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GROSSE NAMEN, GROSSE FRAUEN: JASMINE AUDEMARS

Jasmine AudemarsDIE ZEIT IM GRIFF

Ladies Drive trifft Jasmine Audemars, Verwaltungsratspräsidentin Audemars Piguet

Es war ein kalter Frühlingsmorgen im verschlafenen Genf, als ich mich durch den mir waagrecht entgegenpeitschenden kalten regen mit einem Sprung aus dem Taxi in die Audemars Piguet Boutique an der Place de la Fusterie rettete. Freudestrahlend öffnet die Pressedame von Audemars Piguet die noch verschlossene Boutiquetür und bittet mich mit einem „Bienvenue, Madame Triebl“ ins Trockene. In einem kleinen Separée wird mir ein warmer Kaffee gereicht. „Frau Audemars ist gleisch bei Ihnen.“ Der französische Akzent im Deutschen verzückt mich einfach immer wieder.

Einen Moment später betritt Jasmine Audemars den raum. 72 Jahre alt ist sie, die von den Medien als die „Grande Dame der Uhrenbranche“ titulierte Verwaltungsratspräsidentin der Luxusuhrenmarke mit 530 Millionen Umsatz und insgesamt 1’200 Mitarbeitenden. Die ehemalige Chefredakteurin des Journal de Genève und Urenkelin des Firmengründers Jules-Louis Audemars trägt ihr Haar kinnlang mit einem strengen Seitenscheitel. Ihre Kleidung ist klassisch, elegant, ihre Stimme dunkel und fest. Wir unterhalten uns eine Weile über dies und das, und mir fällt auf, wie prägnant und häufig kurz ihre Antworten ausfallen. Ihr Blick verweilt dabei auf mir. Still. Beobachtend. Aufmerksam. Irgendwie erscheint mir Jasmine Audemars ehrfurchtgebietend, als jemand, der Dinge hinterfragt und nichts einfach so hinnimmt.

Genf ist der „place to be“ für die Audemars Piguet Verwaltungsratspräsidentin. Seit ihrem Studium der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte ist sie mit der Stadt an der Rhone innig verbunden. „Hier ist man in der Schweiz und dennoch ein Teil der grossen weiten Welt. Es ist sehr international – schon im Studium waren meine Freunde aus den Staaten, Kolumbien, Spanien oder von anderswo. Gleichzeitig bist du in einer Stunde im Vallée de Joux, kannst Ski fahren … das ist grossartig und das liebe ich an dieser Stadt.“ Die Internationalität eröffnete ihr Perspektiven, urteilt die 72-Jährige. Am liebsten wäre sie nach ihrem Studium durch die Welt getingelt. Von einem Platz zum nächsten. „Aber ich arbeitete damals bereits bei einer Tageszeitung – erst für den Wirtschafts-, später für den internationalen Teil“, erzählt Jasmine Audemars schnörkellos. Der Journalismus und ihre tägliche Arbeit beim Journal de Genève waren es auch, die ihr tiefe Einblicke in die Welt der Ökonomie und der internationalen Beziehungen ermöglichten. Ob ihr damals schon bewusst war, dass ihr dieses Wissen später einmal zugutekommen würde, lässt sie offen. nur eines betont sie immer wieder: „Ich liebte jede Minute in diesem Job!“ Fast 25 Jahre verbrachte sie im Journalismus und arbeitete sich in den 1980er-Jahren bis an die Spitze des Journals. „Das Umfeld im Journalismus ist so lebendig, dynamisch, auch stressig. Aber gleichzeitig umwerfend abwechslungsreich. Ich mag den Druck. Und man ist privilegiert, man trifft viele spannende Menschen.“ Ihre Augen strahlen, wenn sie über diese Jahre spricht. Just zu diesem Zeitpunkt unseres Gesprächs wird mir klar, dass sich Jasmine Audemars wie in einer Art „Bubble“ befand – in ihrer eigenen Welt, getragen von den täglich neuen Ereignissen, ohne einen Gedanken daran verschwendend, was kommen würde. Sie lernte in dieser Zeit vieles, was ihr ab 1992, als sie vollständig in die Firma des Vaters wechselte, half. Beispielsweise das Fällen von Entscheidungen in kürzester Zeit. „Etwas, das man bei einer Tageszeitung fast minütlich tut.“ Wer schnell und viel entscheidet, kann auch mal eine Fehlentscheidung treffen. Doch auch das erschüttert die Grande Dame offensichtlich wenig. „Ja, man macht Fehler. Und man lernt daraus“, so ihre Meinung. Ein chinesisches Sprichwort besagt ohnehin, dass nur intelligente Menschen immer wieder neue Wege finden, Fehler zu machen. Jasmine Audemars lacht zustimmend und nippt an ihrem Kaffee. 1997 war es im Leben der Audemars-Urenkelin soweit – sie wurde offiziell in den Verwaltungsrat des globalen Unternehmens berufen. Dass sie als nachfolgerin in die Fussstapfen des Vaters treten würde, ist in der Familie Audemars ein Fakt. Über die Generationen hinweg war stets klar, dass das Zepter an die nächsten weitergereicht werden würde. „Ich bin in einer Uhrmacherfamilie gross geworden. Der Wechsel fühlte sich für mich natürlich gut an. Ich fühlte mich zu Hause.“ Als ich frage, ob sie denn auch an der Spitze der Luxusuhrenmarke so glücklich sei wie im Journalismus, beantwortet sie dies ebenso knapp wie meine nachfrage, ob sie auch ängste durchlebte mit der neuen, grossen Verantwortung im Verwaltungsrat: „Klar war ich glücklich. Und nein – mir machte das nie Angst. Ich hab meinen Vater und Grossvater in dieser Firma arbeiten sehen. Hätte ich Angst gehabt, hätte ich den Job nie angetreten.“

