät in der heutigen, schnelllebigen Gesellschaft oft etwas in Vergessenheit.

Woher nimmst du die Kraft?
Ich bin sehr dankbar für das, was ich tue. Das mache ich auch im Gebet. Auch die Rückmeldungen der Menschen, denen meine Musik geholfen hat, geben mir viel zurück. Mit dem Album JEWEL wollte ich mich vor allem auf die Lebensfreude und die positiven Lebensereignisse konzentrieren, die Musik soll uns begleiten, auch in den schönen Momenten des Lebens. Dank der genialen musikalischen Umsetzung meines Produzenten Helge van Dyk erreichen die Mantraklänge auf JEWEL erstmals auch eine neue Zuhörerschaft, die sonst den Zugang zu diesen Mantras nicht hat.

Bist du auch Widerständen in deinem Umfeld begegnet?
Nein, eigentlich nicht. Viele haben mich ermutigt, diesen Weg zu gehen. Ich sehe die Sinnhaftigkeit in dem, was ich mache und glaube, dass dies von den Menschen so verstanden wird. Auch meine Familie – insbesondere mein Mann – haben mich immer sehr unterstützt. Mein Mann sagt mir immer, meine Stimme habe eine heilende Wirkung.

Wie fühlst du dich selber, wenn du auf der Bühne stehst und singst?
Es ist ein sehr schönes Gefühl, diese Mantras zu singen und zu sehen, wie sich die Leute entspannen. Nach den ersten Klängen beruhige ich mich selbst mit meiner Stimme (lacht).

Die Mantras wirken also auch auf dich?
Ja, auf jeden Fall, in dem Moment, in dem ich die ersten Takte gesungen habe, bin ich bereits in einer anderen Welt. Ich singe in dieser inneren Stimmung weiter. Natürlich singe ich für die anderen, wenn ich merke und weiss, mein Gesang gefällt und „kommt an“ – aber auch mir tut es gut. Ich habe in diesem Rahmen eine grosse Freiheit. Ich habe auch das Glück, für die aktuelle Konzertreihe mit fantastischen Musikern zusammenzuarbeiten.

Welches war dein glücklichster Moment?
Ein besonderer Zeitpunkt: ich erhielt die Anfrage, für Seine Heiligkeit zu singen. Diesen Moment der Anfrage werde ich nie vergessen. Es war fast surreal – und man entrückt ein wenig der Realität. Ich habe dann tatsächlich für Seine Heiligkeit gesungen – im Olympiastadion München vor 10’000 Leuten. Dies war der Auftakt von insgesamt sieben Treffen, bei denen ich für ihn singen durfte. Jedes Mal ein unglaubliches Erlebnis.

Was möchtest du den Leuten mit auf den Weg geben?
Das beständige Glück, das Glück, welches dauerhaft ist, tragen wir in uns. Wenn wir einen Moment des äusseren Glücks erfahren, ist das zwar auch schön, aber meist nicht von grosser Dauer. Aber wenn wir wirklich clever sind, dann suchen wir das Glück am richtigen Ort. Ich denke, man sollte sich manchmal etwas mehr Zeit nehmen – für sich und für andere. Es ist eigentlich ganz einfach! Da dieses Interview vermutlich sehr mobile Frauen – und Männer – lesen, möchte ich gerne mit einem Augenzwinkern etwas hinzufügen: Mein erstes Album, DEWA CHE, sollte man nicht unbedingt im Auto hören. Es ist dermassen entspannend, dass ich keine Verantwortung übernehmen kann, dass Sie nicht geistig abheben und erst wieder zu sich kommen, wenn Sie am Ziel angekommen sind! Das aktuelle Album JEWEL, das in Zusammenarbeit mit Helge van Dyk entstand, ist hingegen bestens dafür geeignet. Die Mantraklänge auf JEWEL bewirken ein angenehmes Beruhigen unnötiger Gedanken und fördern die guten Gedanken. Man überwindet hoffentlich etwas leichter die Hektik im Verkehr und die lästigen Staus. Am Ziel angelangt, sind die inneren Energiequellen wunderbar aufgetankt.

Dechen Shak-Dagsay wird übrigens Podiumsgast des Ladies Drive- Bargesprächs am 5. Juli 2012 sein. Wir freuen uns sehr darauf, denn ich kann nur bestätigen, wie faszinierend es ist, ihr zuzuhören, wenn sie uns in ihre Welt der Mantras mitnimmt.

