Wo und wie kann man Fahrassistenzsystem am besten ausprobieren als unter extrem rutschigen Bedingungen? Wir sind Subaru nach Lappland gefolgt. Eine Winter Erfahrung.

Die Sonne geht auf am Rand des Horizonts, es ist halb zwölf mittags, Lappland ist in winterweisse Watte gepackt, der Himmel leuchtet pastellig. Ein feuerroter Subaru Impreza kommt herangerast, bremst volles Rohr direkt vor mir, glitzernder Schneestaub wirbelt auf und als er sich senkt, erkennt man ein freundlich lächelndes Gesicht hinter der Windschutzscheibe. Jani Ylipahkala winkt mich heran, bedeutet mir, Platz zu nehmen neben ihm. Der Finne ist Rallyefahrer und Eigentümer von Lapland Driving (ausserdem einstiger Inhaber des Weltrekords im Parallelparken, ja, solche verrückten Wettkämpfe gibt es!), auf deren Gelände 15 Kilometer vom finnischen Skiresort Levi entfernt die Subaru-Experience stattfindet. In schier atemberaubendem Tempo fliegen wir über eine abgesperrte Strecke, die Jani natürlich im Schlaf beherrscht, ist ja seine eigene, die mir aber trotzdem Respekt einflösst. Schneewehen zu beiden Seiten, blankes Eis auf der Strasse und ein paar dünne Bäume links und rechts. Speedlimit existiert hier nicht, Gegenverkehr auch nicht, die Rentiere, die hier in der Gegend umherstreifen, halten sich geflissentlich fern von den Vierradmobilen. Was kann diese Demonstration fahrerischer Excellence beweisen? Abgesehen davon, dass man als Normalfahrer niemals in diese Situation geraten würde, dermassen schnell über Schnee und Eis zu brettern, zeigt es doch, was die modernen Fahrassistenzsysteme können. Wenn der Lenker die Systeme kennt, sie versteht und vor allem bis an ihre Grenzen ausprobieren kann. Und genau deswegen sind wir hier.

Schneeflug
Vier Allrad-Bestseller von Subaru können wir ausprobieren, sie heissen Outback, Forester, XV und Impreza. Plus den nagelneuen Levorg, der am diesjährigen Genfer Autosalon Europapremiere feiert. Den schaffe ich aber nicht mehr, weil ich es stattdessen fertig gebracht habe, das schwerste der Mobil, einen Outback, dermassen tief in einer Schneewehe einzugraben, dass nur Rausgraben und Rausziehen Lassen helfen. Der Schnee gibt zwar nach, wenn man hineinfliegt, ist aber dann so bretthart zusammengepresst vom Auto, dass man eben ohne fremde Hilfe nicht wieder herauskommt. Gut, wer eine Schaufel im Auto hat. Was habe ich falsch gemacht? Der Outback hat wie alle Subarus (Ausnahme: Das Sportcoupé BRZ, das hat natürlich Hinterradantrieb) Allradantrieb, dafür sind sie schliesslich bekannt geworden, sie brachten 1972 den ersten Allrad-Personenwagen auf den Markt, die Subaru Corporation ist der weltgrösste Hersteller von allradgetriebenen Personenwagen. Wenn man zu schnell in eine Kurve fährt und noch einigermassen Grip hat, dann gleicht der symmetrische Allradantrieb das Über- oder Untersteuern, was jeweils zum gleichen Ergebnis führen kann, nämlich dem Rausschieben aus der Kurve, aus. Jedenfalls solange, solange man nicht übertreibt. Das habe ich aber. Weil ich dem Auto nicht glauben wollte, dass es meinen Übermut im Griff hat, habe ich in der Kurve nochmals gegensteuern wollen, Gas gegeben und landete zack im Schnee. Natürlich auch, weil die Strasse mehr einer fest gefahrenen Eisbahn als einer Schneepiste glich. Mit angepasster Geschwindigkeit und dem Vertrauen in das Auto wäre das nicht passiert.

Modellwahl
Ich schaffe es aber noch, den Forester und den XV zu fahren. Alle sind mit den selben Fahrassistenz-Systemen ausgestattet, das Auto an sich hat einfach jeweils einen eigenen Charakter. Der Forester gehört zu den meist verkauften Subarus der Schweiz, hat ein wenig das Attribut des Förster-Autos, fühlt sich robust, grundehrlich und praktisch an. Der XV hingegen kommt eleganter daher, ist leichter, gehört zu den modernen SUVs, die man in der Stadt fahren können soll (Marketingsprech: Urban SUV) und hat sich optisch an seine Klassenkameraden angeschmiegt. Schick ist er und fährt sich wunderbar leicht, hat auch wie seine Allradbrüder die EyeSight Driver Assistent Technologie. EyeSight ist das extra Augenpaar im Auto, das vor Kollisionen warnt, bremst, wenn man es selbst nicht tut, sogar die Bremskraft verstärkt, wenn man selbst nicht fest genug auf die Bremse tritt angesichts eines drohenden Zusammenstosses. Das System minimiert die Wucht von Kollisionen und soll helfen, schwere Verletzungen zu verhindern. Selber fahren, denken und reagieren ist trotzdem noch angesagt, wir sind schliesslich nicht beim autonomen Fahren.

Spassfaktor
Nach all dem Gekurve auf dem Eis, den vielen sicheren Erfahrungen und dem unbändigen Spass, den so eine Fahrveranstaltung in geschütztem Rahmen unweigerlich mit sich bringt, ist für mich eines klar: Autos wie diese machen sehr viel Sinn, wenn man sich die Zeit nimmt und lernt, mit ihnen und der ausgeklügelten Technik umzugehen. Wer also richtig Spass an seinem Subaru haben will, der sollte dringend eine detaillierte Einführung machen und idealerweise den ein oder anderen Offroadkurs und/oder Fahrsicherheitskurs mit dem eigenen Auto besuchen. Mit welchem Subaru, ist Geschmackssache, ich persönliche finde immer noch den Ur-Subaru, den Forester, am einleuchtendsten als Alltagsauto. Sollte ich allerdings mal in die Verlegenheit kommen, den Subaru XV längere Zeit fahren zu dürfen, bin ich sicher, ich könnte mich hervorragend an den «Kleinen» gewöhnen.

www.subaru.ch

Preise:
Subaru Imprezza AWD ab CHF 24 080
Subaru Outback AWD ab CHF 38 650
Subaru Forester AWD ab CHF 31 900
Subaru XV AWD ab CHF 25 750
(Subaru BRZ ab CHF 37 900)

Hintergrund-Infos:
So eine Winterfahrerfahrung in Lappland kann man auch individuell machen. