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CIDRE, CALVADOS UND DIE IMPRESSIONISTEN

ld_no03_pdfteaser_04Eine Reise in die Normandie. „Normandie? – Was gibt’s da Besonderes?“, werde ich häufig gefragt, bevor wir uns auf den Weg machen. Ehrlich gesagt, wussten wir es auch nicht so genau. So machen wir uns ohne genaue Vorstellung, welcher Weg ans Ziel führt und welches Ziel uns wohl gefallen könnte, auf die Reise von Mulhouse Richtung Paris.

Text: Sandra-Stella & Sebastian Triebl

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Mit unserem Citroën C5 schweben wir über die zarten Hügel, erblicken weite Landschaften voller Mohn und Getreidefelder, wo kleine Baumgruppen wie dunkelgrüne Farbtupfer in einem Bild von Monet dazwischensitzen. Eine wundervolle Reise beginnt.
Knapp zwei Stunden von Paris entfernt liegt Deauville, wo wir uns auf ruhige Tage freuen. Es ist kurz vor Mitternacht, als wir das Hotel Normandy Barrière erreichen. Der Concièrge empfängt uns mit einer roten Rose und erkundigt sich fürsorglich, ob wir noch eine Kleinigkeit aufs Zimmer wünschen.

Erst am nächsten Tag sehen wir das Hotel Normandy Barrière in seiner ganzen Pracht. Machen Sie sich in diesen Gemäuern auf eine kleine Zeitreise gefasst. Die filigranen Türmchen erinnern an ein Landhaus-Schloss, die langen, breiten Gänge mit den grossen Blumenmustern auf den Teppichen und den rot-beige gestreiften Stofftapeten an den Wänden an den Film „Shining“ von Stephen King, nur mit dem Unterschied, dass von Horror hier natürlich keine Spur ist. Es duftet in den Gängen nach Hermès „Sur le Nil“, in den Zimmern erwartet einen eine Blumenoase in Rot oder Blau und der Blick auf das Meer mit seinen typischen breiten Stränden der Normandie lässt den Alltag schnell in die Ferne rücken.

Beim Frühstück sitzt man in einem vier Meter hohen Ballsaal mit Blick auf den üppig bepflanzten Innenhof des Hotels, der bereits in den Morgenstunden in warmes Sonnenlicht getaucht wird. Und da die Sonne in der Normandie erst gegen 23 Uhr hinter dem Meereshorizont verschwindet, kann man den Ausklang des Tages auf den grün gestrichenen Holzbalkons ebenso in vollen Zügen geniessen wie den Start in den Tag.

Deauville, das beliebte Seebad und Hochburg der Pferderennen, wartet mit schönen Geschäften und einer ansehnlichen Bäderarchitektur auf und ist ideal gelegen, die Normandie in Tagesausflügen zu erkunden.
www.lucienbarriere.com

Die Normandie, das sind Steinhäuser, Riegelhäuser im englischen Stil, Backsteinhäuser mit spitzen, verschnörkelten Türmchen und weiss getünchten Balkonen, kleine Ritterburgen, wo Rapunzel zu warten scheint, Gärten, die mit Büschen, Rosen und Geranien übersät sind, dazwischen breiteste Strände, Linden, Buchen, Eichen, Kuhweiden und Grün, so weit das Auge reicht. Fährt man auf der Cidre-Strasse ins Landesinnere, erreicht man in wenigen Minuten Breuil en Auge, das Ziel des nächsten Tages.
www.deauville.org

Am Tag 2 unserer Normandie-Reise treffen wir Andreas und …Affentranger von der DIWISA Distillerie Willisau. Zu den prämierten Produkten im Portfolio der DIWISA gehört u.a. auch der Calvados des Château du Breuil, wo man uns in den Vormittagsstunden erwartet.

