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EXPERTIN DER KURVEN

„In ein Auto zu steigen ist eine intime Sache“lld01_02-1

Die deutsche Starfotografin GABO hatte schon so manchen Prominenten vor der Linse. Den ehemaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder, Schauspieler Kevin Costner oder Alexandra Maria Lara, Sänger Roger Cicero oder den Audi A5. Zudem inszeniert sie leidenschaftlich gerne die Titelstories für den deutschen Playboy, den Stern oder den Spiegel. Sie liebt es direkt, analog. Ohne Umschweife. Ihr Blick für die Seele des Menschen, den sie ablichtet, ist einmalig. Ebenso ihre Kunst, alle ins beste Licht zu setzen. Ein Interview mit einer der spannendste zeitgenössischen Fotokünstlerinnen dieser Welt.
Text: Sandra-Stella Triebl

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Ladies Drive: Sie haben viel Arbeit zurzeit, nicht wahr?
Gabo:
Ach, es ist unglaublich. Und der Drucker streikt gerade – ich sollte etwas ausdrucken fürs Playboy Shooting für morgen und der druckt immer nur diesen dummen Bunnies aus. Büroarbeit fällt mir echt schwer.

Ladies Drive: Gehört auch nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen…
Gabo: Die Digitalisierung der Welt ist leider nicht mehr aufzuhalten. Man sitzt doch heute einfach zu lange vor dem Computer. Ich will an die frische Luft. Fotografieren! Auch dieses Nachbearbeiten von Bildern macht mir absolut keine Freude.

Ladies Drive: Obwohl es heutzutage wohl kaum mehr anderes gibt…
Gabo: Das ist in der Tat so. Es ist eigentlich eine wahre Tragödie mit der Fotografie. Diese Kunst ist einfach nebenei mal so ausgestorben und keiner hat was gemerkt. Auch Profis wie ich werden gezwungen digital zu werden. Ich kann das auch, finde es aber überhaupt nicht schön und ich werde mich solange wehren, wie es geht, und werde einfach so lange wie es noch Filme gibt, analog fotografieren.

Ladies Drive: Helfen Sie einer Amateurfotografin wie mir auf die Sprünge?
Gabo: Ein Foto mit Film ist viel romantischer, weil es mit Korn hergestellt ist. Und das Viereck „Pixel“ ist schon anders. Ich denke einfach, der Mensch besteht aus Atomen und die sind auch rund. Ich krieg das nicht so zusammen. Um dem digitalen Foto Charme einzuhauchen, muss man es dann in der Nachbereitung wieder trimmen.

Ladies Drive: Und dann ist kaum mehr ein Makel zu sehen…
Gabo: Man spielt Gott und die Menschen sehen auf den Fotos alle gleich aus. Das Individuelle ist sehr konform. Da wird immer so viel rumgefummel, ohne dass man es kennzeichnen würde. Heute ist einfach JEDES Bild manipuliert. Man gaukelt einem eine Welt vor, die es nicht gibt.

Ladies Drive: Und wie ist Ihr Ansatz zu arbeiten?
Gabo: Ich verschönere Menschen auch – aber ich tue das übers Licht. Dafür bräuchte man eigentlich einen Waffenschein. Denken Sie mal an Umkleidekabinen, Badezimmer in Hotels. Beim Licht hat man die Gabe, Menschen schön dastehen zu lassen oder eben sie in ein wirklich schlechtes Licht zu rücken. Die Seele soll hervorgebracht werden, nicht eine Oberfläche. Das ist die schönste Wahrheit.

Ladies Drive: Wann haben Sie eigentlich bemerkt, dass Sie wohl ein überdurchschnittliches Talent haben?
Gabo: Mit 24.  Da ich selber Model war, hatte ich viel Bezug zur Fotografie. Ich hab während meiner Modelzeit Polaroids geschossen und diese dann mal einem Fotografen gezeigt und der sagte: „Kauf dir mal ne anständige Kamera“. Natürlich haben viele gesagt, schon wieder ein Model, die Fotografin wird. Das war der Grund für die Umbenennung in Gabo. Ein Model ist nicht nur hübsch und doof und hat kein Talent. Das war meine Antriebsmaschine, es allen zu zeigen.

Ladies Drive: Wann und wie begann der Erfolg für Sie?
Gabo: Mit dem Grönemeyer Titel und 10 Seiten im Stern das war schon meine Geburtsstunde. Mittlerweile habe ich 15 Sterntitel realisieren dürfen. Zuerst hab ich Reprtagen fotografiert. Doch hab schnell gespürt, dass das nicht mein Fach ist. Wenn man dem Tod ins Auge fotografiert, …das ging mir an die Substanz aiidskranke Kinder in Uganda abzulichten udn auf den Wunden scharf zu stellen. Die Modefotografie wurde mir dann aber auch schnell langweilig. So blieb ich an den Menschen hängen, an Gesichtern, die Ausdruck haben. Das findet man nicht unbedingt bei Models, weil die oft nur Leinwände für Malerei sind. Es ist interessanter Politiker, Sportler und Schauspieler zu portraitierten.

