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DIE TREIBENDE KRAFT

Cover_LDNo12Während ich dieses Editorial verfasse, sitze ich am Bahnhof Winterthur fest. Erst Zugausfall wegen technischen Problemen und dann auch noch eine Fahrleitungsstörung mit erneutem Zugausfall. Das abends um acht nach einem Dreizehn-Stunden-Tag, fünf Termine, ebenso vielen Kaffees und einer erwarteten Heimreisezeit von nochmal eineinhalb Stunden bis ins Appenzell.
Sie werden nun sagen: Weshalb wohnt die auch hinten oben links, so nah am Ende der Welt? – Nun, ganz einfach. Um dem hektischen Treiben des aufreibenden Businessalltags entfliehen zu können. Um wieder etwas geerdet zu werden, um zu spüren, was eigentlich wichtig ist im Leben. Um bei schönem Wetter im Pyjama draussen frühstücken zu können. Um ultimative Privatsphäre zu haben, die ich mittlerweile hüte und behüte wie meinen kostbarsten Schatz, weil sie mein rarstes Gut geworden ist. Rar, seit ich mich entschlossen habe, selbstständig zu sein. Ja. Es heisst eben, dass man selbst und ständig arbeitet. Wie eben jetzt am Gleis 4A des Bahnhofs Winterthur. Ich habe mir zur Beruhigung eben eine Schachtel Sprüngli-Criollo-de- Maracaibo-Pralinés gekauft und bereits deren vier verschlungen, spüre aber noch keine wesentliche Verbesserung meines Gemütszustandes. Denn eigentlich sollte ich längst zu Hause im Office sein und arbeiten, meine Mailpendenzen erledigen, Beiträge fürs Ladies Drive schreiben, Konzepte für Kooperationen erarbeiten … ach, den Rest erspar ich Ihnen. Vor meinem geistigen Auge sehe ich mich bereits bis weit nach Mitternacht arbeiten. Mit einer leeren Criollo-Schachtel neben meinem Laptop. Immerhin gut 200 Gramm pure Schokolade. Ich denke an die Menschen, die wegen des Vulkanausbruchs auf Island (weiss eigentlich noch irgendwer den Namen dieses Dings?) an irgendeinem Ort in Europa festsassen. So wie ich jetzt hier im Wartesaal auf Gleis 4A. Mir fällt auf, dass ich mich – ausser mit Arbeit – offenbar kaum mehr zu beschäftigen weiss. Kein Wunder, wenn man eigentlich rund um die Uhr und übers ganze Jahr schuftet, weil man es nicht als Arbeit, sondern als innere treibende Kraft versteht. Nichtsdestotrotz wird man beim Ausleben seiner vermeintlichen Selbstverwirklichung ganz schön müde und meist fehlt einem sogar die Zeit, darüber nachzudenken, weshalb man sich nicht mehr Ruhe gönnt, weshalb einen ständig das Gefühl beschleicht, man müsse sich jedes Stückchen Freizeit aus den Rippen schneiden. Was für eine blutig schmerzliche Metapher und wie trefflich.

Gleis 4A verleitet mich darüber nachzudenken. Was treibt einen eigentlich an, so viel zu arbeiten? Die Arbeit selbst? Etwa so etwas wie Pflichtgefühl? Fleiss? Ehrgeiz? Das eigene Ego? Oder sind es exogene Faktoren wie Erfolg, Anerkennung anderer, Macht, Prestige, ein grösseres Haus, eine schönere Uhr, ein schnelleres Auto? – Nein. Für mich ist es die Erfüllung, wenn etwas gelingt, das Kribbeln, wenn etwas Kreatives entsteht, die Zufriedenheit, das tun zu dürfen, was meinen Talenten und multiplen Interessen entspricht. All dies ist ein kleines Kaleidoskop des Glücks, welches uns alle, die wir mit dem Popo in der warmen Butter schwimmen dürfen, durchströmen sollte. Doch um das zu realisieren, braucht es einen Moment der Musse, eine Stopp-Taste, ein Kinderlachen, ein Hundewedeln, ein Zugausfall, ein Sonnenstrahl, die erste Schneeflocke im Winter … ich bin sicher, auch Ihnen fällt etwas Schönes ein …
So grüsse ich die Müssiggänger und Workaholics und wünsche einen zauberhaften Winter und genug Ruhe, diesen auch zu geniessen!
Sandra-Stella Triebl
Herausgeberin Ladies Drive

FOTOSHOOTING: BRIT CHIC
MODEL: SUE RICKENBACHER • FOTOGRAF: LUC LAMAR • HAIRSTYLING: CHRISTOPHE CHEVILLARD (LE SALON) • MAKE-UP: DARIO SCALA (FUSIONMANAGEMENT) MIT SMASHBOX COSMETICS • RETOUCHING: SIBES • STYLING: SANDRA-STELLA TRIEBL • REDAKTION: LYDIA ZECHNER & SANDRA-STELLA TRIEBL • PRODUKTIONSASSISTENZ: LYDIA ZECHNER • PRODUKTIONSLEITUNG: SEBASTIAN TRIEBL

One Comment

  1. Martina

    Wunderschön formuliert :-) Diese innere Befriedigung, die man verspürt, wenn man (bzw. frau) quasi in der Funktion als Kupplung Dinge in Bewegung bringen kann.

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