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IM WUNDERLAND

23-Zum-Entdecken-Ginny-Litscher_LD33_23_PWD_Zum-Entdecken_Foto-Ginny-Litscher1_Copyright_Joachim-Muller-RuchholtzNormalerweise verschönert Ginny Litscher mit ihren handgefertigten Zeichnungen Seidenschals und T-Shirts. Diesen Sommer wird sie unsere 34. Ladies Drive-Ausgabe mit ihren Prints verzieren. Wir haben mit Ginny über diese Erfahrung und ihre Liebe zu fantasievollen Zeichnungen gesprochen.

Ladies Drive: Wann hast du deine künstlerische Begabung entdeckt? Kannst du dich noch an dein erstes Bild erinnern?

23-Zum-Entdecken-Ginny-Litscher_LD33_23_PWD_Zum-Entdecken_Foto-Ginny-Litscher2_Copyright_Joachim-Muller-RuchholtzGinny Litscher: Ich kann mich erinnern, dass ich schon sehr früh gezeichnet habe. Das waren meistens Prinzessinnen in ihren Kleidern mit der gesamten Palastwelt drumherum, die ich mir in meiner Fantasie vorgestellt habe. Irgendwie habe ich damals schon gern andere Welten kreiert. Dass ich mit der Kunst weitermachen werde, wurde mir dann in der Schule klar. Ich war nie ein Morgenmensch und bin es bis heute nicht. Ich habe mir dann aber den Wecker auf fünf Uhr morgens gestellt, damit ich noch vor der Schule zum Zeichnen kam. Da war dann schnell klar, dass das meine grosse Leidenschaft ist. Ich habe in jeder freien Minute gezeichnet.

Gibt es denn Etappen in Deinem Leben, die Dich besonders geprägt haben?

Ja, meine beiden Ausbildungsstätten hatten einen enormen Impact auf mich. Ich habe vier Jahre Textildesign in Luzern und London studiert, da habe ich die ganzen Techniken kennen gelernt und was die eigene Bildsprache ist. Wenn man sich selbständig macht, ist es wichtig, dass man seine Nische kennt und was das eigene Produkt ausmacht. In Luzern hat man sich dahingehend sehr unterstützt. London hat mich als Stadt einfach schon sehr beeindruckt und beeinflusst – eine völlig andere Kultur und die Schule war das Gegenteil von der in der Schweiz. Dann habe ich als Textildesignerin in Italien gearbeitet. Das war auch wieder ganz neue Eindrücke. Das alles hat mich sehr geprägt.

Du hast für namhafte Designer wie Vivienne Westwood und Diane von Fürstenberg gearbeitet. Hättest du dir vorstellen können, länger in so einem Unternehmen tätig zu sein? Oder war es für dich von Anfang an klar, dass du dein eigenes Label gründen möchtest?

Natürlich habe ich mir vor- gestellt, länger mit ihnen zu arbeiten, aber es war mir auch bewusst, dass ich irgendwann gern mein eigenes Label haben möchte. Bei meinen Praktika haben mir die Leute, die mich eingestellt haben, sogar dazu geraten, mich irgendwann selbst- ständig zu machen, da ich eine sehr individuelle Bildsprache habe.

Wie kam es zur Gründung Deines Labels?

Ich habe meiner Mutter einen Schal zu Weihnachten geschenkt. Sie trug ihn, als Sie ein Geschäft besuchte und wurde direkt der Einkäuferin darauf angesprochen, dass sie so einen Schal gern verkaufen würde. Daraufhin habe ich einen Termin mit der Dame ausgemacht und so meine erste eigene Kollektion entwickelt. Ab diesem Zeitpunkt bin ich in die einzelnen Geschäfte gegangen, habe nach den Einkäuferinnen gefragt und ihnen meine Kollektion vorgestellt. Viele haben dann Bestellungen aufgegeben. Dadurch konnte ich mehr produzieren und damit Geld verdienen. Das war aber auch teilweise viel Arbeit, da ich am mich am Anfang um alles – vom Verkauf über die PR – selber gekümmert habe.

Deine Zeichnungen sind sehr filigran und detailliert. Je mehr man sie sich ansieht, desto mehr sieht man. Welche Idee steckt dahinter?

Ich habe eine blühende Fantasie und dadurch viele Bilder im Kopf, die ich in meiner Arbeit verwerte. Aber ich zeichne auch klassische Motive und kombiniere sie mit modernen Elementen. Daher kann es sein, dass einem die Bildsprache bekannt vorkommt. Aber wenn man genauer hinschaut, sieht man, dass es meine Interpretation ist und meine Geschichte, die ich erzähle. Jeder Print hat seine eigene Geschichte. Oft wählen meine privaten Kunden übrigens intuitiv Motive, die zu ihrer eigenen Geschichte passen. Die Geschichten zu jedem einzelnen Print kann man auf meiner Homepage nachlesen.

Wo holst Du Dir die Anregungen für Deine Zeichnungen?

Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt. Dadurch sehe ich viele Details, die anderen vielleicht nicht auffallen. So ergeben sich meine Bildwelten automatisch. Manchmal sehe ich eine kleine Blume oder Dinge, die ich lustig finde. Die speichere ich dann automatisch in meinem Kopf ab und daraus entstehen dann solche Geschichten. Ich gehe auch gern ins Museum und reise viele. Das inspiriert mich dann oft und lässt neue Bildwelten entstehen.

Hast du ein Lieblingsmotiv? Tiere kommen in meinen Zeichnungen immer wieder vor. Sie faszinieren mich, und ich könnte sie stundenlang im Park beobachten. Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter, und das gefällt mir.

Wie lange benötigst Du für Deine Zeichnungen und welche Arbeitsschritte sind dafür nötig?

Das kommt immer darauf an. Es gibt Bilder, an denen arbeite ich bis zu fünf Monate. Da ich meine Bilder auch ausstelle, ist es wichtig, dass Bild in sich abgeschlossen ist. Das dauert immer sehr lange und es ist viel Geduld nötig. Wenn ich Skizzen auf kleineren Formaten zeichne, dauert es drei bis vier Wochen. Diese werden dann eingescannt und in Photoshop angeordnet. Manchmal lasse ich sie aber auch unverändert stehen. Kommt immer auf das Motiv an.

Du wirst ja die Ladies Drive­Ausgabe No. 34 mit deinen Zeichnungen illustrieren…

Das wird sehr spannend. Ihr erzählt ja auch Geschichten – wie meine Zeichnungen. Und ich freue mich, wenn meine Zeichnungen in einen neuen Kontext gestellt werden und ich so einen Beitrag zum Magazin leisten kann. Ausserdem liebe ich Printmagazine!

Neben deinen Schals designst du auch eine T­-Shirt ­Kollek­tion. Denkst du darüber nach, deine Kollektion noch weiter auszubauen?

Ich denke schon, dass ich die Kollektion ausweiten werde, aber das muss sich organisch weiterentwickeln. Was für mich im neuen Jahr spannend wäre, sind Kooperationen mit anderen Labels, weil man sich schön ergänzen könnte. Bettwäsche würde mich beispielsweise interessieren.

Gibt es einen Designer, mit dem Du zusammenarbeiten würdest?

Ich war immer ein grosser Versace Fan als Gianni Versace noch gelebt und das Design gemacht hat. Seit seinem Tod hat sich viel verändert. Hier könnte ich mir eine Kooperation vorstellen, um wieder mehr Muster reinzubringen.

Welche Projekte hast Du für die Zukunft geplant?

Kollaborationen fände ich sehr spannend und den Ausbau meines Labels. Und ich würde gern noch in weitere Länder expandieren und neue Märkte erschliessen. Asien ist ein grosses Thema. Aber alles Schritt für Schritt.

 

Text: Carmen Platonina

Fotos: Joachim Mueller Ruchholtz

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