PORSCHE 911 CARRERA 4 CABRIO

Was wissen die meisten Frauen über einen Porsche? Er ist ein Porsche, ein sportwagen, er ist in der Farbe, die sie mögen, und mit ihm lässt es sich herrlich um die Kurven jagen. Das mag ein Klischee sein. Aber die meisten männlichen Porschefahrer werden nun bereits anfangen, den Kopf zu schütteln und so etwas wie „typisch Frau“ murmeln. Und wir möchten anfügen, dass wir dazu stehen, Frauen zu sein. Und dazu, dass wir zwar dasselbe Produkt wie viele „car guys“ und „petrol heads“ fahren – aber aus absolut anderen Gründen und mit einem vermutlich sinnlicheren Zugang als jenem über PS, Newtonmeter und Beschleunigungszahlen.

Also wieder von vorn: Wir stehen eines schönen Morgens vor der Bäckerei, holen uns einen Coffee-to-Go und es drehen sich eine Menge junger Männer nach uns um. Das muss man ertragen können und wollen. Sonst muss man was Unauffälligeres sein Auto nennen. Nun gut. Können Sie sich die Frage dieser jungen Männer vorstellen, die ihnen offenbar unter den Nägeln brannte? „Wie viele Pferdchen hat er denn?“ – Gefolgt von der nächsten Frage, bevor wir antworten können: „Der hat 4×4, oder?“ Ähm, jawoll. Unserem Gesichtsausdruck entnehmen die jungen Herren unser Unwissen und grinsen sich gegenseitig vielsagend an. „Tschuldigung, die Damen“, fährt einer aus der Gruppe mit leiser Stimme fort, „wenn ihr den Porsche nur wegen des Aussehens habt, dann könntet ihr den auch wieder mal waschen …“ In der Tat – auf unserem Testwagen lag just an diesem Tag eine gehörige Portion Staub. Zustimmend nickend flüchten wir uns davon und lachen erst, als wir nicht mehr in Hörweite sind, schliesslich waren wir „oben ohne“ unterwegs. Aber genug der Zweideutigkeiten. Ein Porsche 911 Carrera Cabriolet ist, auch wenn es sich um einen Neuwagen handelt, ein Klassiker. Natürlich für manche auch ein Statussymbol. Für andere eine Design-Ikone wie vielleicht B&B Italia, eine Breguet Uhr, ein Ganz Boot, eine Boffi Küche … ja, jeder hat eine andere „Schwäche“ für Schönes und Edles. Auf uns träfe wohl eher Letzteres zu. Wobei wir betonen möchten, dass wahrlich „Autos Leute machen“ und nicht mehr Kleider. Denn Prada gibts heute im Outlet zu Billigpreisen. ein Carrera Cabriolet gibts indes ausschliesslich im Original und das hat natürlich seinen Preis.

Entsprechend umgibt einen in diesem Auto auch ein wenig die „Aura des Erfolgs“, denn man weiss ja, dass es zum 911er ein wenig Budget braucht. Also fragen wir mal andere Frauen, was sie denken würden, wenn wir privat mit einem 911er Porsche Carrera Cabriolet vorfahren würden. Die einen meinten, es sei doch etwas „überkandidelt“, die anderen, „dann würd ich dich fragen, ob du mich auf eine Ausfahrt mitnimmst“. Fragten wir (natürlich nicht systematisch und repräsentativ, aber dennoch) Männer, hiess es ohne ausnahme: „ich würde denken, Sie machen als unternehmerin etwas richtig.“ Was lernen wir daraus? – Die Kaufentscheidung ist unbestritten geschlechtsspezifisch – und die Wahrnehmung demnach genauso. Zwar zeigen diverse studien, dass das auto als Statussymbol in der Y-Generation an Bedeutung verliert (lesen Sie hierzu auch unsere Kolumne von Prof. Doris Kortus-Schultes auf Seite 75), aber wer Wert auf detailverliebte Verarbeitung, perfekte Kurvenlage und die Freiheit auf vier Rädern legt, wird sich nach wie vor alle zehn Finger nach solch einem schönen Gefährt ablecken.

Unser Fazit:
Wir müssen es zugeben. Wir liebten es, in diesem Auto die Sonne und den Wind auf der Haut zu fühlen, die Freiheit, die man in diesem Moment verspürt, und die Leichtigkeit, wenn dazu noch der Soundtrack von „Girl With a Pearl Earring“ von Alexandre Desplat aus den Boxen zu hören ist. und wir erinnern uns auch an die ganz rationalen Gründe, sich einen 911er ins Leben zu holen, wie beispielsweise „Werterhalt“. Eine attraktive Wertpapieralternative ist dieser Wagen allemal. «

 

¡Ay, caramba! Modell: Porsche 911 Carrera 4 Cabrio Leistung: 350 Ps verbrauch (herstellerangabe): 9,5 l/100 km Co2 Emissionen: 224 g/km Energie-Effizienz: n.a. Preis ab: CHF 148’000.00 www.porsche.com


Text: Ladies Drive – Testteam.
Fotos: Porsche Press