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EINTAUCHEN BITTE!

Eintauchen bitte! PDFWillkommen in der edlen Farbenwelt der Caterina Fabrizio von Dedar

Text: Sandra Stella Triebl,  Fotos: Sebastian Triebl

Ihre Welt besteht aus feinstem Organza, edelstem Damast und Samt, schillerndster Seide oder zart fliessenden Leinenstoffen. Die Rede ist von Caterina Fabrizio, Stoffdesignerin des Hauses Dedar. Die anmutige Dame des Hauses empfängt uns an der Via della Resistenza in Appiano Gentile, nahe Como. Es folgte eine atemberaubende und fantastische Reise in die Welt der Stoffe und Farben.

Das Headquarter des italienischen Stoffkreateurs Dedar liegt zwischen den Hügeln kurz hinter Como in einem unprätentiösen betongrauen Anwesen mit zahlreichen ein- bis zweistöckigen Gebäudekomplexen. Wir klingeln an der metallenen Eingangspforte: „Abbiamo un appuntamento con la signora Caterina Fabrizio“, stottere ich mit meinem holprigen, ungeübten Italienisch. „Si, signora“, heisst es kurz und das Tor öffnet sich. Mit ihm öffnet sich uns auch das Tor in eine zauberhafte, bunte Welt voller höchst innovativer Stoffe, Tapeten, Möbel und Kissen.
Wir warten nach unserer Ankunft noch einige Zeit mit einem, dann zwei Espressi und zahlreichen Süssigkeiten in einem der neu gebauten Showrooms von Dedar, einem langen, eierschalenfarbenen Schlauch, in dem die luxuriösesten Stoffe von der Decke hängen.
DedarDann betritt eine hochgewachsene Frau mit schokoladenbraunen, langen Locken den Raum, die Haare im Nacken locker zusammengebunden. Sie kam uns vor wie eine Erscheinung. Caterina Fabrizio, offiziell zuständig im Hause für Marketing und Verkauf, ist eine einnehmende Schönheit mit warmen, haselnussbraunen Augen. Sie setzt sich mit einem Espresso zu uns an den Tisch. Schon nach wenigen Minuten erahnen wir, in welcher Welt Caterina Fabrizio aufgewachsen sein muss. Der Vater, der bereits vor der Gründung von Dedar im Kunstsektor tätig war, schuf vor dreissig Jahren – erstmals in Italien – eine Marke für zeitgenössisches Interior Design. Sie begleitete die Eltern deshalb auch schon früh auf Reisen in ferne Länder, mit fremden Gerüchen und diesen wunderschönen Farben, wie beispielsweise Anatolien oder Indien.
Trotz dieser frühkindlichen Prägung für kunstvolle Stoffdesigns studierte sie später International Economics und plante zwischenzeitlich auch mal, ihr Glück in einem Entwicklungsland zu versuchen. Doch es kam schlussendlich anders. Der Ruf der Leidenschaft war stärker. „Mein Bruder studierte zu jener Zeit Architektur und lebte eine Zeitlang in Spanien. Aber wir haben beide die Welt der Stoffe so sehr vermisst, dass wir uns in der Folge mit Haut und Haaren der Firma verschrieben haben.“ Die gemeinsame Liebe, Stoffe zu designen, verband die Familie und führte sie erneut zusammen.
„Wir haben damals vom reichen Wissen der hier ansässigen Seidenhersteller profitiert“, erzählt sie mit sanfter Stimme.

Und je mehr wir über die klassischen Herstellungsmethoden erfahren haben, desto mehr Passion entwickelten wir.

Wobei sie gleich im nächsten Satz ergänzt, dass der Zugang zur Kreation von Stoffen alles andere als klassisch war: „Wir waren stets mutig, auch anderes auszuprobieren.“ Dieser Mut hat sich durchaus ausgezahlt. Während Dedar noch vor 15 Jahren mit lediglich 12 Angestellten auskam, stehen mittlerweile über 85 Personen in ihren Diensten, erste eigene Showrooms in Mailand, Paris und Moskau wurden eben eröffnet. Für Caterina Fabrizio sind Stoffe in all ihren Variationen, vom Kissen bis zum Vorhang, ein wahres kreatives Spielbecken. „Mich faszinieren die wunderschönen Farben immer wieder aufs Neue, die Haptik, die grafischen Muster oder die Zartheit der Seide. Aber es macht auch Spass, mit diesen Rohstoffen zu experimentieren, neue Technologien zu entdecken, denn dies ist zentraler Schlüsselfaktor für den Erfolg einer Marke.“

So haben die Stoffingenieure in den Reihen von Dedar einen Polyesterstoff entwickelt, der so kunstvoll gewebt werden kann, dass der Eindruck von Seide entsteht.