Das ehemalige Wasserschloss aus dem 16./17. Jahrhundert liegt in einem üppig bewaldeten Park, wo nebst dem eigentlichen Schlösschen auch ein Verwaltungsgebäude, mehrere Lagerhallen und die Brennerei zu finden sind. Über dem Breuil scheint eine geheimnisvolle Mystik zu liegen, wo jedes Gebäude, jeder von Andreas Affentrangers Mutter Heidi liebevoll zusammengesuchter Kunstgegenstand eine kleine Geschichte zu erzählen hat. Die Brennerei beheimatete früher eine Textilfabrik und sogar mal eine Chocolaterie und das Lagerhaus, eine ehemalige Orangerie, die aussieht wie ein auf dem Kopf stehender Schiffsrumpf, bietet genug Platz für grosse und kleine Eichenfässer, gefüllt mit feinstem Calvados, der zwischen zwei und 20 Jahre alt ist. Heidi Affentranger war es übrigens auch, die sich als Erste in dieses Château verliebt hatte. Wegen eines Engpasses in der Schweiz suchte man in den 80er-Jahren einen Partner für die Herstellung von Calvados und fand ihn in Le Breuil en Auge im Département Calvados. Der damalige Besitzer wollte aber trotz intensiver Gespräche und Verhandlungen weder verkaufen noch mit den Affentrangers zusammenarbeiten.

Das verträumte Anwesen hatte es Heidi Affentranger indes angetan. „Ich bin diesem Gut schlicht verfallen“, sagt die heute 82-Jährige. Und das Schicksal sollte es gut mir ihr meinen. Sie bat den damaligen CEO der DIWISA Rolf Studer immer und immer wieder, in der Normandie anzurufen, bis ihr das Glück hold war. Weil der alte Besitzer keinen seiner Nachkömmlinge dazu bringen konnte, das Landgut zu übernehmen, verkaufte er schlussendlich dann doch an die Willisauer Familie. „Das Schloss war ruinös! Ohne Böden, der Garten voller Brombeersträucher, überall waren Fliegen, das Mauerwerk bröckelte. Die hausten dort wie im Mittelalter“, erzählt uns Heidi Affentranger. Kaum vorstellbar, wie das ausgesehen haben muss. Denn heute erstrahlt das Château de Breuil in vollem Glanze. Fünf Jahre lang sah Andreas Affentranger mit seiner Frau:::::: in der Normandie nach dem Rechten und sorgte dafür, dass der Calvados aus ihrem Hause zum Erfolgsprodukt avancierte. „Wir haben viel Herzblut hier reingesetzt“, sagen die Affentrangers, als wir mit ihnen durch den Garten spazieren. Wir glauben es aufs Wort, denn die Hingabe, mit der die beiden gelernten Mikrobiologen sich diesem Gut noch heute zuwenden, ist in jedem Detail spürbar.
www.chateau-breuil.com

„Jetzt gehen wir was essen, oder?“, fragt uns Andreas Affentranger und entführt uns ins „Le Dauphin“ in Régis Lecomte, wo einst schon Queen Elizabeth speiste, was angesichts der rustikalen Einrichtung nicht unbedingt zu erwarten gewesen wäre. Hier wird uns erst mal ein Pommeaux zum Apéro gereicht, eine Mischung aus Calvados und Apfelsaft, die zweieinhalb Jahre im Eichenfass lagerte. Traditionelle Zutaten der Küche der Normandie sind Meeresfrüchte, Crème fraîche, Butter, Innereien und Käse. Was man bei einem typischen Essen allerdings einplanen sollte, ist der Nachtisch: Camembert, Livarot, Pavé d’Auge und Pont-l’Évêque – die deliziösesten Käsesorten der Region. Dies alles zusammen mit einem Sancerre (zum Beispiel einem herrlichen Lucien Crochet 2000) ist schlicht umwerfend! Aber nehmen Sie sich Zeit. In der Normandie pflegt man das Essen ausschweifend zu geniessen.
www.ledauphin-restaurant.com

Nach einem Spaziergang durch die Apfelplantagen verlassen wir diesen zauberhaften Ort nur sehr widerwillig.

