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DIE LEAGUE OF LEADING LADIES KONFERENZ – WAS MAN(N) DORT LERNEN KONNTE

12_Oliver_Damm.JPG_12_Oliver_DammDie League of Leading Ladies Konferenz war ein wirkliches Highlight, nicht nur für die weiblichen Teilnehmer, sondern sicher auch für die sehr dünn gesäte männliche Besucherschar. Bisher habe ich immer nur Konferenzen besucht, die sehr stark von Männern dominiert und auch entsprechend ausgerichtet waren. Umso spannender war für mich die Teilnahme an der besagten Konferenz. Was würde anders sein, war eine Frage, die mich im Vorfeld sehr beschäftigt hat.

Augenscheinlich war für mich der unverkrampfte Umgang miteinander. Die Offenheit, mit der alle aufeinander zugegangen sind, erzählt und vor allen Dingen zugehört haben, war absolut beeindruckend. Man konnte die grossflächige Abwesenheit von Testosteron geradezu physisch wahrnehmen. Kein „Mein Haus – mein Auto – mein Boot“-Geplänkel, aber dafür echtes Interesse an den anderen Menschen. Männer hingegen neigen instinktiv dazu, Gruppen zu bilden und sich so aufzustellen, dass auch eine räumliche Abgrenzung sichtbar wird. Damit vermitteln sie den übrigen Besuchern: „Wir sind hier, aber ihr gehört nicht dazu!“. Das war der erste grosse Unterschied zwischen den männlichen und weiblichen Geschäftsleuten, der mir aufgefallen ist: Für Frauen steht das Miteinander und für Männer das Gegeneinander im Mittelpunkt – Verbundenheit versus Abgrenzung!

Das passt auch sehr gut zu den Ergebnissen der Hirnforschung. Männer werden sehr stark vom Statusgedanken dominiert und gerade in Gruppen ist es für sie extrem wichtig, ihre Position zu finden, möglichst immer in der Nähe der Alpha-Männchen. Wenn sie dort einen Platz ergattert haben, dann gilt es, diesen auch entsprechend zu verteidigen und möglichen Eindringlingen keine Chance zu geben. Ganz anders verhalten sich hier die Frauen. Sie suchen den Kontakt zu anderen und gehen auch auf diejenigen zu, die eher schüchtern in der Ecke stehen. So integrieren sie alle anwesenden Personen und geben ihnen so das Gefühl, ein Teil der Gruppe zu sein. Dadurch entsteht ein ganz besonderes Klima der Offenheit und der Entspannung, was natürlich der Kreativität sehr förderlich ist.
Auch die Energie und die Dynamik haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Alles ging viel schneller, aber irgendwie doch ohne Hektik und Stress. Insbesondere die Fähigkeit der Frauen, sich gleichzeitig mit fünf Personen zu fünf verschiedenen Themen zu unterhalten, hat bei mir Bewunderung ausgelöst. Es hat mir gezeigt, dass Frauen auch auf diesem Gebiet von der Verknüpfung des Gehirns her ganz anders aufgestellt sind als wir Männer. Tatsächlich ist es so, dass bei den Frauen der Corpus Callosum (Gehirnbalken), der die beiden Gehirnhälften miteinander verbindet, stärker ausgeprägt ist. Das ermöglicht zwar kein Multi-Tasking in dem Sinne, wie wir es uns immer vorstellen, aber die Geschwindigkeit, mit der Frauen zwischen den Aufgaben wechseln können, ist gegenüber jener der Männer deutlich beschleunigt. Von daher ist es für Frauen viel weniger problematisch, wenn verschiedene Eindrücke auf sie einströmen, da sie diese schneller verarbeiten können.