Für Dechen scheint es das Natürlichste der Welt zu sein. Während ich mir auf der ganzen Heimfahrt noch Gedanken über unser Gespräch mache, kann ich es kaum erwarten, zu Hause angekommen die Termine ihrer aktuellen Tournee zu recherchieren. Das Timing hierfür ist perfekt, tourt sie doch derzeit mit „Das Zelt“ durch die Schweiz.

Weiterführende Informationen: www.dechen-shak.com Tickets unter www.starticket.ch Anmeldung Bargespräche via Formular unter www.ladiesdrive.tv (mit Dechen Shak-Dagsay am 05.07. im Giardino Verde Uitikon zum Thema: Extraordinary Men and Women in Extraordinary Jobs).

Mit Meditation den eigenen Weg besser erkennen – Mahima Lucille Klinge

Mit Meditation den eigenen Weg besser erkennen – Mahima Lucille Klinge
„Es geht darum, deine Träume hier und jetzt zu leben“

MAHIMA LUCILE KLINGE ÜBER MUT – UND MEDITATION

Mahima Lucille Klinge ist eine einnehmende Persönlichkeit. Wo sie eintritt, tritt sie in Erscheinung. Man dreht sich nach ihr um, neugierige Blicke verfolgen sie. Es mag an ihrer starken Ausstrahlung liegen – aber mit Sicherheit auch an ihrer faszinierenden Schönheit.

Die 41-jährige Mahima wuchs in Simbabwe auf. Das Leben führte sie an so manchen Ort – doch die Liebe führte sie schlussendlich in die Schweiz, wo sie, ebenso wie ihre Schwester, mittlerweile seit Jahren ihr Zuhause gefunden hat.

Ihre Mutter ist schon verstorben – und über den Vater weiss sie kaum etwas. In ihr Heimatland reist sie nicht mehr oft. Mahima ist ihr spiritueller Name und bedeutet „die Majestätische“. Sie lebt mit ihrem Mann in Zürich und arbeitet als selbstständige Meditationslehrerin und Coach.

Mahima äussert Sätze voller Weisheit wie etwa: „Träume sind unsere Hoffnungen für dieses Leben“ oder „Visionen sind unsere Ziele und die Wahrnehmung, welche uns hilft, unsere Träume im Leben zu verwirklichen“. Gleichzeitig wirkt sie sehr bodenständig und vor allem absolut überzeugend.

Meditation ist dabei die Basis von allem, was Mahima tut. „Ohne Meditation würde ich nie coachen. Denn Worte können nie so tief gehen. Mit Hilfe von Meditation können Menschen etwas erfahren und diese Erfahrung gibt Gewissheit. Durch Meditation können wir Worte wie ‚öffne dein Herz‘ als direkte kraftvolle Erfahrung eines offenen Herzens erleben und nicht lediglich hören.“

Ich treffe Mahima zum Mittagessen in Zürich, um mit ihr über ihr Leben und ihre eigenen Träume und Visionen zu sprechen. Kurzfristige Terminverschiebungen und Erkrankungen im Team bringen gerade meine Pläne ziemlich durcheinander und ich erscheine etwas hektisch zum Interview. Nach kurzer Zeit war ich jedoch völlig eingenommen von Mahimas ruhiger und authentischer Ausstrahlung. Mahima hat ihre Passion gefunden und lebt ihre Visionen und Träume. Daran habe ich keine Zweifel.

Schon mit 23 Jahren begann ihre Reise und sie entdeckte, dass Meditation und Coaching zu ihrer Bestimmung gehörten. Andere Leidenschaften wie das Singen oder Malen probierte Mahima zwischendurch ebenso aus, aber sie kam immer wieder auf die Meditation und ihren spirituellen Weg zurück, der in Indien einst begann. „Egal wie dein Weg aussieht, wichtig dabei ist, nie anzuhalten, den Weg immer weiterzugehen“, so Mahima.

Während eines dreiwöchigen Ferienaufenthaltes in Indien nach ihrer Scheidung besuchte Mahima einen Ashram und machte erstmals Bekanntschaft mit Meditation. Obwohl sie davor keine Vorstellung davon hatte, machte die Meditation für sie sehr viel Sinn: „Ich wusste nicht, dass ich auf der Suche war. Aber plötzlich war es da, ich hatte etwas gefunden! Es war, als wäre da schon immer ein Samen gepflanzt gewesen und plötzlich fängt an, ein Baum zu wachsen.“

Aus diesen drei Wochen wurden insgesamt 18 Monate und sie kehrte völlig verändert zurück – ihr Umfeld nahm sie jedenfalls anders wahr. Gelassener und glücklicher.