Ladies Drive: Wie lebt es sich mit dem Erfolg? Was macht er einfach, was schwerer?
Gabo: Ich finds super anstrengend. Speziell in Deutschland wird man dauernd verglichen – ich kanns nicht mehr hören zum Beispiel mit Annie Leibovitz verglichen zu werden. Sie hat einen ganz anderen Stil. Wir Deutschen neigen auch zu Neid. Wenn wer zu gross wird, muss man ihn runterholen. Da ist eine Knirschzone bei mir wo ich sage, wenn ich zu erfolgreich werde muss ich einen Gang runterschalten. Aber ich möchte nicht berühmter werden als die Leute, die ich fotografiere. Ich möchte anonym bleiben und mags auch nicht gefilmt zu werden. Wenn man älter wird, sitzt auch alles nicht mehr so. Manchmal arbeite ich auch mit einem Pseudonym und mache Dinge, die mir einfach gefallen.

Ladies Drive: Macht Erfolg auch satt? Unkreativ?
Gabo: Nö… (und nach einer kurzen Pause) da muss ich mal drüber nachdenken. Bei der Fotografie muss man nicht wie beim Schriftsteller darben und leiden. Man muss nicht hungrig sein. Aber es ist ätzend, wenn man am Jahresende trotz des Erfolgs wieder plus minus 0 dasteht, weil man ein wahnsinniges Bollwerk hinter sich herzieht. Ich bin alleinerziehende Mutter und sorge für meine eigene Mutter, habe drei Tiere, Pferd, Katze und Hund, mein Freund lebt auf Mallorca, doch hier in Berlin ist mein Showroom, von welchem aus ich netzwerke…je erfolgreicher man ist desto eher lebt man auf grösserem Fuss und gibt mehr aus. Und andere erwarten auch mehr von einem. Das kostet auch wieder Geld.

Ladies Drive: Sie leben und arbeiten überall auf dieser Welt, haben einen Showroom in Potsdam, ein Haus auf Mallorca, pendeln zwischen Male, Miami, New York und Europa  – wie können wir uns einen Tag im Leben von GABO vorstellen?
Gabo: Privat bin ich faul wie sonst was, schlampig wie Pippi Langstrumpf und gefrässig. Am liebsten mag ich Marzipan, fernschauen und zappen mit dem Hund aufm Bauch und meiner Katze am Kragen. Wenn dann der Freund noch dabei ist…wunderbar. Ich habe ja schon sehr jung gearbeitet und das ohne Unterbruch. In meiner Freizeit bin ich nur noch faul.

Ladies Drive: Und wenn Sie arbeiten?
Gabo: Dann heisst es früh aufstehen, einen Flieger kriegen, schwere Taschen hinter sich her ziehen. Man beginnt um 9 und wartet nur allzu oft auf die Sonne, die nicht kommt. Ich bin beschäftigt zu schauen, dass es dem Team gut geht. Ich bin nicht „Madame Wichtig“, es soll alles fliessen und es soll dem Team gut gehen …alle sollen irgendwie glücklich sein. Aber mein Job ist nicht so romantisch wie es sich anhört. Oft wird man von Mücken zerbissen, hat totalen Jetlag, möchte eigentlich nur zu Hause sein. Man hat oft nur Postkartenerinnerungen.  Aber es ist immer noch mein Traumjo. Im nächsten Leben werde ich Opernsängerin. So ne Netrebko, das würde mir gut stehen. Das gefällt mir.

Ladies Drive: Sie mögen offenbar keinen Streit…
Gabo: Ich bin absolut harmonie-süchtig. Streit finde ich destruktiv und Zeitverschwendung. Mein Sohn wird 21 – mit dem habe ich kaum Streit – wir haben erst vor kurzem darüber gesprochen. Villeicht mal um nen Keks oder so. Aber nie wirklich. Streittheorien, ach daran glaube ich nicht.

Ladies Drive: Wenn Sie zurückblicken, gab es Projekte oder Werke, die Ihnen ganz besonders in Erinnerung geblieben sind?
Gabo: Dieses Audi Ding das hat mir extrem viel Spass gebracht. Während des Shootings war es höchst anstrengend. Wir haben in Genua fotografier und das während des Winters – es war eisig kalt. Und fotografier mal ein Auto, das noch keiner sehen darf. Wenn irgendwo wer auftauchte, wurde das Auto sofort wieder eingepackt, damit niemand spionieren konnte. Ich war stolz wie Bolle als ich auf der 5th Avenue ins Audiforum New York ging. Wir hatten einen unglaublichen Erfolg mit dieser Geschichte. Das Auto war der Star, das war schon toll.

