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DER GLÄSERNE MENSCH IM INTERNET

ENDE OKTOBER BESCHÄFTIG SICH EIN NATIONALER EVENT DER SCHWEIZER WIRTSCHAFTSFRAUEN UM EINEN WICHTIGEN BEREICH: WIE SICHER SIND UNSERE DATEN IM NETZ TATSÄCHLICH?

Im Rahmen dieses Workshops über Cyberkriminalität, Cloud Computing und Datenschutz wird auch Dr. Ursula Widmer, die renommierte IT Rechtsanwältin und Datenschutzexpertin, auftreten. Ladies Drive sprach mit der Berner Anwältin über den Schutz unserer personenbezogenen Daten und das IT-Vertragsrecht. Etwas, worüber sich auch Unternehmerinnen vermehrt Klarheit verschaffen sollten.

Sie erinnern sich bestimmt noch an den Fall, wo der oberste Schweizer Datenschützer Hanspeter Thür gegen den Internetriesen „Google“ vor Gericht zog. Dieses Beispiel macht deutlich, wie heikel oder besser gesagt komplex der Schutz von personenbezogenen Daten im Netz heutzutage geworden ist.

Das Datenschutzgesetz regelt nicht, so Dr. Ursula Widmer, den Schutz von Daten, sondern: „Es geht vielmehr um den Schutz der Persönlichkeit, also von personenbezogenen Daten.“ Das heisst, wer personenbezogene Daten von Kunden, Mitarbeitern oder Lieferanten bearbeitet, der hat sich gesetzeskonform zu verhalten und auch für deren ausreichende Sicherheit zu sorgen.

Zu den besonders schützenswerten Daten gehören Daten über unseren Gesundheitszustand, Informationen bezüglich Religionsoder politischer Zugehörigkeit sowie etwa auch Daten der Sozialhilfe. „Gerade hier muss besondere Sorgfalt im Umgang mit diesen Daten gewahrt werden. Das heisst, es braucht beispielsweise schon für die Beschaffung und Verarbeitung solcher Daten die Einwilligung der betroffenen Personen – und zwar ausdrücklich!“ Ursula Widmer ergänzt: „Es muss für die betroffene Person erkennbar sein, weshalb persönliche Daten abgefragt und verwendet werden.“ Ein Beispiel hierzu verdeutlicht dies: Wenn Sie in einem Onlineshop etwas bestellen, ist jedem klar, dass nach einer Liefer- oder Rechnungsadresse gefragt wird. Will Ihnen der Onlineshop indessen auch Werbung zukommen lassen, muss er Ihre explizite Einwilligung einholen. Ansonsten ist der Anbieter nicht befugt, Ihre Daten auch für Werbezwecke weiterzuverwenden, geschweige denn, an Dritte weiterzugeben.

Viele Unternehmen sind sich ihrer Verantwortung im Umgang mit personenbezogenen Daten nicht wirklich bewusst. Dies, obwohl der Gesetzgeber verlangt, dass diese Daten vor dem Zugriff Unbefugter geschützt werden müssen. Das klingt zwar einleuchtend – bedeutet in der Praxis aber, dass jedes Unternehmen ein eigenes Datenschutzkonzept erstellen muss. Darin muss beispielsweise ersichtlich sein, welche Daten im Unternehmen überhaupt gesammelt und bearbeitet werden, und wie die Daten zu schützen sind. Es beginnt also mit einer Liste und einem Konzept. „Dann muss aber auch geregelt sein, wer Zugriff haben darf – welche Mitarbeiter sind berechtigt – welche nicht, wer schützt die Daten vor Zugriff, wie schützt man sie“, sagt die Datenschutzexpertin eindringlich. „Insbesondere auch beim Bezug von Cloud-Computing-Services ist der Datenschutz zu implementieren“, rät Ursula Widmer.

Wer den Datenschutz verletzt, riskiert neben einem Reputationsverlust allenfalls auch, Genugtuung oder Schadenersatz zu zahlen. Der Gesetzgeber verlangt eindeutig, dass Unternehmen sicherstellen müssen, dass diese personenbezogenen Daten sicher verwahrt und bearbeitet werden – dies stets nach dem aktuellen Stand der Technik. Der Schutz mit Virenprogrammen gehört hier ebenso dazu wie die korrekte Handhabung von Passwörtern, auch bei mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets.

Rechtzeitige Prävention ist indes nicht nur beim Datenschutz, sondern auch bei den IT-Verträgen sinnvoll. Unter letzteren versteht man alle Verträge, die in Zusammenhang mit Informationstechnologien geschlossen werden können, wie beispielsweise Verträge zur Nutzung, Erstellung und zum Customizing von Software, Erwerb und Wartung von Hardware, Dienstleistungsverträge, Internet-Zugangs- und Website-Hosting-Verträge etc. Herkömmliche Kaufverträge reichen hier nicht, warnt Ursula Widmer: „Hardware kann man in der Regel einfach kaufen. Software aber ist komplex, fehleranfällig und braucht in der Regel Dienstleistungen, damit sie gemäss den Anforderungen des Unternehmens eingesetzt werden kann. Entsprechend reichen normale Kaufverträge nicht aus!“

Die IT-Rechtsexpertin gibt uns abschliessend noch einen wichtigen Tipp: „Bei solchen Verträgen gibt es drei zentrale Bereiche, die man projektgerecht regeln sollte: Kosten, Timing und Qualität. Prüfen Sie jeden Vertrag auf diese drei Risikobereiche vor der Unterzeichnung – und nicht erst danach.“ «

Der Event der Wirtschaftsfrauen zum Thema „Big Brother Is Watching You“ findet am 25.10.2012 im Congress Center Basel statt. www.wirtschaftsfrauen.ch (achten Sie auf die speziellen Konditionen für Ladies Drive- Leserinnen). Weiterführende Informationen: www.widmer.ch www.edoeb.admin.ch

Text: Caroline Guggisberg, Sandra-Stella Triebl – Mitarbeit Petra Rohner | Fotos: Dr. Widmer & Partner, Rechtsanwälte

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