Ladies Drive: Mahima, glaubst du, alle Menschen brauchen Träume und Visionen in ihrem Leben?
Mahima Lucille Klinge: Ich glaube, das sollten alle haben! Alle Menschen brauchen Träume und Visionen und alle tragen grundsätzlich Zufriedenheit und Glück in ihrem Inneren. Die Frage ist, ob wir das leben, ob wir uns selbst erlauben zu wachsen und ob uns vielleicht jemand von aussen dabei unterstützen kann.

Es ist auch eine Sache der Intuition. Erlauben wir es uns, auf unser Herz zu hören?
Als wir jünger waren, war es oft einfacher, seinen Träumen und Visionen zu folgen. Je älter wir werden, desto rationaler werden wir und der Kopf schaltet sich stärker ein. Wir entfernen uns vom Intuitiven. Manchmal sind es traumatische oder grosse Ereignisse in unserem Leben, wie zum Beispiel der Tod einer nahestehenden Person, die uns veranlassen, anzuhalten und zu überlegen, hey, was mache ich eigentlich mit meinem Leben?

Wie können uns Träume und Visionen helfen?
Träume und Visionen geben unserem Leben Fokus, Bedeutung und Richtung.
Je klarer dies für dich ist, desto einfacher wird es, im Moment zu leben.
Und weil dein Weg nun klar vor dir liegt, musst du vertrauen haben und daran glauben, dass du alles Gute, was dir geschieht, auch verdienst. Wir limitieren uns meist selbst durch unsere Gedanken, in dem wir den Fokus falsch legen.

Was unterscheidet Träume von Wünschen?
Träume kommen vom Herzen, während Wünsche, im Sinne von Verlangen, mehr dem Kopf zugehörig sind.
Zufriedenheit kann man nicht erlangen, indem man nur sein Verlangen stillt. Zum Beispiel wünschst du dir die neuste Designer- Handtasche oder Jimmy-Choo-Schuhe. Diese Dinge werden dich für eine kurze Zeit auch bestimmt sehr glücklich machen, sie geben dir vielleicht einen Kick. Aber sie werden dir nicht dabei helfen, deinen Seelenfrieden zu finden.
Verlangen gleicht einem endlosen Zyklus, sobald das eine erfüllt ist, erscheint das Nächste. Zufriedenheit und Erfüllung sitzen tiefer und sind spiritueller.

Waren dir deine Vorstellungen über dein Leben schon immer so klar vor Augen?
Eine meiner frühen Visionen hatte ich nach meinem Aufenthalt in Indien. Ich wollte mein eigener Chef sein. Das ist ein Traum, dem ich in den vergangenen 20 Jahren immer gefolgt bin. In den 20 Jahren habe ich insgesamt nur 8 Monate für andere gearbeitet, ansonsten habe ich immer selbstständig arbeiten dürfen und bin dabei meinem Herzen und meinen Träumen gefolgt und bin dabei sehr dankbar, zufrieden und erfüllt.

Heisst das, du lebst deinen Traum bereits?
Zu 100 Prozent! Träume entwickeln sich laufend, weil sich die Welt und auch wir uns laufend verändern und wachsen. Manchmal verliert man auf dem Weg die Leidenschaft für etwas. Dann muss man sich selbst erlauben, sich zu verändern. Wichtig ist, auf sich zu hören und immer wieder zu überprüfen, ob mich das wirklich glücklich macht. Ich nenne das auch Reflexion mit dem Herzen – so erreicht man es, seinen Träumen und Zielen weiter zu folgen und an sich zu glauben. Es geht immer um den Weg, um die Reise. Wenn wir uns auf der Reise nach Mailand nur darauf konzentrieren, in Mailand anzukommen, verpassen wir die ganze Zugfahrt und alles, was wir währenddessen erleben und sehen.

Wir sollten die Reise geniessen und dabei entspannen, dann fällt uns vieles leichter. Man kann es auch so betrachten: Das Einzige, was sicher ist im Leben, ist, dass wir sterben. Alles davor ist eine Reise. Nun kommt es auf unsere Haltung an, können wir die Reise geniessen und haben wir Freude daran?

