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GENDER-FRÜHSTÜCK

BRAUCHT ES EIN GENDER-FRÜHSTÜCK, UM DIE NORMALVERTEILUNG VON MÄNNERN UND FRAUEN ABZUBILDEN?

Die NZZ, gestärkt von einer Reihe Frauenorganisationen und weiteren Medienpartnern, rief im Rahmen des Swiss Economic Forums Anfang Juni in Interlaken zum neuen Netzwerk „Gender 50/50“. Unsere Autorin Teresa Valerie Mandl* blickte für uns hinter die Kulissen – und fragte nach dem Anlass bei den Verantwortlichen nach, wie man den Erfolg mit etwas Abstand beurteilt. Denn: gemessen an den Urteilen, die uns aus dem Netzwerk der Frauenorganisationen zugetragen wurden, scheint die Initiative noch etwas zahnlos zu sein.

Am Freitag, den 6. Juni um 7:00 Uhr folgten sie also dem Ruf der NZZ: 50 männliche und 50 weibliche Führungskräfte, versammelt anlässlich des im Rahmen des SEF statt findenden „Gender“ Working-Breakfasts. Anders als gesamthaft über das SEF betrachtet scheint die Welt im General Guisan Raum des Victoria Jungfrau Hotels an diesem Morgen in Ordnung zu sein. Die hiesige Geschlechterverteilung bildet laut Organisator Markus Spillmann „die Normalverteilung“ ab. Ziel ist es, heute Denk- und Verhaltensmuster an 10 Thementischen zu diskutieren, damit das Thema Geschlechterverteilung in einigen Jahren „obsolet“ wird – und es nicht mehr wie heute „schwierig ist, Frauen in der Führungsetage unterzubringen“.

Der Morgen beginnt mit einem Podiumsgespräch von Petra Jenner (Country Manager Microsoft Switzerland), Nadja Lang (Geschäftsleiterin Max Havelaar Stiftung), Valentin Vogt (Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes) und Armin Meier (Managing Director Boyden). Während die anderen Anwesenden schon speisen, stellt sich die Frage, warum es die Frauen und Männer auf dem Podium geschafft haben, während andere immer noch an die „Glasdecke“ stossen.

Petra Jenner erklärt, sie habe den beruflichen Erfolg „einfach gewollt“, während Valentin Vogt der Ansicht ist, dass „die Rahmenbedingungen einfach stimmen“ müssten. Dabei bemerkt Nadja Lang, dass es nicht nur um die Rahmenbedingungen im Management geht, sondern vielmehr auch die Basisarbeit gemacht werden müsse, wobei die Unterschiede zwischen Individuen oft grösser seien als diejenigen zwischen den Geschlechtern. Laut Armin Meier sind nicht Quoten, sondern „Überzeugungen und Qualität“ entscheidend, wobei Frauen häufiger als Männer „entdeckt werden“ müssten. Sie selektierten mehr als Männer, seien im Durchschnitt sogar höher qualifiziert – und trotzdem scheinen sie grössere Probleme zu haben, im Top-Management anzukommen. Ob das daran liege, dass sich eine Frau heute zu oft die in der Führungsetage vorherrschende Männerkultur anpassen müsse, möchte Markus Spillmann wissen. Dem stimmt Petra Jenner zu und auch Nadja Lang betont, dass Rollenbilder überwunden werden müssten. Rollenbilder, denen scheinbar auch die Veranstalter auf den Leim gegangen sind als sie für die Erstellung einer Kurzbiografie der Podiumsteilnehmer offensichtlich nur von den Damen wissen wollten, wie ihre aktuelle Familiensituation aussieht.

Die Frage, was man tun kann und sollte, übergibt Markus Spillmann an die Thementische. Der Tenor hier geht klar in die Richtung, dass es mehr um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht als darum, wiederum (z.B. durch ein solches Genderfrühstück) auf die Unterschiede von Männern und Frauen hinzuweisen. Hört man sich um, fühlen sich einige TeilnehmerInnen gar „vom Thema genervt“. Und so wird bemerkt, dass die gesamte Diskussion auf „Modellen von gestern“ basiere. Auch am hiesigen Tisch zum Thema „Medien“ hatte man den Eindruck, dass kaum Neues aufkam. Die Herren am Tisch wussten auch nicht recht, was noch zum Thema beizutragen ist – und so widmete man sich dann lieber dem Frühstück und dem allgemeinen Netzwerken. Wobei dies wohl insofern als positives Zeichen zu werten ist, als für die Anwesenden die Geschlechterdurchmischung nichts Besonderes mehr zu sein scheint. Letztlich muss sicher anerkannt werden, dass Frauen eine andere Mentalität mitbringen, genauso wie es andere Individuen im Rahmen der Diversity tun. Diese sollte einmal mehr als Selbstverständlichkeit gesehen werden und sowohl Frauen als auch Männern bereits von Seiten der Familie mit auf den Weg gegeben werden. Ob es dazu künftig ein Genderfrühstück braucht, wird sich zeigen. Die SEF Projektleiterin Alexandra Leemann bezeichnet den Anlass jedenfalls als „vollen Erfolg“, der „bereits im Vorfeld sowohl bei Männern als auch bei Frauen auf grosses Interesse“ stiess. Markus Spillmann, der den Anlass moderierte, klang gegenüber der Autorin im Vorbeigehen allerdings etwas zurückhaltender.

Der nächste „Gender 50/50“-Anlass findet am 28. Oktober 2014 in Zürich statt und auch nächstes Jahr am SEF.2015 ist wiederum ein Gender-Frühstück vorgesehen. In der Zwischenzeit gibt es auf der Website www.gender5050.com und im Blog unter http://www.gender5050.com/de/newsfeed aktuelle Beiträge, Studien und Publikationen zum Thema „Gender Diversity“.

*Die Autorin, Teresa Valerie Mandl, ist Head bei T.V.T swissconsult GmbH. www.tvtswiss.com und Preisträgerin der Generation CEO.

Fotos von swisseconomic –  flickr.com/photos/swisseconomic/flickr creative commons, uverändert übernommen

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