In der Tat – wie jemand, der seinen Weg ängstlich beschreitet, sieht Jasmine Audemars nicht aus. Den rat ihres Vaters, die Firma stets finanziell gesund zu halten und auf harte Zeiten vorbereitet zu sein, nahm sie sich ebenso zu Herzen wie den Tipp, die Firma immer strikt zu managen und für den nachhaltigen Erfolg der Marke auf höchste Qualität zu achten und – die Seele der Marke – die Menschen aus dem Vallée de Joux und deren Talente konsequent zu nutzen und zu fördern. „Er sagte mir immer: Du musst vorsichtig sein. Denke nie, dass alles immer nur leicht geht bis in alle Ewigkeit!“

Dass das Haus Audemars Piguet gut gemanagt wird, beweist der Umstand, dass trotz Weltwirtschaftskrise nichts den Glanz des Hauses überschatten konnte. noch immer sind die ikonischen Uhrenkreationen wie etwa die „royal Oak“ der Liebling von etlichen Hollywood-Schönen und berühmten Sportlerpersönlichkeiten wie Michael Schumacher, dem Weltfussballer aus Argentinien, Leo Messi, oder unzähligen Golfgrössen. Als einzige weibliche Ambassadorin der Marke wirkt übrigens die schöne Belén Mozo.

Der Auftritt der Marke ist ebenso klar strukturiert wie das Unternehmen selbst – und ihre strategische Spitze. Denn auch mal taffe Entscheidungen zu treffen, fällt der Topmanagerin nicht schwer – zu genau weiss sie, dass dies im Business hin und wieder vonnöten ist. Als grösste Herausforderung nennt Jasmine Audemars die notwendigkeit von Wachstum als Grundlage für weitere Innovationen. Veränderungen voranzutreiben, neue Problemlösungen zu finden, ist derweil genau das, was ihr liegt. „Ja, ich liebe Veränderungen – und ich hasse alles, was routine ist!“