Gab es in deiner Familie, in deinem Umfeld Menschen, die dich auf deinem Weg begleitet oder unterstützt haben?
Als ich nach eineinhalb Jahren aus Indien zurückgekehrt bin, haben mir die Leute gesagt, wow, du hast dich verändert. Ich war glücklich! Vorher war ich eine ernsthafte junge Frau, die das Leben sehr ernst genommen hat, und nun lachte ich plötzlich viel. Ich sagte zu den Menschen, dass ich gemerkt hätte, dass das Leben nicht so kompliziert sei, wie ich immer glaubte. Früher wirkte dies sehr abstrakt auf die anderen. Heute erlebe ich die Leute offener, viele machen Yoga oder schauen Filme, in denen es genau um das Thema geht: Wie finde ich mehr Friede und Glück in meinem Leben und wie nehme ich mich dabei nicht allzu ernst. Mit meiner Mutter und meiner Schwester redete ich viel über meine Erfahrungen. Meine Schwester ist heute eine grosse Unterstützung für mich und auch sie meditiert viel.

Wenn man sich verändert, lässt man dabei manchmal auch Menschen, die einem nahe stehen, zurück.
Ja, das kann passieren. Manchmal versuchen dich Leute in deiner Entwicklung zurückzuhalten. Wenn du dich entwickelst und auf deinen positiven Weg kommst, fällt alles, was du nicht brauchst, weg und das könnte natürlich auch negative Beziehungen beinhalten. Das ist mir auch passiert. Als ich zum Beispiel wieder nach Indien reisen wollte, haben mir viele gesagt, komm, lass es doch gut sein, du warst ja schon dort, und obwohl ich noch nicht das ganze Bild kannte, wusste ich in meinem Herzen, dass ich auf dem richtigen Weg war und wieder nach Indien reisen musste. In meinem Fall war es ein Prozess von etwa sieben Jahren, bis ich wusste, dass ich anderen Menschen helfen möchte, und mit dem Coaching anfing.

Wie gehst du konkret in deiner Arbeit vor?
Ich liebe es, Leuten dabei zu helfen, ihre Träume zu erreichen, indem sie sich klar werden, welches ihre Träume sind. Der nächste Schritt ist dann, an der Vision zu arbeiten und Ziele zu definieren, welche helfen, da hinzukommen, wo sie hinkommen wollen. Dann brauchst du Inspiration und Motivation, um auf diesem Weg zu bleiben. Meditation bietet eine Fülle von Inspiration und Motivation.

Wie grenzt du dein Privatleben und deine Arbeit voneinander ab?
Beides geht Hand in Hand, ich teile viel von meinem Leben mit meinen Kunden, ich erzähle schon mal von meinen Erfahrungen, das braucht es auch, da bin ich sehr offen. Aber wenn ich mit jemandem sehr intensiv arbeite, kann ich die Person nicht noch privat auf einen Drink treffen. Da muss ich schon auf Grenzen achten.

Wenn man in einer Situation steckt oder etwas tut, was einem nicht entspricht, was kann man tun?
Wir können die Welt nicht ändern, aber wir können unsere Perspektive oder unsere Haltung ändern. Wir können eine andere Perspektive einnehmen und Dinge anders betrachten, dann wird es einfacher und der Fokus verschiebt sich. Meditation ist dabei ein sehr hilfreiches Instrument, weil sie uns dabei hilft, eine andere Perspektive zu schaffen, indem wir uns auf das Einnehmen einer positiven Haltung konzentrieren. Uns stehen so viele Optionen offen! Wir sollten uns auch immer wieder ins Bewusstsein rufen, was wir schon alles erreicht haben.

Wie können wir mit Ängsten umgehen, behindern Ängste nicht unsere Träume?
Es ist immer gut, genau hinzuschauen und sich mit Ängsten zu konfrontieren, zu verstehen, warum uns etwas Angst macht. Dann kann ich damit umgehen. Meditieren kann hier auch wieder wunderbar helfen, eine andere Betrachtungsweise anzunehmen, das Vertrauen in uns zu finden. Das Einzige, was zwischen uns und unseren Träumen steht, sind wir selbst. Wir sind unser schlimmster Kritiker und Feind. Es ist gut, wenn wir uns bewusst darüber sind, wie wir uns selbst limitieren, nämlich durch unser Denken. Dies beeinflusst unser Handeln und unsere Überzeugung darüber, was möglich ist und was nicht. Woran du auch immer glaubst, du hast recht!

