Als ich zum ersten Mal im Audi RS Q3 saß war meine größte Frage nicht wie schnell komme ich von 0 auf 100 km/h (es sind 4,5 Sekunden falls Sie sich wundern), sondern wie lange dauert es bis die Sitzheizung so richtig heiß ist. Kein Wunder, da ich bei einer Außentemperatur von -10 Grad in Arvidsjaur war, einer kleinen Stadt im Norden von Schweden von der die meisten außer die Autonarren noch nie gehört haben. Hier ist um diese Jahreszeit Winter garantiert und verhältnismäßig waren -10 Grad sogar mild.


Und was hat mich hierher gebracht? Ich war mit Audi hier um die neueste Ausgabe von Audi Sport, früher bekannt als Quattro, in den perfekt arktischen Bedingungen zu testen. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h (oder 280 km/h, wenn man etwas mehr bezahlt) gehört die neue Version des Audi RS Q3 zu den schnellsten SUVs, die heute auf dem Markt sind.
Zuerst stand eine gemütliche Fahrt durch die Landschaft auf dem Programm, bei der wir es uns in den Rennsitzen des Autos bequem machten. Wir konnten dabei die verschiedenen Knöpfe und Funktionen nach Lust und Laune ausprobieren einschließlich der g-Kräfte und Beschleunigungsmessung. Am nützlichsten war jedoch bei weitem die Navigation, da die Gegend zwar sehr schön aber weitgehend gleich aussah. Schnee, Bäume und das eine oder andere malerische Haus.
Mit der Kaffeefahrt hinter uns war es an der Zeit für ein nicht ganz so gemächliches Driften auf dem zugefrorenen Audi-See, wo nicht nur Autoliebhaber wie ich die neue Kreationen testen dürfen sondern wo Audi selber die Autos prüft bevor sie auf den Markt kommen. Nachdem die professionellen Fahrer mit uns im Beifahrersitz zeigten was das Auto alles kann und wie es aussieht richtig zu driften – sie ließen es so einfach aussehen – waren wir an der Reihe.
Dabei musste ich an den Schleuderkurs denken zu dem ich vor Jahren als Neulenker gezwungen wurde um meinen Schweizer Führerausweis zu bekommen und vor allem an wie wenig es mich auf das heutige Abenteuer vorbereitet hat. Damals sind wir in einem Schnecken-Tempo über eine nasse Spur gefahren, so dass man nicht ins Schleudern kam, auch wenn man es versuchte und ich habe es auch wirklich versucht.
Das in Schweden, das war etwas anders. Mit Spikereifen um eine Spur mehr Grip zu schaffen und ausgeschalteter elektronischer Stabilisierungskontrolle (ESC) fuhr ich mit der Absicht los das nachzustellen was die Profis mir gerade vorgemacht haben. Die letzten Tipps waren rechtzeitig zu bremsen und nicht wild zu lenken. Ein paar Runden später und diese weisen Wörter waren schon längst vergessen. Das Fahren auf Eis kommt dem Steuern eines Bootes sehr nahe, da die Reaktionen durch den mangelnden Grip auf der rutschigen Oberfläche verzögert werden.
Die besten Drifts gelangen mir nur wenn ich gegen meine Intuition fuhr. Es ist ein komisches Gefühl seitlich um eine Kurve zu fahren und immer wieder beschleunigen zu müssen, damit das Auto nicht greift und im Drift bleibt.


Ein paar ungeplante 360° Kurven und Abstecher abseits der Strecke waren aber auch dabei. Natürlich alles im Namen des Tests. Schließlich musste ich prüfen, wie weit ich die Keramikbremsen so wie die neue leichtere und leistungsstärkere Version des Audi Motors ausreizen konnte. Nicht ohne Grund wurde der Motor bereits schon neunmal mit dem begehrten „International Engine of the Year Award“ ausgezeichnet. Für Sound Liebhaber ist der Motor übrigens auch etwas ziemlich spezielles.
Den stark sportlichen Charakter des Audi RS Q3 merkt man nicht nur an der spritzigen Beschleunigung, sondern zum Beispiel auch an dem kantigen Design des Kühlergrills, Armaturenbretts und Rückspiegels sowie dem unten abgeflachten Lederlenkrad. Die Sportlichkeit des Wagens zeigte sich auch in der selbstbewussten Farbwahl inklusive einem Grün im gleichen Ton wie Billie Eilish‘s Haar. Manche werden sich dabei auch über die schier unendlichen Möglichkeiten der Individualisierung freuen. So kann man sogar die Farbe der Gurtkante aussuchen.
Es war ein super Erlebnis, das Auto auf der Straße und auch auf der eisigen Piste testen zu können. Der RS Q3 und die Sportback Version mit hinten abfallenden Dachlinie sind alles was man von einem Audi erwartet serviert mit einer Extraportion Spaß.

Der Audi RS Q3 gibt es ab CHF 76’500.-
Der Audi RS Q3 Sportback gibt es ab CHF 78’250.-

Weiterführende Infos:
Reisen nach Arvisdsjaur: Arvidsjaur erleben
Reisen mit dem Audi www.audi.ch

 


Text: Noelle Illien    Fotos: Audi Press