Der nächste Tag sollte uns über Étretat nach Rouen führen. Unterwegs Richtung Le Havre wird man allerdings übermannt von der französischen Schwerindustrie. Der Gestank von Erdgas durchdringt die Luft. Der „Pont de Normandie“, diese riesige, gebogene Brücke, ist zwar ein faszinierendes Bauwerk, doch man freut sich trotzdem, schon bald wieder ländlichere Gefilde zu erreichen. Endlich erreichen wir Étretat, bekannt für seine Kreidefelsen und die 150 m hohen Steilklippen, die wir umgehend erklimmen, um den Ausblick auf das kleine Seebad und das raue Meer zu geniessen. Am besten, man holt sich einen Sandwich und ein paar Madeleines in einer der Bäckereien aus dem Dorf und setzt sich an den Strand, wo man dem Rollen der Kieselsteine zuhören kann, die gross wie Vogeleier und von der Brandung kugelrund geschliffen geheimnisvoll vor sich hinrauschen. Nach der kleinen Stärkung machen wir uns auf Richtung Fécamp, Dieppe und schliesslich zu unserem nächsten Ziel: Rouen. Dort sind wir im Hotel Ermitage-Bouquet untergebracht. Es hat nicht die Grösse eines Hotel Normandy, ist aber zentral gelegen. Und für EUR 150.00 gibt es hier sogar eine nette Suite inklusive kostenlosem WLAN und Whirlpool – der Blick über die Dächer von Rouen wird gratis dazugereicht. Verpflegungsmässig wäre es langsam Zeit für leckere Crêpes – zum Beispiel in der Crêperie Roland in der rue St. Nicolas im Herzen der Altstadt von Rouen … einfach köstlich!
www.hotel-ermitagebouquet.com

Die Region Rouen bietet vor allem Kunstinteressierten eine Menge, so befinden sich in Giverny beispielsweise die berühmten Gärten und das Haus von Claude Monet oder das Museum Amerikanischer Impressionisten.
www.rouentourisme.com

Der dritte Tag unserer Reise sollte uns ein Stück weiter nördlich in einen von Schlössern und Gärten durchzogenen Landstrich bringen.

Das Hotel  „La Licorne“ entpuppte sich als perfekte Oase für jede gestresste Businessfrau. Das Dorf Lyons-la-Fôret, eines der 100 schönsten Dörfer Frankreichs, liegt knapp 45 Minuten von Rouen entfernt.  Hierher kommt man zum Heiraten oder wenn man auf der Durchreise ist, erzählt man uns. Clémence, die uns an der Reception in Empfang nimmt, versprüht die Leichtigkeit des Seins, die einem an solch einem schönen Ort wieder bewusst wird. Die Zimmer sind in Tonfarben gehalten, mit braun-grauen Wänden, goldbraunen Holzböden, einer wunderschönen dunkelgrauen, freistehenden Badewanne mit verschnörkelten weissen Füssen und einem zauberhaften Blick in den Garten, wo man sich zwischen den Backsteinmauern aus dem 16. Jahrhundert bei Käse und einem Glas Weisswein niederlassen kann. Wer hier nicht abschalten kann, kann es nirgendwo auf diesem Planeten. So viel Schönheit blieb natürlich nicht lange unbemerkt. Hollywoods Verfilmung des französischen Romanklassikers „Madame Bovary“ wurde hier gedreht. Nichtsdestotrotz blieb der unberührte Charakter dieser ehemaligen Poststation erhalten. All dies lässt sich ab 120 Euro pro Doppelzimmer geniessen! Wir waren schlicht hin und weg, ein Ort der Glückseligkeit in kulturell interessanter Umgebung gefunden zu haben.
www.hotel-licorne.com

Etwas wehmütig machen wir uns auf den Weg nach Hause, weg von dieser in sich ruhenden Oase. Wir entschliessen uns diesmal für den mautfreien Weg via Überlandstrassen, die sich breit und grau über die zarten Hügel legen wie ein Teppich und teilweise pfeilgerade durch die Landschaft und durch Dörfer und Städte gebaut wurden. So wie die Wolken am Himmel stehen, in den unterschiedlichsten Weiss- und Blau-Nuancen, die goldgelben Getreidefelder, das helle, klare Licht, das alles zu durchströmen ansinnt, die Weite dieser Region … erahnen wir auf unserer Reise, weshalb die Impressionisten die Normandie so sehr liebten.

Auf dem Weg zurück Richtung Basel passiert man Baccarat, durchquert die Champagne und das Elsass mit seinen üppigen Weinbergen. Eine wunderbare Gelegenheit, die Natur nochmal in vollen Atemzügen zu geniessen, die Gedanken schweifen zu lassen und sich die Heimreise damit noch etwas zu versüssen.
www.normandie-tourisme.fr

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