Das Leben stellt uns doch manchmal Stolpersteine?
Ja, erwarte immer auch Ärger auf deinem Weg – das Leben ist voller Gegensätze! Das Leben wird uns immer wieder fordern. Wir dürfen keine Angst haben, zu versagen oder Fehler zu machen. Die Strasse zum Erfolg ist manchmal voll von misslungenen Versuchen. Wir lernen aus Fehlern und die Chance ist gross, dass wir da hingelangen, wo wir hin wollen, wenn wir es immer wieder versuchen und dabei unsere Leidenschaft nicht verlieren. Gib nicht auf – rather die trying!

Wer kommt zu dir ins Coaching?
Zu Beginn kamen viele Leute zu mir, die schon viel Erfahrung mit Meditation hatten. Heute sind es ganz unterschiedliche Leute. Ich sehe mich als eine Initiatorin, ich möchte, dass Meditation in neuen Bereichen ihre Anwendung findet, zum Beispiel in grossen Unternehmen. Ich denke, dass Meditation für die Teambildung sehr gut anwendbar ist und auch wenn es darum geht, Schwerpunkte und Prioritäten zu setzen. Auch für Stressprävention ist Meditation ein grossartiges Werkzeug. Leider stand Meditation bisher eher in einem schlechten Licht. Viele Leute haben Bilder von Hippies im Kopf. Meine Vision ist es, dass die Methode mehr Mainstream wird und so auch Eingang in Unternehmungen und in den Alltag findet.

Wie läuft bei dir eine Coaching-Sitzung ab?
Die Leute kommen beim ersten Mal für eine individuelle Einführungssitzung von 120 Minuten zu mir, danach sind die Sitzungen jeweils 90 Minuten lang. Wir führen immer erst einen Dialog und besprechen das Thema. Kürzlich hatte ich einen Kunden, bei ihm ging es stark um das Thema Entscheidungen treffen. Es war ganz wichtig, dass wir erst über das Thema Entscheidungen sprachen und erst seine Haltung ein wenig aufbrachen und öffneten. Der zweite Teil ist dann die geleitete Meditation. Normalerweise ist der Gesprächsteil der kürzere Teil. Die meisten Kunden sind ganz überrascht, wie schnell die Zeit beim Meditieren vorbeigeht.

Wie geht es für dich weiter?
Natürlich werde ich immer weiterlernen, wachsen und mich entwickeln, in jedem Moment von jedem Tag. Ich fühle mich sehr zufrieden und bin dankbar. Ich bin voller Leidenschaft und fühle mich sehr fokussiert, anderen zu helfen, ihre Träume zu manifestieren, so dass sie ihre innere Freude im Hier und Jetzt finden.

Wir sprechen über zwei Stunden miteinander. Mahima geniesst unseren Lunch und das delikate Dessert und lässt sich von meinen vielen Fragen nie irritieren. Als ich mich von Mahima verabschiede, bietet sie mir noch an, einmal eine Einführungssitzung in Meditation zu versuchen. „Vielleicht, ich überlege es mir“, sage ich und sie ruft mir beim Weggehen lachend zu: „Don’t wait too long!“

Weiterführende Informationen: www.mahimasworld.com

 

Die Star-Bloggerin, die alles andere als oberflächlich ist: Julia Graf aka MissChievous

„Man soll sich nicht scheren, was andere über einen denken!“

Die Bloggerin Miss Chievous über ihre Vision von Beauty , Angepasstsein und den Erfolg im Internet

Die Star-Bloggerin, die alles andere als oberflächlich ist: Julia Graf aka MissChievous

Aus Julia Graf wurde am 18. Mai 2008 eine Bloggerin. Just in jenem Moment, wo sie auf Youtube ihr erstes Video hochgeladen hatte. Der Launch der Bloggerplattform www.MissChievous.tv folgte Anfang 2009. Was damals nur eingefleischten Internet-Passionatas etwas gesagt haben dürfte, ist heute Kult. Was danach geschah, lässt sich am besten in einigen Zahlen ausdrücken: Auf ihrem Youtube- Channel verzeichnet die junge Frau über 430’000 Abonnenten, das meistgesehene Video hat knapp 6 Millionen Views, insgesamt wurden ihre Videos über 101 Millionen Mal angeklickt. Auf Facebook sind es über 130’000 Likes und bei Twitter folgen ihr 42’000 Menschen. Was MissChievous macht? Sie stellt authentische Selfmade-Videos online, auf denen sie coole Looks von Stars nachschminkt und ihren Zusehern zeigt, wie einfach das geht! Wer nun denkt, wir hätten ein Interview mit einer oberflächlichen Schminktussi geführt, hat weit gefehlt.