Dedar„Das war ein, ja … ,big thing‘ für uns! Wir haben diese Technik weiterentwickelt und extra breite Webstühle von drei Metern fünfzig hierfür verwendet. Das ist eine ganz wunderbare Geschichte, weil man bei der Weiterverarbeitung dieser Stoffe auf Stühlen beispielsweise keine einzige Naht mehr sieht. Wir bezeichnen das als funktionalen Luxus!“ – Die Mittvierzigerin sprüht vor Begeisterung.
Trotz des Wachstums – der Innovationsträger von Dedar ist und bleibt die Familie. Die Mutter ist die Chefin der Designabteilung, entwirft daneben auch eine Kollektion von Teppichen, während der Vater als CFO der Firma agiert. Und auch Caterinas Bruder ist in die Geschicke des Unternehmens involviert. „Beim Design reden aber immer alle mit“, sagt sie amüsiert und kann sich dabei ein breites Grinsen nicht verkneifen. „Wir haben viele Diskussionen, wie Sie sich vorstellen können! Aber wir haben viel Spass dabei, unsere Passion auszuleben. Aber natürlich geht es sehr italienisch zu!“ Sie nimmt lachend einen Schluck Espresso. Man habe einfach Regeln aufgestellt, erzählt sie weiter, steht auf und winkt uns zu einem grossen Tisch mit verschiedensten Stoffballen und Mustern, wühlt darin, legt weitere Stoffmuster aus dem Hängeregal dazu. „Eine wichtige Regel ist, dass jeder zumindest ein Design haben darf, das er mag, auch wenn’s alle anderen schrecklich finden. Ich suche grad eines von meinem Bruder … hier ist es …“, und sie zeigt uns einen Vorhangstoff mit wilden grafischen Mustern. Wir nicken verständnisvoll. „Aber schlussendlich geht es nicht nur darum, irgendetwas zu designen, das kurzfristig trendy erscheint. Viel wichtiger ist die Qualität. Also die richtige Balance zu finden, wie man die Stoffe bestmöglich herstellen und verarbeiten kann.“
Qualität, und da ist Caterina Fabrizio überzeugt, hat weniger mit einem bestimmten Rohstoff zu tun. Edel könne durchaus jedes Material sein, es müsse nicht immer Seide sein, sagt sie bestimmt.

Unsere Mission, unsere Vision ist es, die schönsten Farben der Welt zu haben.

Und sie sagt daraufhin etwas, was uns noch lange im Gedächtnis bleibt:

Es braucht Wahrheit in den Kreationen, denn Kreation ist eine Vorwärtsbewegung.“

Wir durchschreiten an ihrer Seite den Raum auf der Suche nach weiteren Beispielen. Sie legt uns unzählige Stoffmuster hin, während sie mit typisch italienischer Gestik erzählt. Auffällig sind die charakteristischen Motive, welche auf den Dedar-Kreationen wiederzufinden sind und die vielmehr den Eindruck einer stoffgewordenen Skulptur oder Architektur hinterlassen, als einfach nur seidig und geschmeidig im haptischen Erlebnis zu sein. Als Inspiration hierbei dienen im Übrigen auch mal Archive, Motive aus Zentralasien, die geschickt in unsere Zeit transformiert werden. „Wir wollen, dass unsere Stoffe Oberflächen sind“, erklärt die schöne Italienerin. „Wir haben Polyesterstoffe, die wie Gras aussehen, wir arbeiten an Stoffen für Boote, Wände oder auch mal Autos, denn einige davon sind feuerfest.“ Sie kramt kleine Fotos aus einer Schachtel, die Arbeiten zeigen, wie Dedar-Stoffe in Hotels oder Restaurants eingesetzt werden, zupft aus dem Hängeregal einen grossen Stoffballen hervor. „Und hier arbeiten wir mit Stempeltechniken, wobei die Muster mittels Hitze eingeprägt werden. Uns diente hierfür spanisches Leder aus dem 15. und 16. Jahrhundert als Inspirationsquelle“, sprudelt es aus ihr hervor.
Die unzähligen Farben, Kombinationen, Colorisations-Akzente, die wir in diesem Raum finden, sind wie eine eigene Unterwasserwelt, in der wir ihr willig folgend hinterherschwimmen, an ihren Lippen hängen in jedem Moment, in dem sie uns etwas zu erzählen hat und ihre Inspirationen preisgibt. „Und diese Kissen haben uns so viel Spass gemacht – deshalb konnten wir gar nicht aufhören mit immer neuen Designs!“, und sie lässt uns eines aussuchen. „Das nehmen Sie dann als Andenken mit nach Hause, ja?“ Wir denken nicht daran zu widersprechen und umarmen das Geschenk, welches aussieht wie ein süsses italienisches Dessert, dankbar. „Würde sich gut in unserem Auto machen“, flüstere ich meinem Mann zu, der uns mit der Kamera seit zwei Stunden auf den Fersen ist. „Viele dieser Kreationen, die Sie nun hier sehen, sind Tapetenstoffe. Grossartig, nicht?“ – Erneut nicken wir lediglich stumm, während wir andächtig den Stoff befühlen und ihn uns schon heimlich ins eigene Wohnzimmer wünschen. Ein leises „Wow“ entschlüpft uns dann doch.
Eine besondere Faszination empfanden wir zu guter Letzt auch für die irisierenden Farben, welche mittels einer Menge technologischen Know-hows auf die Stoffe aufgebracht werden. Kein Wunder, lassen sich gut betuchte Kunden ihren Privat-Jet oder ihren Bugatti damit ausstatten und Architekten mit gutem Geschmack geben ihrem Interieur mit Dedar-Stoffen den richtigen Glamour, wobei man hier nie auf Funktionalität verzichten muss, was ein Beispiel aus einem Hotel in Italien zeigt: „Wir haben eine blütenweisse Suite kreiert. Aber alle Stoffe sind bestens zu reinigen!“, erklärt sie stolz.
Fast ein wenig erschöpft lassen wir uns am Ende des Gesprächs auf einem der schneeweissen Sofas nieder. „Ich fühle mich sehr privilegiert, so arbeiten zu können. Unsere Familie hat gemeinsame Ziele, eine gemeinsame Vision – da gibt es keine Machtkämpfe.“ In der Tat – in diesen Zeiten schätzt sich glücklich, wer dies sagen kann.
Trotzdem hat Caterina Fabrizio einen Traum. „Ich habe ja zwei gesunde, junge Söhne, zwei kleine Krieger. Ich bin mehr als zufrieden mit meinem Leben“, und sie senkt vorsichtig den Blick, als würde sie es kaum wagen, ihrem Traum Worte zu verleihen, tut es dann doch mit einem strahlenden Lächeln in ihrem schönen Gesicht:

Ein Konzepthotel in Como wäre schon grossartig! Wissen Sie, wir haben ja Stoffe für die Wände, die Vorhänge, die Kissen und limitierte Möbelserien. Das wäre die Erfüllung meiner Träume …“

Als sie uns abschliessend die Stufen zum Parkplatz hinunterbegleitet, wo unser Fiat 500 Testwagen steht, wollen wir noch wissen, ob ihre Kinder diese Leidenschaft auch bereits in sich aufgesogen haben. „Die zwei sind jetzt neun und acht Jahre alt. Und ja! Der Kleine macht derzeit vor allem Designs mit elektrischen Gitarren. Es ist wie damals bei meinem Bruder und mir.“
Winkend verabschieden wir uns und nur wenige Augenblicke später fällt das schwere, schmucklose Tor mit den grauen Eisenstäben hinter uns klackernd ins Schloss. Wir sind wieder aufgetaucht.

Weiterführende Informationen:
www.dedar.com

One Comment

  1. Lera Mocher

    Tja, Dinge konnen manchmal wirklich trivial erscheinen. Danke 😉

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