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KAPITALMARKTAUSSICHTEN 2011

Kapitalmarktaussichten

ENTWICKLUNGEN, TRENDS UND EMPFEHLUNGEN – III. QUARTAL

Zuerst die guten Nachrichten: Die deutsche wie die schweizerische Wirtschaft boomen. Wer hätte das nach dem desaströsen ersten Halbjahr 2009 gedacht? Beide Volkswirtschaften profitieren derzeit hauptsächlich vom Investitionshunger Chinas, da ihre Stärke der Export ist. Selbst der starke Schweizer Franken wirkte bisher nicht als Wirtschaftsbremse. Beiden Ländern wird für 2011 gutes Wachstum prognostiziert. Verbraucher wie Hersteller sind zuversichtlich.

Und nun die weniger guten Nachrichten: Die Schweiz und Deutschland sind wirtschaftlich abhängig. Abhängig davon, wie es anderswo aussieht und was anderswo passiert. Und es sieht überall irgendwie nicht gerade rosig aus.

Da haben wir zum Beispiel das Schuldendesaster in Griechenland und mit ihm den massiv unter Druck geratenen Euro sowie die Tatsache, dass die Regierungen Europas keine gemeinsame Linie zur Rettung finden. So drücken zum Beispiel die griechische Schuldenkrise sowie die wirtschaftliche und politische Situation in Griechenland schon seit Jahresbeginn massiv auf die Stimmung. Das Land der Götter kommt aus dem Schlamassel nicht heraus. In einem Atemzug mit den Griechen werden die Amerikaner genannt. Die USA warten ebenfalls mit einer dramatisch hohen Verschuldung auf. Die gesetzlich festgelegte Obergrenze von derzeit 14,3 Billionen Dollar Schulden sind erreicht. Bill Gross, Gründer des Fondsriesen Pimco, trennte sich vor einigen Wochen von allen US-Staatsanleihen und zeigte damit, was er sowohl von der amerikanischen Notenbank als auch von der
Verschuldung Amerikas hält: nämlich rein gar nichts.

Die Wirtschaft der USA will sich auch einfach nicht beleben – sie lahmt und präsentiert sich enttäuschend schwach. Der private Immobilienmarkt und der Arbeitsmarkt werden als Hauptgründe hierfür genannt. Eine Besserung wird nicht vor 2012 erwartet. Ausserdem werden als Mitglieder im „Club der Verdächtigen“ weitere Länder wie Spanien, Portugal, Irland oder Japan genannt, die ebenfalls immer noch nicht wissen, wie sie ihre Verschuldung unter Kontrolle und die Wirtschaft in Fahrt bekommen sollen. Und erst recht ist Italien jüngst zu einem echten Problem herangewachsen: Der ewige Wackelkandidat trudelt mehr als bedrohlich. Und wenn er fällt und es zur Staatspleite kommen sollte, dann befinden sich die Probleme in Grössenordnungen, die bisher nicht da waren. Eine Staatspleite oder nur schon ein Teilausfall wäre ein Seuchenherd und würde wohl eine erhebliche Krankheitsübertragung – nicht nur auf die Eurozone, sondern auch auf die Weltwirtschaft – bedeuten. Die Eurozone, so wie es sie heute gibt, wäre wohl im Falle einer Pleite Italiens ernsthaft gefährdet. Hinzu kommt, dass die Regierungen Europas bei der Lösung dieser Verschuldungsprobleme zögern und zaudern und damit die Unsicherheit an den Märkten vergrössern.

Zu diesen Nachrichten kommen die Aufstände im Nahen Osten und im Norden Afrikas hinzu. Diese Ereignisse habe ich an dieser Stelle bereits mit Blick auf die Aktienmärkte in der letzten Ausgabe mit Besorgnis erwähnt. Der „Arabische Frühling“ hat im ersten Halbjahr 2011 Land um Land erfasst. Hoffnung hatte sich zuerst breit gemacht. Doch ist die Lage heute alles andere als stabil. Und es ist passiert, was prognostiziert war: die Erhöhung des Ölpreises, die Erhöhung der Nahrungsmittelpreise, der damit einhergehende Anstieg der Inflation und die in der Folge entschiedenen Zinserhöhungen durch einige Notenbanken. Grosse Auswirkungen auf die weltwirtschaftliche Entwicklung hatte in diesem Jahr sicherlich auch die Katastrophe in Japan, die einen dramatischen Einbruch der Industrieproduktion und der Exporte mit sich brachte – nicht ohne Einfluss auf viele japanische Zulieferunternehmen gehabt zu haben (im Falle Japans hatte ich in der letzten Ausgabe jedoch auch von möglichen positiven Impulsen durch die Wiederaufbauarbeiten gesprochen).

