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CAREER CHECKS

Christina KuenzleAUF DEM GIPFEL BLEIBEN! WIE TOP-FRAUEN IM TOP-MANAGEMENT BESTEHEN

Wie gelingt es Frauen wie Carolina Müller-Möhl, Andrea Pfeiffer, Monika Ribar, Franziska Tschudi und Micheline Calmy-Rey jahrelang an der Spitze zu bleiben, während es andere Top-Managerinnen nur ganz kurz schaffen, sich als Nummer 1 zu behaupten? Es ist schon schwierig genug für die weiblichen Chefs, auf die C-Ebene zu gelangen, sich da jedoch auf lange Zeit zu etablieren, das gelingt nur ganz Wenigen. Was machen diese Vorbildfrauen richtig?

Analysieren wir die Karrieren der Spitzenfrauen, dann könnten sie unterschiedlicher gar nicht sein! In der Politik ist der Grundsatz der Gleichberechtigung schon lange gesetzlich verankert; vielleicht ist es den Frauen nun deshalb gelungen, die Mehrheit im Topgremium der Schweiz einzunehmen. In der Wirtschaft gilt dieser Grundsatz primär immer noch erst in den Leitbildern. Trotzdem gibt es auch in der Wirtschaft immer wieder Damen, die es an die Spitze schaffen und da auch bleiben.

1. ERFOLGSFAKTOREN FÜRS VERBLEIBEN IM TOPMANAGEMENT: SELBSTBEHAUPTUNG UND DURCHSETZUNGSWILLEN

Auf der Chefetage gilt: Nur wer da wirklich sein will, kann sich da auch behaupten. Vornehme Zurückhaltung und auf Einladung warten, mitzumachen, funktioniert in ehrenamtlichen Funktionen, nicht aber im Top-Management. Die Frauen, die sich auf der Spitze häuslich einrichten, wollen das auch, trotz allen Nebeneffekten. Sie mögen charmant sein, sie mögen sich umgänglich zeigen, sie mögen eine hohe Sozialkompetenz haben – im Kern wollen sie Einfluss haben, etwas bewirken, den Takt angeben und die Führung für sich beanspruchen. Keine der grossen Chefinnen-Vorbilder hat als Dornröschen angefangen! Sie alle haben ihre Karriere gesucht, verteidigt, ausgebaut und gesichert. In den Assessment-Centers, die wir regelmässig durchführen, zeigt sich leider, dass sich viele Frauen vor Macht scheuen. „Macht“ ist ein Thema, das mit Antipathie belegt ist. Zu schnell verbinden wir Macht mit Machtmissbrauch, mit Abzockerei, mit Korruption und Manipulation und wollen uns da die Hände nicht schmutzig machen. Doch Macht ist letztlich nur ein anderes Wort für Einfluss und Wirkung. Wer keine Macht will, wer sich nicht behaupten will, der hat im obersten Stock letztlich keinen Stich. Stehen Sie also zu Ihrer Absicht und arbeiten Sie konsequent an Ihrem Einfluss und Ihrer Wirksamkeit. Wenn Sie sich der Schattenseiten der Macht bewusst sind und ihre Persönlichkeit regelmässig „jäten“, dann werden Sie Macht im guten Sinne und zum Wohl Ihres Einflussbereichs einsetzen.

2. ENTHUSIASMUS UND „BERUFUNG“

Kennen Sie Ihre Leidenschaft? Was möchten Sie in Ihrem Leben ultimativ erreichen? Wovon sind Sie restlos überzeugt? Welchen Beitrag möchten Sie an die Gesellschaft leisten? Viele Frauen, auch wenn sie nie an der Spitze eines Unternehmens waren, haben Grossartiges geleistet – einfach aus der Freude an der Sache heraus und aus Überzeugung, dass diese Sache es Wert ist, Lebensinhalt zu sein.

3. NUTZEN BRINGEN UND RESULTATE VORZEIGEN

Unsere westliche Gesellschaft ist stark auf sichtbare Werte und Leistung ausgerichtet. Spitzenmanagerinnen wissen das und fokussieren deshalb auf Resultate. Topmanagerinnen arbeiten ausnahmslos hart und in der Regel sehr gut. Was jedoch zählt, sind lediglich konkrete, messbare, beweisbare Fakten und Erfolge. Fokussieren Sie daher stets auf den Nutzen einer Tätigkeit. Beginnen Sie nicht mal mit arbeiten, wenn Sie keine Vorstellung davon haben, was Sie damit bewirken wollen. Konzentrieren Sie sich stets auf die Absicht – auf das, was Sie erreichen wollen. Die allseits gepriesene Hirnforschung kann mittlerweile beweisen, dass wir mit unserer positiven Absicht Bilder im Gehirn aufbauen, die uns eine Vorstellung geben, wie Erfolg aussieht. Damit machen wir den Erfolg wahrscheinlicher. Fokussieren wir uns hingegen auf das, was wir nicht wollen, erzielen wir einen gegenteiligen Effekt. Also ist Disziplin gefragt, um stets positive Bilder zu generieren für unsere Absicht. Sie steigen ja schliesslich auch nicht in ein Taxi und sagen dem Fahrer: „Ich will NICHT zum Bahnhof!“ Sie werden erleben: Je mehr und je konsequenter Sie sich auf das ausrichten, das Sie wollen, desto mehr werden Sie davon in Ihrem Leben wiederfinden. Je mehr Sie sich überlegen, was das Resultat einer Tätigkeit sein soll und wie es auszusehen hat, desto erfolgreicher werden Sie. Messen Sie Ihre Resultate und vergleichen Sie sie mit den Standards. Das fördert auch Ihr Selbstbewusstsein und wird Sie stärken.

