Die Schweiz – das kleine Land der grossen Vielfalt
Die Schweiz ist bekannt für Banken, Uhren und Käse. Jedoch nicht unbedingt für Wein. Die Schweiz hat’s auch nicht erfunden; und ist sie auch nicht die Wiege des Weines, so war die Schweiz doch äusserst neugierig und offen. So gelangte die Weinkultur auf verschiedenen Wegen in die heutige Schweiz: von Marseille aus an den Genfersee und ins Unterwallis, aus dem Aostatal über den grossen Sankt Bernhard Pass ins übrige Wallis. Von der Rhône durch das Burgund über das Juragebirge an den Bodensee und aus der Lombardei ins Tessin und dann weiter ins Bündnerland.

Die Weinländer Frankreich und Italien hatten einen prägenden Einfluss auf den Schweizer Weinbau, doch war es der Einmarsch der Römer, welcher ausschlaggebend war. Die Soldaten fanden wilde Weinreben vor und ersetzten diese dann mit solchen, welche eher ihrem Gaumen entsprachen. Die erste schriftliche Erwähnung findet sich jedoch erst viel später, als im 6. Jahrhundert burgundische Mönche in Aigle ein Kloster gründeten. Zusammen mit den Klöstern verbreitete sich der Weinbau in den folgenden Jahrhunderten im gesamten Land.
Ab Beginn der Eidgenossenschaft anno 1291 nahm die Weinproduktion stetig zu. Um das Jahr 1850 betrug die Rebfläche mit rund 35 000 Hektar mehr als das Doppelte der heutigen Bestände.

Reich an Klima und Kultur
Heute wachsen in der Schweiz rund 200 verschiedene Sorten auf 15’000 Hektar Rebfläche. Diese verteilen sich auf sechs Regionen: Wallis, Waadt, Genf, die Drei-Seen-Region (Neuenburg-, Murten- und Bielersee), Tessin sowie die 17 Kantone der Deutschschweiz, inklusive dem Graubünden. Die Schweiz besitzt verschiedene Klimazonen und Terroirs, was ebenfalls zu der grossen Vielfalt an Weinen beiträgt. Die mediterranen Kantone Tessin und Wallis, das feuchtere Mittelland, die rauen Gletschermoränen entlang den Ausläufern der Alpen, steile in den Fels gehauene Terrassen; dieser klimatische und kulturelle Reichtum der Schweiz spiegelt sich sehr schön im Wein wieder.
Die grosse Palette von verschiedenen Rebsorten, Klimazonen und Böden sowie die unterschiedlichsten Ausbauarten machen es nicht ganz einfach, ohne weiteres von einem typisch schweizerischen Stil zu sprechen.

Schweizer mögen ihren Wein
Obwohl die Schweiz einige der ältesten und vor allem höchsten Weinbauregionen Europas beheimatet, ist sie international gesehen doch relativ unbekannt. Dies könnte daran liegen, dass die Schweizer beinahe die gesamte Weinproduktion selbst trinken; lediglich ein Prozent wird ins Ausland exportiert.

Eine bemerkenswerte Initiative
Die Vereinigung Clos, Domaines & Châteaux wurde im Januar 2004 gegründet, welcher heute 23 Weinbauschlösser oder -Domänen und 4 Händler-Mitglieder angehören (sämtliche Schlösser sind für die Öffentlichkeit zugänglich).

Aufgrund ihrer besonderen geografischen Lage werden die Weingüter der Clos, Domaines & Châteaux von der Waadtländer Gesetzgebung als Appellations de Cru betrachtet. Es handelt sich um authentische Terroirweine, bei denen die Herkunft der Ernte klar definiert und lokal ist.
Jeder Wein hat sein eigenes Terroir; jedes Terroir hat seine eigene Geschichte.
Die Weine von Clos, Domaines & Châteaux sind wahre Terroirprodukte, deren Authentizität und Qualität durch die Besonderheiten der Rebsorte, der Bodenbeschaffenheit und des Mikroklimas zum Ausdruck kommen. Motiviert durch eine Philosophie der Exzellenz, setzen die Mitglieder ihr ganzes Talent und Know-how ein, um Weine zu produzieren, die den Qualitätsansprüchen der Kenner und Liebhaber von Schweizer Grands Crus und Premiers Grands Crus entsprechen.
Alle Winzer lassen sich von der über Generationen weitergegebenen Liebe und Leidenschaft für die Rebe sowie dem damit verbundenen und im Lauf der Jahre immer wieder verbesserten Wissen und Können im Rebberg und im Weinkeller leiten. Offen für den technischen Fortschritt und die Integration von Innovationen, halten sie diesem schönen, seit Jahrhunderten in der Schweizer Tradition verankerten Handwerk die Treue.
André Fuchs, der Präsident von Clos, Domaines & Châteaux fasst den Auftrag der Vereinigung wie folgt zusammen: „Die Weinbereitung erfordert Geschicklichkeit, Leidenschaft, Ausdauer, ständiges Lernen und die Unterstützung einer dynamischen Gemeinschaft. Die Vereinigung Clos, Domaines & Châteaux übernimmt die Aufgabe, die Weine ihrer Mitglieder zu fördern, damit sie sich als Winzer auf das konzentrieren können, was sie am besten können: die Erzeugung aussergewöhnlicher Grands Crus.“

Das Credo der Vereinigung
SCHÜTZEN: Wir verteidigen das kulturelle Erbe der Schweiz und schützen die Umwelt!
WEITERGEBEN: Wir fördern die Weitergabe des Wissens und Könnens von Generation zu Generation!
FÖRDERN: Wir fördern und unterstützen die lokalen Winzerinnen und Winzer!
Die Mitglieder haben sich verpflichtet, ihre Reben umweltschonend zu kultivieren. Damit die nächsten Generationen vom Reichtum unserer Terroirs profitieren können, erfüllen alle Mitglieder von Clos, Domaines & Châteaux die Anforderungen von «Vitiswiss». Dieser Verband bescheinigt den Winzern, dass sie von kontinuierlicher Weiterbildung profitieren und die Prinzipien der Integrierten Produktion (IP) in ihrem Gut anwenden.

Facts & Figures
1200 Jahre Weintraditionen
9 prestigeträchtige Schlösser
190 HektarenRebbaufläche (Clos, Domaines & Châteaux-Mitglieder)
14 Rebsorten, aus denen die Weine der Clos, Domaines & Châteaux sortenrein oder in Assemblagen gekeltert werden
4 Händlermitglieder der Vereinigung Clos, Domaines & Châteaux
76 Crus, welche die rotsilberne Banderole Clos, Domaines & Châteaux tragen
23 Weingüter, Mitglieder der Vereinigung Clos, Domaines & Châteaux
2003 Einführungsjahrgang zur Gründung der Vereinigung und Einführung des Sortiments Clos, Domaines & Châteaux
14.01.2004 Gründung der Vereinigung Clos, Domaines & Châteaux

Wer mehr erfahren will im Web: www.c-d-c.ch/de/


Text: Shirley Amberg – Fotos: cdc