Julia aka MissChievous treffen wir zum Gespräch standesgemäss via Skype und Webcam. Sie schüttelt ihre Haare und entschuldigt sich gleich zu Beginn über das nicht vorhandene Make-up. „Ich geh gleich joggen!“

Ladies Drive: Was hat dich am meisten geprägt in deinem Leben?
Julia Graf: Ich hab in Kanada Abitur gemacht – danach bin ich zwei Jahre um die Welt gereist, hab selbst Geld verdient. All das hat mich sehr geprägt. Ich bin risikofreudiger geworden. Es geschieht viel, wenn man alleine reist. Diese Ungewissheit, etwas Neues zu entdecken – das hat mich nachhaltig beeinflusst auf meinem Weg. Deshalb ist Beauty nicht alles. Es ist in gewissem Masse auch ein Gegensatz zu dem, was ich mache.

Aber du bist der Internet-Star, wenns um Schmink-Videos geht. Wie dürfen wir uns deinen Werdegang vorstellen? Hat dich Makeup und Styling schon immer interessiert?
Als Teenie hab ich kaum Schminke getragen. Das kam erst allmählich. Ich interessierte mich eigentlich eher fürs Malen. Als ich dann aber mein Studium an der Uni angefangen habe, fehlte mir zum Malen schlicht die Zeit. Da war Schminke wie ein Ersatz für mich. Ich wollte anfangs Techniken im Gesicht anwenden, die ich aus der Malerei kannte. Also hab ich mir schrittweise Pinsel gekauft und alles, was dazugehört. Ich wollte verschiedene Produkte testen, die auf dem Markt sind. Aber so ganz hobbymässig. Dann ist mir bei Youtube aufgefallen, dass es lediglich eine Handvoll Mädchen gibt, die sich geschminkt haben. Das fand ich interessant zu sehen – als Video ist das ja viel eindrücklicher als Schritt-für-Schritt-Anwendungen in Magazinen. Und so hab ich mir eines schönen Tages gedacht: Versuch ich doch auch mal! Ich hatte keine Profikamera und hab das einfach mit der Webcam gemacht, auch mit schlechtem Licht, also mit einfachsten Mitteln. Dann hab ich das ins Internet gestellt und geschaut, was passiert. Und es lief gleich zu Beginn ganz gut.

Wie kam der Erfolg?
Ich kanns nicht sagen. Zu Beginn gabs halt noch wenige Besucher, vor allem existierte kaum Kreatives, Farbiges. Ich wollte den Leuten also einfach einen Zusatznutzen anbieten, den sie sonst nirgends finden konnten. Das war der Start. Die Regelmässigkeit und guter Content machen indes online den Erfolg aus.

Und wie regelmässig stellst du neue Videos auf deinen Blog?
Ich versuch mindestens ein Video pro Woche online zu stellen. Im Schnitt sind es 2,2 gemäss Youtube-Statistik (lacht).

Wie glücklich und stolz bist du auf deine Pionierarbeit?
Ich bin superhappy darüber. Ich stecke wahnsinnig viel Arbeit da rein, bin mit Herzblut dabei. Meine Videos sind ja doch sehr aufwendig gestaltet. Ein 5-Minuten-Video gibt gut und gerne mal elf Stunden Arbeit. Bin stolz darauf! Wenn man etwas gerne macht und das mit Hingabe tut, ist es ein tolles Erfolgsgefühl. Es ist mittlerweile nahezu ein Vollzeitjob … vor allem das Kommentare-Beantworten auf Facebook und Twitter. Aber dieses Feedback zu bearbeiten, genau das gehört zum Job dazu, weil das Medium Youtube ja so anders ist als das, was wir von anderen Massenmedien her kennen. Feedback ist wichtig, weil der Bezug zur Person, der sie zusehen, existiert. Meine Abonnenten wissen, dass sie mich erreichen können. Und dafür verdiene ich kein Geld. Das ist schon schwierig, wenn man solch ein riesiges Zuschauerfeld hat.