Auch in anderen Teilen der Welt hat sich einiges getan, was der Weltwirtschaft nicht förderlich war: Flutkatastrophe in Australien, Überschwemmungen, Vulkanausbrüche etc. Ebenfalls ist es für China, einen unserer wichtigen Handelspartner, relativ offensichtlich, dass auch dort die wirtschaftliche Dynamik in den kommenden Monaten schwächer ausfallen wird. Oder sind in China gar bereits Spekulationsblasen entstanden bei Immobilienpreisen und Aktienkursen? Was passiert weltweit, wenn auch in China die Konjunktur nur noch zuckelt statt brummt? Oder gar abstürzt. Kommt es dann zu einer Kettenreaktion, die nicht nur Exportnationen wie Deutschland und die Schweiz massiv betreffen würde, sondern z.B. auch Emerging Markets wie Indonesien und Südkorea, die vom Rohstoffhunger Chinas profitiert haben?

Kein Wunder also, dass die Stimmung unter den Anlegern im ersten Halbjahr 2011 eher von Pessimismus als von Optimismus geprägt war. Die Medienlandschaft fügt ihren Teil auch noch hinzu und fertig ist eine vollends schlechte Stimmungslage.

Was soll die Anlegerin nun tun?

Aktienanlegerinnen sollten – so wie sich die Lage derzeit darstellt – fest mit herben Volatilitäten rechnen. Gute Aktien sollten dennoch – und das ist deren grösstes Asset – aufgrund ihres Realwertes gehalten werden. Bei weiterhin funktionierender Notenpresse und Inflation durch Rohstoffpreise sind Realwerte gegenüber Nominalwerten ganz klar im Vorteil. Von Aktien, die bereits über einen langen Zeitraum tief unter ihren Einstandskursen notieren, sollten Sie sich hingegen trennen. Klar, dass die Realisierung von Verlusten schwerfällt. Dennoch: Gehen Sie Ihr Depot mit Ihrer Beraterin konsequent und permanent durch. Für Aktien, die über einen längeren Zeitraum nicht performen, gibt es Gründe. Zu warten, bis deren Welt sich wieder bessert, statt sich eine im Zeitpunkt des Kaufs getätigte „Fehleinschätzung“ zuzugestehen, wird auf Dauer weder Ertrag bringen noch Spass machen. An Bank- und Versicherungsaktien werden Sie wohl noch länger keine Freude haben. Schauen Sie hingegen mit Ihrer Beraterin, ob Sie gute Titel aus den Bereichen Öl oder Gas, Maschinenbau und (vor allem wegen der Dividendenrendite) Telekom besitzen. Diese können weiterhin zu bis zu 30 % Ihres Depotgegenwertes gehalten werden. Im Falle einer günstigen Entwicklung der Geschehnisse und damit an den Aktienmärkten wird es ein paar Kursturbulenzen, aber danach auch wieder Kursavancen geben.

Wie sieht die Währungsseite aus?

Wichtig in diesen währungsturbulenten und -unsicheren Zeiten ist, dass sich die Anlegerin über das Währungsumfeld, in welchem sie in den nächsten Jahren denken wird, bewusst ist. In diesem Umfeld sollte die Anlegerin sich dann bewegen. Zumindest so lange, bis sich die Währungsrisiken, welche aufgrund der oben beschriebenen Gründe existieren, minimiert haben. Zurzeit stehen die Zeichen beim US-Dollar und beim Euro auf Sturm. Da muss man nicht mittendrin sein. Denn das Risikoprofil der Anlegerin definiert sich nämlich auch über ihr Währungsengagement und nicht nur über ihren Aktienanteil.

Auf der Zinsseite sieht es derzeit weiter nach einem Anstieg am langen Ende aus. Die Zentralbanken werden allen Schwächelungen der Wirtschaft und Verschuldungsszenarien zum Trotz ihr langfristiges Ziel im Auge behalten müssen, die Zinsen ganz allmählich zu erhöhen. Sie müssen nämlich dem bestehenden Risiko Inflation entgegenwirken. Für Anlegerinnen, die ebenfalls dieser Meinun sind, sind Zinsfloater-Anleihen (oder Floating Rates Notes oder kurz FRN) das richtige Anlageinstrument. Ausserdem können inflationsgeschützte Anleihen mit mittlerer Laufzeit gekauft werden. Gold, auch einer meiner Hinweise der letzten Ausgabe, dient ebenfalls dem Inflationsschutz. Physisch, in kleinen Stückelungen und trotz des derzeitig hohen Preisniveaus.

Natürlich ist nicht jede dieser einzelnen Empfehlungen für sich genommen ein Patentrezept gegen Geldentwertung. Die Mischung macht’s! Ein Mix aus guten Aktien aus den oben genannten Branchen mit ordentlicher Dividendenrendite, inflationsgeschützten Anleihen und/oder Zinsfloatern sowie einem Anteil physischen Goldes stellt derzeit für Ihr Vermögen einen guten Schutz gegen Inflation mit der Aussicht auf akzeptable Erträge dar.«

* Andrea Krier ist Gastautorin von Ladies Drive. Die Executive MBA arbeitet seit 25 Jahren als Relationship Manager für vermögende Kunden.

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