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GPS: NO46’22.17 – E O17’25.49

Kutas-Kosmapuszta. Der Ort, an welchem nicht nur die ungarische Seele zur Ruhe kommen kann. Sondern auch die unsrige. Nach einer … na ja, sagen wir mal, abenteuerlichen Anreise.ld_no04_pdfteaser_05
Text&Fotos: Sandra-Stella & Sebastian Triebl

500 Meter bis zur nächsten befestigten Strasse. „In zirka 500 Metern links abbiegen“, heisst es staccato von Seiten unseres Navigationssystems.
„Ach, du liebes bisschen“, höre ich vom Fahrersitz. Dabei hatte unsere Reise so schön begonnen.

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Lesen Sie hier „Ladies Drive in Ungarn – Backstage“

Wir entschlossen uns für den szenischen Weg über den Arlbergpass zu unserem ersten Stopp in Salzburg. Die Autobahn über München wäre zwar schneller gewesen, aber nicht unbedingt entspannter. Nach einer Nacht im Schlosshotel Iglhauser in Mattsee, gut 20 Minuten ausserhalb von Salzburg, ging es dann an Tag zwei unserer Reise weiter Richtung Ungarn. Eine Kollegin hatte uns den Tipp vom Schloss Hertelendy gegeben. Es soll genau das Richtige für gestresste Seelen sein, hatte sie gesagt, und so machten wir uns kurzentschlossen an einem freien Wochenende auf den Weg Richtung Plattensee. Wir vertrauten auf unser Navi im neuen Nissan Murano und setzten unsere Fahrt von Salzburg aus mit vollstem Vertrauen in die moderne Technik fort. So lotste es uns erst mal in Richtung Graz über den Pyhrnpass, entlang des westlichen Zipfels der Steiermark und dann weiter Richtung slowenische Grenze, vorbei an Maribor dann über 250 km Landstrasse durch Kroatien, bis wir endlich nach Ungarn gelangten. Irgendwie kam uns das dann schon ziemlich spanisch vor. Aber gut. Es hatte bereits eingedunkelt und so mussten wir uns einfach auf die weibliche Stimme, die aus den Lautsprechern zu uns drang, verlassen. Nach ungefähr 160 km Landstrasse haben wir sie „Heidi“ getauft.

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In Nagykanizsa hätte uns noch ein McDonalds angelacht. Es war schon kurz nach 20 Uhr und der Hunger überkam uns allmählich  – aber wir wähnten uns ja nur noch 40 km von unserem Ziel entfernt. Dann, gut 1,7 km vor unserer Ankunft auf Schloss Hertelendy, liess uns „Heidi“ zügig links abbiegen. „Weiter geradeaus.“ Als plötzlich die asphaltierte Strasse zu Ende war, stoppten wir und sahen uns fragend an. „Wir haben ja einen Offroader, und es ist nicht mehr weit. Das wird schon richtig sein“, nahm ich an. So setzten wir uns in Bewegung über die grüne Wiese, vorbei an einem verlassenen Bahndamm, weiter über immer kleiner werdende Wege, die auch zusehends an Watttiefe zunahmen und sich Meter für Meter mit dickem, modrigem Schlamm füllten. Wir begannen händeringend auf die Anzeige zu starren. „Wie weit denn noch?“, fragte mich Sebastian, der hinter dem Lenkrad langsam deutlich zu schwitzen begann. „Wie weit noch?“ – In diesem Moment fuhr uns Heidi dazwischen: „In ungefähr 500 Metern links abbiegen.“ Doch da war es auch schon geschehen. Der Schlamm wurde tiefer, die Strasse enger und enger – und plötzlich sassen wir fest. Unser braver Reisegefährte Nissan Murano bewegte sich weder vor noch zurück. Links und rechts von uns meterhohes Baumwerk, die Fahrertür konnten wir schon gar nicht mehr öffnen und von der Beifahrerseite aus verliess uns aufgrund des rutschigen Untergrunds schon nach wenigen Schritten der Mut. So griffen wir zum Telefon, das bereits den dringend benötigten Akkuladevorgang mit heftigem Blinken anzeigte und riefen mit hochrotem Kopf und schlechtem Gewissen beim Hotel an.

„Ah, Frau Triebl, wir erwarten Sie schon!“, sagte die freundliche Stimme auf der anderen Seite. „Wir stecken fest, ich glaube wir brauchen einen Traktor, der uns rauszieht“, versuche ich zu erklären. „Oh, wo sind Sie denn?“ – „Keine Ahnung. Irgendwo zwischen Major Laszlo und Nirgendwo.“ – „Ich schicke Ihnen gleich jemanden. Keine Sorge!“, war ihre beruhigende Antwort. Ach, hätten wir doch kehrtgemacht, schoss uns durch den Kopf. Doch irgendwann war an ein Umdrehen nicht mehr zu denken.