Ladies Drive: Wie erklären Sie sich diesen unglaublichen Erfolg der A5 Kampagne?
Gabo: Sie hat Emotionen geweckt. Es ging nicht darum primär ein Auto zu zeigen, mit den Kurven und Heckspoilern. Wir konnten so spannend inszenieren, dass es sexy wurde. Man kriegte Lust das Auto mal in Gänze zu sehen und das machte es viel spannender – auch ein verhüllter Busen ist viel erotischer. Dadurch war es einmalig. Vorher hat man das so noch nie gemacht.

Ladies Drive: Ja, Sie sind eigentlich die Expertin der Kurven – sie arbeiten für die Autoindustrie und als Fotografin für den Playboy….
Gabo: (lacht) – ja mit verpacken und entpacken kenn ich mich aus. Ich fotografiere nur berühmte Schauspielerinnen. Nicht jetzt irgendwelche Bunnies. Das sind immer gestandene Persönlichkeiten. So ist es nicht ganz so platt – das ist die Haut Couture des Playboy – die Covergeschichten. Auch ein schön geschwungener Körper ist eine Herausforderung, das so zu zeigen, dass es lecker aussieht. Aber ich mach ja auch anderes. Genau diese Mischung, die machts aus. Ich liebe die Würze des Verschiedenen. Heute ein Model, morgen ein Auto in Genua, danach wieder eine nackte Prominente auf einer Giraffe… (lacht)…das ist das Spannende.

Ladies Drive: Und wie sehen ihre mittel- und längerfristigen Ziele aus…was wollen Sie noch erreichen in ihrer Karriere…?
Gabo: Ich möchte mir mal mein eigenes Haus leisten und autark sein können. Wenn ich mal nicht mehr fotografiere und keine Rente krieg, dann möchte ich niemandem auf den Geist geben. Da hoffe ich hinzukommen. Nicht nur einfach Break-Even, sondern auch mal verdienen. Das ist ein Wunsch von mir. Ich hab keine manifestierte Vision, aber Sonne, Mond und Sterne und die Weite, die Natur…das müsste es schon sein.

Ladies Drive: Wie wichtig sind Ihnen persönlich eigentlich Autos?
Gabo: Ich fahr sehr gerne Auto. Politisch korrekt wär derzeit ja ein Hybrid – so einen würde ich auch sehr gerne besitzen. Wenn ich unvernünftig sein dürfte, da würde ich einen Shelby kaufen. Wir haben vor kurzem einen in den USA gefahren. Das hat sooo Spass gemacht und der Shelby hatte einen so geilen Sound. Irgendwann möchte ich mir im Leben so ein Auto gönnen. Aber dann hätte ich wieder ein schlechtes Gewissen. Coolen Sound und viel PS, da tu ich mich einfach schwer. Ich hatte immer tolle Autos mit Seele – mein erster war ein Carman Ghia, aber den hab ich leider kaputt gemacht, dann einen Citroen DS, so ein Gangstermobil, dann einen Saab 9-6, dann ein Käfer mit Porschemotor, ein Renault Alpin und dann hatte ich mal einen Mercedes Kombi…und jetzt einen Opel Frontera. Ich hatte schon mal ein Angebot eines Sponsors, aber das Auto hat mir nicht gefallen. So käuflich bin ich nicht.

Ladies Drive: Und wie sieht Ihr Traumauto aus?
Gabo: Mein Traumauto würde mit Wasser oder Olivenöl fahren, hätte aber einen richtigen coolen Look und wäre herrlich bequem. Ich stehe auf Purismus – Frauen sind nicht zu blöd, um Knöpfe zu bedienen, sondern praktisch. Lieber wenige dafür intelligente Knöpfe. Lieber was manuelles – wenn mal die Elektronik kaputt geht, damit man auch das Fenster öffnen kann.

Ladies Drive: Welche Assoziationen haben Sie zum Wortpaar Frauen und Auto?
Gabo: Puh…eigentlich gar keine. Ich finde da gibt es keine Assoziationen. Ich finde Frauen sind genauso gute Autofahrer wie Männer. Ich sehe da keinen Grund das besonders hervorzuheben. Das war doch früher, dass Frauen nur am Wochenende fahren. Heute können wir uns Autos längst selbst leisten. Aber wir schauen vermutlich eher auf Optik und Farben. Ich glaube da sind wir schon deutlich anders als die Männer.

Ladies Drive: Denken Sie es gibt einen Markt, ein Bedüfnis für ein Magazin wie Ladies Drive?
Gabo: Ich würd mir die Zeitung kaufen. Ich find das toll. Oft strauchelt man ja. Die Männerautozeitungen sind mir zu technisch – das ist ja nicht unwichtig. Wichtiger ist mir aber die Seele. Eine Frauenzeitung kann dieses Thema emotionaler anpacken. Das ist ja auch eine intime Sache – man steigt in ein Auto rein. Viele Geschichten spielen sich in einem Auto ab, Ehestreitigkeiten, Küsse – Frauen wahren Hof und Heim und das Auto ist ein Teil davon, weil man ein Teil seines Lebens drin verbringt. Das ist auch Frauensache!

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