Wie professionell dürfen wir uns dein Umfeld mittlerweile vorstellen?
Ich mach alles selber, ich bin quasi eine One-Woman-Show. Ich nehme die Videos auf, schneide sie, ich beantworte alle Kommentare selbst. Der Vorteil dabei ist: Du hast die komplette kreative Kontrolle. Dafür muss ich die Einnahmen nicht mit Produktionsfirmen teilen. Eine Produktionsfirma kam für mich auch nie in Frage. Und zwar aus mehreren Gründen: Die Filme sehen nicht mehr natürlich aus, sondern vielmehr wie Werbefilme. Das will ich nicht für meinen Kanal. Meine Videos sollen persönlich sein, meine Vision von Beauty darstellen, das ist mir viel wichtiger!

Wie beobachtest du den aktuellen Trend, dass immer mehr Firmen mit sehr perfektem Material auf Facebook auftreten, eigene Blogs lancieren?
Die Firmen wollen aktiv sein, cool, und sie haben nun endlich auch Facebook für sich entdeckt. Ich bin seit meinem 15. Lebensjahr im Internet und bei allen Netzwerken dabei – lange bevor sie bekannt geworden sind. Es ist witzig zu sehen und ich muss schon ein wenig schmunzeln. Nun gut – schön, dass die Firmen das gemerkt haben, aber es ist schon amüsant, wie alle Unternehmen diesem Hype folgen. Manche setzen das sehr gut um. Manche eher nicht …

Und weshalb empfindest du gewisse Dinge als nicht gut umgesetzt? Gibt es für dich so etwas wie Don’ts bei Youtube und Facebook?
Je mehr posten, desto mehr Fans – das stimmt definitiv nicht. Zu viel ist wie Spam! Zu wenig ist indessen langweilig und uninteressant. Viel wichtiger für den Erfolg finde ich, den richtigen Umgangston mit den Fans, Zuschauern und deinen Abonnenten zu treffen. Man muss sich bewusst sein, dass das ganz normale Menschen sind – zumindest in meinem Fall. Man muss also wissen, für wen man hier kommuniziert. Und aus meiner Sicht gesehen muss ich als Bloggerin achtsam sein, wenn ich Kritik übe.

Hast du als Profi uns noch ein paar Tipps?
Immer guten Content und gute Videos einstellen. Es muss für die Gruppe, die man ansprechen möchte, schlicht interessant sein – die Leute können an so vielen Orten im Internet sein. Wenn du nicht auffällst, klicken sie gleich weg. Das ist extrem wichtig! Die Regelmässigkeit ebenso. Zwei Monate Pause liegt nicht drin. Man muss online definitiv ständig am Ball bleiben. Und man muss die Fans mit einbeziehen: Man fragt also auch mal nach Feedback, bezieht sie mit ein. Ein Must ist für mich: Es muss persönlich sein, es soll ein lockerer Umgangston herrschen. Es soll ein Gespräch sein – kein Businessmeeting.

Du hast vorher deine Vision von Schönheit angesprochen. Verrätst du uns die?
Nun, es gibt ein sehr traditionelles Bild von Schönheit: Jeder muss dezent geschminkt sein. Und: Man muss sich schminken, damit man den Männern gefällt. Das ist doch kompletter Blödsinn! Man soll sich so zeigen, wie man sich selbst mag – man soll sich nicht darum scheren, was andere Leute darüber denken. Ich mag diese traditionellen Rollenstereotype nicht. Aber als Bloggerin versuch ich natürlich Verschiedenstes zu zeigen, damit für jeden Geschmack was dabei ist.

Nun, als Geschäfts- oder Kaderfrau ist das zumindest im Berufsleben nicht ganz so einfach, sich hier auszuleben. Das beginnt bei Kleidung, Schmuck, Accessoires – und endet bei der Frisur und beim Make-up …
Im Job ist das klar – in der Bank kannst du nicht im Gothic-Look auftauchen – ausser du hast eine Klientel, die du damit exklusiv bedienst vielleicht. Aber abends sowie im privaten Rahmen kann man selbst entscheiden, wie man sich präsentieren möchte. Ich möchte, dass Frauen den Mut haben, was Extravaganteres zu machen, weil sie darauf Lust haben, neugierig sind. Im Job muss man sich anpassen – aber das Leben ist nicht nur Job. Und man muss sich nicht den ganzen Tag anpassen!