4. MENTORING, ALLIANZEN UND NETZWERKE

Spitzenmanagerinnen sind Weltmeister im Hilfe-Einfordern und im Allianzen-Schmieden! Wie lange wird es noch gehen, bis wir nicht nur „Old-Boys-Nets“, sondern auch „Mature-Ladies-Networks“ haben werden? Wer Nutzen schaffen und konkrete Resultate bringen muss, kann das oft nicht allein. Wenn wir andere motivieren und gewinnen wollen respektive müssen, um unsere Ziele zu erreichen, dann wird Sozialkompetenz ein wichtiger Erfolgsfaktor. Wer gemocht wird, kriegt Unterstützung, wer sich daneben verhält, wird gemieden. Viele der heutigen Spitzenfrauen hatten in jungen Jahren starke, positive und fürsorgliche Mentoren – damals noch meistens Männer, es sei denn, sie hatten ganz starke Mütter als Vorbilder. Diese Mentoren haben sie gefördert, einbezogen, gewarnt und gefordert, ermutigt und gestützt. Oft entstehen solche Mentorenbeziehungen nicht explizit, sondern sie basieren auf Sympathie und gegenseitigem Respekt.

Was wir von Männern lernen können, ist Loyalität gegenüber Seilschaften und Netzwerken. Auch stark familienbezogene Männer pflegen ihren Freundes- und Kollegenkreis. Sie formen Allianzen, die sich gegenseitig beistehen und bevorzugen. Formell können dies Gruppierungen sein wie bestimmte Clubs, Vereine oder Gesellschaften. Über diese Beziehungen wird Vertrauen geschaffen, werden Kontakte geknüpft, werden Aufträge und Jobs vergeben. Viele Frauen – nicht zuletzt aufgrund der Doppelbelastung von Familie und Beruf, beschränken sich auf diese zwei Lebensfelder und allenfalls noch ein paar ganz wenige gute Freundinnen. Damit sind sie weniger gut vernetzt und werden weniger einbezogen und nachgefragt. Pflegen Sie deshalb Ihren Bekanntenkreis und bauen Sie gezielt berufsrelevante Kontakte auf und aus. Auch hier gilt: Kontakte und Freundschaften aufbauen ist einfacher, als solche über Zeit zu halten. Eine hohe Konfliktfähigkeit, eine gesunde Streitkultur und die Kompetenz, Feedback anzunehmen und gut umzusetzen sind unabdingbare Voraussetzungen, um Beziehungen auch längerfristig zu halten. Lob, Anerkennung und Dankbarkeit helfen Ihnen ebenfalls, wertschätzende und langfristig tragfähige Beziehungen zu unterhalten.

5. SOWOHL-ALS-AUCH-FRAUEN

Jeder Fotograf weiss, dass ein Objekt, das nur von einer Seite angeleuchtet wird, Schatten wirft. So geht es uns auch mit unseren grossen Stärken! Fokussieren wir einseitig auf eine bestimmte Kompetenz, dann werden schon bald die dunklen Seiten wirksam. Zum Beispiel kann aus dem sorgfältigen Abgleichen und häufigen „benchmarken“ leicht ein ungesunder Konkurrenzkampf oder Neid und Eifersucht entstehen. Aus dem gesunden „Bei-sich-Bleiben“ und sich auf sich selbst und seine Stärken konzentrieren jedoch ein Fantasiegebilde, das den einfachsten Realitätschecks nicht mehr standhält. Die kraftvolle Durchsetzung wird zu Rücksichtslosigkeit, während die vornehme Zurückhaltung sich nur noch als Schwäche zeigt. Es ist deshalb wesentlich, immer auch das Gegenteil zu integrieren: genau wie beim Yin-Yang-Zeichen. Erfolgreiche Menschen praktizieren dies: Sie aktivieren situativ richtig und auf sehr achtsame Art beide Seiten und haben so immer die jeweils besten Resultate.

6. SELBSTMANAGEMENT

Last, but not least ist ein gutes, wirksames Selbstmanagement unumgänglich im Top-Management, denn der Druck ist riesig. Kurz zusammengefasst ist erfolgreiches Top-Management, wenn wir gesund und glücklich sind, denn dann machen wir schon einiges richtig. Einige der wichtigsten Fähigkeiten sind: Grenzen setzen und akzeptieren, Disziplin halten, die Stehauf-Männchen-Fähigkeit aktivieren, um Rückschläge schnell und „narbenlos“ zu verarbeiten, sowie Achtsamkeit. Über Selbstmanagement sind schon viele Bücher geschrieben worden – denn es ist die Grundlage wirksamer Sach- und Menschenführung. Vielleicht erscheinen viele Topleute deshalb so stark und aufgestellt, weil sie vieles im Selbstmanagement richtig machen. «

*Christina Kuenzle ist Unternehmerin und betreibt mit ihrer Firma Choice Ltd. seit Jahren erfolgreiches Business & Executive Coaching. Als Gastautorin von Ladies Drive wird sie ihr reiches Wissen in den nächsten vier Ausgaben etwas an uns preisgeben.

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