Und tatsächlich. Hilfe nahte – in Form des Hoteldirektors, der sich eigens auf die Suche nach uns gemacht hatte. Mit Stirnlampe und Bergschuhen durch stinkenden Matsch gewatet, kämpfte er sich zu uns vor. „Na, das kriegen wir schon hin“, meinte dieser unbeirrt von den widrigen Umständen. „Ein Traktor ist schon unterwegs!“ Doch auf der Suche nach einem Abschlepphaken stand unser Herr Hoteldirektor schon nach Kurzem einen halben Meter tief im Schlamm. Als sein Telefon klingelte, hörten wir nur: „Bring das Stahlseil mit. Sag auch gleich mal dem Küchenchef Bescheid, er soll noch nicht nach Hause gehen. Wir sind dort, wo wir schon den Rolls Royce rausgezogen haben.“ Wir schauen uns kurz an und brechen in lautes Gelächter aus. „Tatsache? Ein Rolls Royce?“, fragen wir ungläubig. „Ja. in der Tat. Aber es war nicht ganz sooo matschig!“, lächelte er. So versuchen wir in aller Ruhe, das Abschleppseil zu montieren. „Habt ihr eigentlich die grosse Eule gesehen, als ich kam? Einen Hirsch hab ich wohl auch beim Schlafen gestört“, lacht er und wir mit ihm. Sein Telefon klingelt wieder. Die Rettung ist in greifbarer Nähe. Zwei Scheinwerfer bewegen sich in unruhigem Rhythmus auf uns zu und schon bald können wir das Brummen des Traktors wahrnehmen. „Der schafft das mit links“, beruhigt man uns.  Janosch, ein kräftiger, älterer Herr mit einem zerfurchten Gesicht, der auf Schloss Hertelendy als Gärtner arbeitet, und die blutjunge Praktikantin Katha hüpfen sichtlich amüsiert von ihrem grossen Steyr-Traktor. Besonders Janosch kann sich ein breites Grinsen nicht verkneifen und lacht uns durch die schlammverspritzte Windschutzscheibe an. Mit wenigen Handgriffen ist der Nissan Murano, dessen 4×4-Antrieb uns aufgrund dieser Verhältnisse auch nicht mehr weiterhelfen konnte, am Steyr festgebunden und so geht es im Schneckentempo durch wassergefüllte Kuhlen Richtung asphaltierte Strasse. Nach fast zwei Stunden war es geschafft. Wir hatten die rettende befestigte Strasse erreicht. Janosch, Katha und Hoteldirektor Kurt Ropers hüpfen vom Steyr und wir klettern vorsichtig aus unserem schlammverpackten Murano, der uns bisher so komfortabel über alle Wege geführt hatte. Die Strassenbeleuchtung war nur dürftig, doch als wir uns allesamt so auf dieser einsamen ungarischen Landstrasse wiederfanden, verdreckt von unten bis oben, brachen wir erneut in heftiges Gelächter aus. „So, folgt mir!“, sagte Kurt Ropers erleichtert und wir waren happy, dass der Spuk ein so glückliches und amüsantes Ende nahm, hatten wir uns doch schon mit knurrenden Mägen die restliche Strecke zu Fuss gehen sehen. Doch das Happy End war ein glücklicher Beginn für unsere noch folgenden Tage, die wir in diesem ungewöhnlichen 5-Sterne-Haus verbringen sollten. Der Küchenchef, übrigens Mitglied der ungarischen Kochnationalmannschaft und mehrfach ausgezeichnet, verwöhnte uns nach Strich und Faden und Kurt Ropers liess es sich nicht nehmen, seine Schweizer Landsleute zu einem Glas Wein einzuladen, um auf die geglückte Rettung anzustossen. Uns war zu jenem Zeitpunkt bereits klar, dass wir diese Reise wohl so schnell nicht mehr vergessen würden. Müde, aber glücklich fielen wir in die schneeweissen Betten in unserer entzückenden Junior Suite.

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Das was sich am nächsten Morgen unserem Blick erschloss, war schlicht und ergreifend atemberaubend. Schloss Hertelendy, das sind 240 Hektar eigenes Land inmitten des Komitats Somogy. Auf der Frontseite liegt eine eigene Apfelplantage, mit knallroten Äpfeln, groß wie Grapefruits, während man auf der Rückseite einen kleinen Wald, das tiefblaue Outdoor-Schwimmbecken, die finnische Holzsauna und den Thermalwasserteich, an dessen Rändern meterhohes Schilf wächst, sieht; und zwischen den nur noch wenig belaubten Bäumen ist die Driving Ranch erkennbar, wo auch Golfer auf ihre Kosten kommen können. Kaum zweihundert Meter entfernt vom Haupthaus erstreckt sich ein 5-Sterne-Pferdestall, in welchem dreizehn Pferde, darunter ein ehemaliger Traber sowie einige gutmütige Freiberger, sich ihres Lebens erfreuen dürfen und welche den Hotelgästen auf Wunsch ebenso zur Verfügung stehen wie die Tontaubenschussanlage, die sich hinter den Stallungen versteckt. Doch Hertelendy bietet noch weitaus mehr.