Für Abwechslung sorgt derweil auch ihr Engagement in der vom Vater Anfang der neunziger gegründeten Audemars Piguet Foundation. Das Ziel der Stiftung: die Erhaltung der Wälder rund um den Globus – sowie die Förderung des Umweltbewusstseins bei Kindern. Jasmine schwärmt von den noch immer sehr gesunden Wäldern im Vallée de Joux und dem Privileg, in solch einem Umfeld leben und arbeiten zu dürfen. „Ich habe realisiert, dass nicht jeder auf dieser Welt das Glück hat, so aufwachsen zu können. Also haben wir erst mal in unserer Heimat mit der Arbeit begonnen – heute tun wir dies weltweit.“

„ICH MÖCHTE, DASS UNSERE UHREN WUNDERSCHÖN SIND. VON INNEN – UND AUSSEN.“
– JASMINE AUDEMARS

Nachhaltiger Erfolg ist auch das, was Jasmine Audemars noch immer mit Glück erfüllt. Und als ich wissen möchte, was sie inspiriert und antreibt, antwortet sie, gefolgt von schallendem Gelächter: „nun, ich arbeite bei einer Marke, bei der alle mit viel Passion an der Sache sind. Und wenn du selbst dafür brennst, brauchst du weder Drogen noch Tabletten, um auf Trab zu bleiben!“

Der grösste Luxus im Leben der Uhren-Lady ist übrigens: Disziplin. „Wie im Sport. Es ist auch eine Art Lebensstil. In unserer Branche ist das ohnehin so.“ Wohl wahr – in der Uhrenbranche zu spät zu kommen, egal wohin und unter welchen Umständen, ist auch irgendwie ein Widerspruch in sich. Und was bedeutet Jasmine Audemars eigentlich Zeit? – Sie sei ein Asset, antwortet sie spontan. Man könne sie weder kaufen noch verkaufen – man müsse sie einfach bestmöglich nutzen. Und wenn es gar kein Konzept von Zeit gäbe? – „Das wär toll für mich“, lacht sie und ergänzt: „Dann wäre es die Ewigkeit.“ So passioniert sie derweil ihr Unternehmen managt, so wenig mag sie es, ihre eigene Zeit zu verplanen. Das könne sie nicht immer sehr gut und lasse sich gerne auch mal ablenken, gibt sie unumwunden zu.

Wir sprechen eine Weile über unsere Uhren – Jasmines Millenary und mein Erbstück, eine alte Tissot aus Weissgold –, über die DNA der Marke und das Handwerk, die minutiöse Arbeit, die hinter den Audemars Piguet Uhren steckt. Dies bemerkt man spätestens bei einem Besuch in Le Brassus, was Sie im Übrigen unbedingt mal tun sollten (wenn es Ihre Zeit erlaubt …). Die Atmosphäre in der Manufaktur ist vergleichbar mit jener in einer Kirche. Die Mitarbeiter arbeiten höchst konzentriert an ihren Miniaturteilen, über Mikroskopen und Vergrösserungsgläsern. „Das ist wahrlich ein Kunsthandwerk. Eine Audemars Piguet besteht aus 350, teils mikroskopisch kleinen Teilen. Da braucht es enorme Konzentration“, bestätigt sie nicht ohne Stolz.

Konzentration und Disziplin. Zwei Worte, die in mir noch auf den Strassen Genfs nachhallten. Im Vergleich zu anderen Ikonen der Uhrenbranche wie etwa dem quirligen Jean-Claude Biver oder dem ebenfalls charismatischen George Kern wirkt die Grande Dame der Uhrenbranche eher in sich ruhend. Passioniert, mit einem stillen inneren Feuer. Jener fast schon zeitlosen Eleganz, welche auch die Kreationen der Marke Audemars Piguet ausstrahlen.

Weiterführende Informationen: www.audemarspiguet.com

Text: Sandra-Stella Triebl, Mitarbeit Isabel Steinhoff
Fotos: Audemars Piguet Press

Dieser Artikel erschien in der Ladies Drive No. 27 im März 2014. Wenn Sie das Magazin bestellen möchten, gehen Sie bitte in unseren Online-Kiosk.

 

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