Lässt du dich in eine Schublade stecken?
Manche Leute denken schon, das ist wieder so ’ne Schminktussi, der wichtig ist, wie sie aussieht und die nichts im Kopf hat. Es ist bescheuert, andere Menschen so in eine Schublade zu stecken! Das ist ja nicht das Einzige in meinem Leben. Ich verfolge derzeit den Trend auf Youtube, dass ganz junge Mädchen Tutorials machen: Wie schminke ich mich für die Schule. Perfekt gestylt durchs Leben zu gehen, ist nicht das Wichtigste! Beauty macht Spass, ich mach das gerne und für mich ist es kreativer Spielplatz – aber es ist nicht das einzig Wichtige im Leben. Das gilt auch für alles andere, was uns so verführt im Leben wie Handtaschen, Schuhe, Schönheits-OPs …

Ist MissChievous eigentlich ein Fulltime-Job?
Ich arbeite Teilzeit. Ich geniesse es unheimlich, gerade das zu tun, was mir Spass macht, ohne Kompromisse einzugehen, jemandem Rechenschaft ablegen zu müssen. Was ich studiert hab, hat keinen Zusammenhang mit Schminke – ich hab Politikwissenschaften abgeschlossen und bin keine ausgebildete Make-up-Artistin und hab auch keinerlei Kurse gemacht. Ich hab mir vielmehr alles selbst beigebracht.

Bist du deshalb so glaubwürdig für deine Fans?
Nun, der Vorteil, wenn man sich alles selbst beibringt, ist, dass du über Erfahrung lernst. Du probierst einfach etwas aus! Was man hinlänglich so tut oder nicht, interessiert mich nicht. Smoky Eyes nur mit Nude-Lippen? Wer sagt das denn? Wer hats verboten? Ich hab die Regeln nie gelernt, wills auch nicht – das ist mir zu langweilig!

Wo findest du die Inspirationen für deine Looks?
Häufig sind es Celebrity-Trends – weil die Leute sich natürlich dafür interessieren, wie ein Star auszusehen. Dies umzusetzen mit ganz normalen Produkten, kommt supergut an. Das heisst, die Inspiration sind Promo-Bilder, Werbebilder. Manchmal sind es auch Farbkombinationen, Muster, die ich mag – und ich denke, das wär lustig, das als Make-up zu schminken.
Noch zu einem ganz anderen Thema: Die Blogger sind für viele Firmen mittlerweile fast wichtiger als Journalisten …
Oh ja. Viele Firmen führen eigene Events für Blogger durch. So wurde ich auch schon mal zur Berlinale eingeladen – oder durfte letztes Jahr Dita van Teese treffen und interviewen. Dieses Interview haben 80’000 Leute auf meinem Kanal angeschaut. Deshalb ist es natürlich sehr interessant, Blogger einzuladen, da die neuen Medien teilweise eine grössere Reichweite haben als reguläre Magazine.

Ist es dir wichtig, deinen Traum zu leben?
Ja sicher! Aber ich bin kein Mensch, der nach Plan vorgeht. Ich bin unstrategisch, ich probiers einfach, bin da ja eigentlich eher reingerutscht. Zu Beginn gab es auch überhaupt kein Geld. Als ich mit Partnerprogrammen begonnen hab, ahnte ich nicht, dass es mal lukrativ werden könnte. Ich will aber nicht superreich werden. So bin ich nicht. Ich weiss grob, in welche Richtung ich gehen möchte – aber man weiss ja nie, was geschieht. Gerade der Onlinebereich ist sehr volatil. Was heute cool ist, kann nächste Woche schon wieder out sein.

Und was denkst du, wie lange dir das Blogger-Leben noch Spass macht, vor allem weil du ja selbst sagst, es gibt Wichtigeres als Make-up?
Nun, ich habe noch einen zweiten Youtube-Kanal. Dort findet man auch Büchertipps, Reisen, Kochen und vieles mehr. Ich hab mir also bereits ein zweites Standbein aufgebaut. Momentan gefällts mir noch! Wenn ich mit 90 noch Spass dabei hab, mach ich das gerne weiter. Ich muss auch sagen, dass es für mich eine einmalige Gelegenheit ist. Wenns nicht mehr klappt, mach ich halt was anderes. Die Zeit läuft mir nicht davon! Ich lerne zudem viel dazu jeden Tag – und ich weiss viel über Social-Media-Marketing. Das kann man im Leben immer wieder brauchen. «

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/ live your dream / ladies drive 02.2012
Die Star-Bloggerin, die alles andere als oberflächlich ist: Julia Graf aka MissChievous

Text: Caroline Guggisberg (Mahima und Dechen),
Sandra-Stella Triebl (Julia MissChievous). Fotos: Press

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