Fünf Unternehmerinnen bzw. Geschäftsfrauen, ein Thema: Nachhaltigkeit als Unternehmenswert. Unabhängig von der Branche erfordert dies Konsequenz und Mut. Lohnt es sich?

Im Einklang mit den persönlichen Werten
„Ich kann es mir anders gar nicht vorstellen“, antwortet die Vermögens- und Vorsorgeberaterin Silvia Villars auf die Frage, was sie zu einer nachhaltigen Unternehmensführung bewegt. Die Zürcher Kleidermacherin Ida Gut, Inhaberin der Ida Gut AG, bringt es so auf den Punkt: „Alles andere schafft keine Werte und macht langfristig keinen Sinn.“ Beide haben ihre Unternehmen in den 90er-Jahren gegründet und Nachhaltigkeit von Beginn an in der Firmenphilosophie verankert. Während Silvia Villars mit der Villars & Villars AG auf Werteerhaltung und nachhaltige Konzepte setzt, zielt Ida Gut mit den langlebigen und pflegeleichten Materialien ihrer Kleider auf andauernde Tragbarkeit. Maria Dolores Lamas engagiert sich nun nach 25 Jahren in der traditionellen Finanzindustrie neu als Director und Senior Relationship Manager bei der responsAbility Social Investments AG, um Nachhaltigkeit auch beruflich zu leben. Ein stabiles Bewusstsein für Nachhaltigkeit ist die Basis für die erfolgreichen Projekte von Veronika Mantel, Mitinhaberin der Mantel Architects GmbH. Und meine fünfte Gesprächspartnerin Andrea Rieder setzt sich aus persönlicher Überzeugung als Leiterin Firmenkunden Marktgebiet Zürichsee links dafür ein, die Zürcher Kantonalbank im Bereich Nachhaltigkeit als führende Schweizer Bank zu positionieren.

„Andere“ Wege gehen
Mein Fazit der Interviews: Nachhaltigkeit umzusetzen verlangt Mut, Innovationsgeist und Überzeugungskraft, denn der Begriff ist überstrapaziert und oft einseitig interpretiert. So ist etwas nachhaltig Produziertes nicht immer gleichbedeutend mit teurer. ob es die billige, nur ein paar Monate getragene Bio-Baumwolle ist, die Ida Gut als ökologischen Widerspruch langlebigen, aus recycliertem Material gefertigten Synthetikstoffen gegenüberstellt. oder sei es das aus nachhaltigen Werkstoffen produzierte Mobiliar, das Veronika Mantel für verschiedene Bauprojekte in Zusammenarbeit mit einem lokalen Schreiner günstiger herstellen kann als ein Möbelproduzent. Entscheidend ist die Bereitschaft, Nachhaltigkeit in allen Unternehmensbereichen zu etablieren und aktiv zu leben. Vor diesem Hintergrund investiert responsAbility ausschliesslich in entwicklungsrelevante Sektoren in Entwicklungsländern. Ida Gut produziert ausschliesslich in der Schweiz und fördert so das Schweizer Handwerk und die Produktionsstandorte – ganz im Sinne der gesellschaftlichen Nachhaltigkeit. Hier knüpft Andrea Rieder an, denn für die Zürcher Kantonalbank gehört dazu neben ihrem KMUPreis für nachhaltige Unternehmen auch die Förderung von Frauen in wirtschaftlichen Positionen – ein Beispiel: das langfristige Engagement als Partnerin des Verbands Frauenunternehmen.

Es lohnt sich!
Auf die Frage, ob die Kundschaft die ‚gelebte Nachhaltigkeit‘ des Unternehmens schätzt, fragt Veronika Mantel zurück: „Können wir es uns überhaupt noch leisten, anders zu handeln?“ Ich sage ganz klar „nein“, denn dank des seit rund fünf Jahrzehnten andauernden Megatrends Neo-ökologie ist Nachhaltigkeit heute ein breit und mit steigender Tendenz verankerter Wert. Daran lassen auch meine anderen vier Gesprächspartnerinnen keinen Zweifel. Ihre Erfolge im Geschäftsleben sprechen für sich.

PS: Geschrieben habe ich diese Kolumne im Zug – effizient und nachhaltig.

Eine Kolumne von Dorit Schmidt-Purrmann*, präsentiert vom VERBAND FRAUEN UNTERNEHMEN

*Dorit Schmidt-Purrmann ist Inhaberin der PR- und Kommunikationsagentur iAngels smart communication services, selbstständige Kooperationspartnerin für Seminare und Beratung von „ramer – Identität ist Sprache“ und Medienverantwortliche des Verbands Frauenunternehmen. Sie studierte Musikwissenschaft, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Philosophie an der Johann Wolfgang von Goethe Universität, Frankfurt/M., lebt und arbeitet seit 2000 in der Schweiz.


Text: Dorit Schmidt-Purrmann
Fotos: Press