Das 1920 als Jagdschloss konzipierte Haus wurde dank eines Schweizer Investors vor Kurzem für gut und gerne 20 Millionen Euro renoviert.
Was man heute antrifft, ist ein elegant-luxuriöses Hotel, in welchem man auf Etepetete und überkandideltes Gehabe verzichtet und welches aufgrund seiner Grösse mit nur 19 Zimmern, Suiten und Appartements eine individuelle Bedienung und Betreuung ermöglicht. Unsere Junior Suite war eine Wucht, Internet und Minibar gehen auf Kosten des Hauses und vor dem Zu-Bett-Gehen findet jeder Gast noch als „Turndown Service“ eine cremig-süsse, sündige Aufmerksamkeit des Küchenchefs wieder. So wird man von früh bis spät verwöhnt. Dies beginnt beim Frühstück, wo man mit warmen Schokoladenmuffins, eigenem Biohonig, cremigstem Ziegenkäse und selbs tgemachten Marmeladen um den Finger gewickelt wird, und endet beim „Bettmümpfeli“ am Abend. Kurt Ropers hat es als Hoteldirektor geschafft, innerhalb von nur eineinhalb Jahren ein wahres Idyll zu schaffen, denn hier wird einem jeder Wunsch von den Augen abgelesen. Sei es ein Bad im Freien, eine entspannende Massage, ein St. Barth-Spa-Treatment oder eine Ausfahrt im hoteleigenen Rolls Royce, einem alten Silver Shadow. Mit diesem holt man seine Gäste übrigens auch vom Flughafen Budapest ab, wenn man dies wünscht. „Oder mit Helikopter. Wir haben einen Landeplatz und einen Hangar – alles kein Problem“, erzählt uns Kurt Ropers stolz.

Seine Hingabe ist in jedem Detail spürbar, seine Freude, die Gäste zu verwöhnen, eine echte. So herrscht eine Kultur des Dienens in Schloss Hertelendy, die geprägt ist durch Menschen, die sehr fein und distinguiert in ihrer Gestik agieren und mit einem charmanten Deutsch-Ungarisch und stets leiser Stimme zu einem sprechen. Irgendwie wird man hier in einen zarten Kokon gepackt, der einem die Strapazen des Businessalltages vom Leibe hält. Schloss Hertelendy ist der perfekte Ort für Glückseligkeit, Ruhe und Musse, ideal für all jene, die hierherkommen, um ungestört kreativ arbeiten zu können, oder um der Hektik entfliehen zu wollen. Es ist ein Ort voller geheimnisvoller Mystik und trotz der Eleganz des Hauses einer charmanten Rustikalität.

Man ist der Natur so nah, wie man es nur sein möchte. Bei den Spaziergängen durch die Apfelplantagen kann es einem nämlich auch mal passieren, dass man, je nach Jahreszeit, auf ein paar Rothirsche, Rehe, Wildschweine, Eulen, Füchse, Goldschakale oder mit viel Glück auch auf Muffelwild trifft.
„Hören Sie mal“, sagt Kurt Ropers am letzten Morgen zu uns. Stille. Nichts ist zu hören. „Das ist ja das Schöne“, so der engagierte Hoteldirektor. Bei unserem letzten Gang über das Gehöft erzählt uns der gebürtige Schweizer von seinem neusten Projekt: einem gemütlichen Picknick-Platz im nahe gelegenen Wald. „Für Sommerpartys zum Beispiel.“

Und übrigens: Wer Schloss Hertelendy ganz für sich alleine haben mag, kann es für rund EUR 7000.00 pro Tag komplett mieten. Für alle, die hochbrisante Strategien ausbrüten wollen – oder einfach nur ungestört eine Hochzeit feiern. Auf Hertelendy ist alles möglich.

So verlassen wir Hertelendy nach zwei Tagen nur widerwillig. Selten hatte uns ein Ort so gefangen genommen wie dieser kleine Flecken Erde. Ungarn wäre zuvor wohl kaum unsere Lieblingsdestination für einen Wochenendausflug gewesen. Doch wir sind sicher: Wir kommen zurück. Und unsere Rückreise ging diesmal auch ohne Landstrassenwirrwarr über die Bühne. Die erst vor wenigen Wochen eröffnete Autobahn führte uns bequem vom 40 km entfernten Nagykanizsa ohne Unterbruch auf direktem Wege wieder nach Hause. Woher sollte das denn auch unsere schlaue Heidi wissen?

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Weiterführende Informationen:

www.schlosshotel-igl.at: Das kleine Schlosshotel ausserhalb von Salzburg.
www.loriot.de: Loriot erzählt Richard Wagners Ring des Nibelungen. So wird die Fahrt amüsant und kurzweilig wie nie.
www.vass-cipo.hu: Ein Tipp von Hoteldirektor Kurt Ropers. Vass steht für handgenähtes, massgeschneidertes Schuhwerk aus Budapest. Übrigens zu unglaublichen Preisen.
www.swiss.ch: Einen Flug nach Budapest gibt es schon für rund CHF 300.00.
www.nissan.ch: Der neue Nissan Murano ist das perfekte Reisemobil
www.hotel-hertelendy.hu: Ihr Schlüssel zur Entspannung. Zimmerpreise ab EUR 300.00. Die Hunters Lodge ab EUR 150.00.

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