Faszinierend war für mich auch, mein Mittagessen an einem Tisch mit mehreren Frauen einzunehmen. Bei den Gesprächen ist ein Unterschied sofort aufgefallen. Die Themen haben sich nicht darum gedreht, „was ich alles geleistet und erreicht habe“, sondern vielmehr darum, welchen Beitrag die Unternehmerinnen für ihre Kunden und andere Menschen geleistet haben. Auch hier war der Fokus klar auf den Nutzen für andere und nicht auf die eigene Leistung gerichtet. Und noch ein weiterer, kleiner Unterschied war sehr auffällig: Fairness im Umgang mit anderen Menschen spielt für Frauen eine wesentlich wichtigere Rolle als für Männer. Auch hier unterscheiden sich wieder die beiden Gehirne. Während für Männer ihr persönlicher Status und die Autonomie besonders wichtig und deshalb als Grundbedürfnisse entsprechend verankert sind, haben bei den Frauen die Grundbedürfnisse Fairness und Verbundenheit den absoluten Vorrang. Daraus ergibt sich unweigerlich, dass es Unternehmerinnen viel leichter fällt, Kooperationen aufzubauen und diese auch wirklich so auszugestalten, dass sich für alle Parteien eine „Win-Win-Stuation“ ergibt. Männer tun sich dabei deutlich schwerer, da bei ihnen sehr oft das Status-Streben wirkt und sie zwingt, das für sie Bestmögliche aus einer Kooperation herauszuholen. Bei ihnen geht es immer auch darum, zu gewinnen oder zu verlieren und deshalb dem Gegenüber nicht zu viele Zugeständnisse zu machen. Das erschwert die Zusammenarbeit natürlich zusätzlich und führt leider auch in vielen Fällen dazu, dass vielversprechende Kooperationen letztendlich doch scheitern. Die tiefe Überzeugung, dass gemeinsam wirklich mehr erreicht werden kann und Synergieeffekte zum Wohle aller Beteiligten wirken, setzt sich erst ganz langsam in der Männerwelt durch.

Welche Erkenntnisse kann ich nun als Mann von der League of Leading Ladies Konferenz mit nach Hause nehmen?

  1. Konferenzen auf einem sehr anspruchsvollen Niveau können in einer Wohlfühlatmosphäre durchgeführt werden, weil alle Beteiligten integriert sind. Wenn der Mensch im Mittelpunkt steht, dann offenbart sich die Einzigartigkeit jeder Persönlichkeit und zwar ungeachtet der erbrachten Leistungen. So entsteht ein sehr kreatives Umfeld, in dem auch wieder neue Projekte geschmiedet werden.
  2. Frauen sind hochgradig flexibel, belastbar und sehr gut organisiert. Viele haben nicht nur ihre unternehmerische Karriere gelebt, sondern auch noch Kinder grossgezogen. Auffällig war in diesem Zusammenhang auch, dass sie deutlich mehr als ihre männlichen Kollegen leisten mussten, um in ihre heutige Position zu kommen. Das hat sie aber nicht demotiviert, sondern dazu angespornt, noch mehr zu leisten, um ihre Ziele auch wirklich zu erreichen.
  3. In puncto Wettbewerbsfähigkeit stehen die Frauen den Männern in nichts nach. Im Gegenteil, sie organisieren sich anders, haben keine Mühe, um Hilfe zu bitten, und versuchen durch clevere Vernetzungen, die immer noch vorhandenen Hindernisse geschickt zu umgehen oder in Vorteile zu verwandeln.
  4. Was wollen die Kunden wirklich und wie kann ich ihnen das mit meinem Produkt oder meiner Dienstleistung geben? Diese Frage ist für Frauen keine rhetorische Floskel, die allein aus dem Blickpunkt des Marketings beantwortet werden muss. Vielmehr steckt dahinter ein echtes Interesse an den Sorgen, Nöten und Bedürfnissen anderer Menschen. Mit dieser Einstellung ergibt sich die richtige Vermarktungsstrategie für die Angebote oft von ganz alleine.

Mein Fazit: Der Besuch der Konferenz hat sich wirklich gelohnt. Es war ein echter Gewinn, die Unterschiede zwischen Geschäftsmännern und Geschäftsfrauen einmal auf diese direkte Art zu erleben. Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft mehr als nur ein paar Männer die Chance nutzen, sich von dieser völlig anderen Art eines geschäftlichen Erfolgsmodells inspirieren zu lassen.

Autor: Oliver Damm ist geschäftsführender Gesellschafter der Limbic Personality GmbH (www.limbic-personality.com) und Managing Partner der Unternehmensberatung Brain & Performance GmbH (www.brainperf.com). Mit Hilfe seiner auf neurowissenschaftlichen Erkenntnissen beruhenden Analysen hilft er Menschen und Unternehmen, ihre vollen Potenziale zu entfalten und Spitzenleistungen zu erzielen.
Foto: Orhidea Briegel

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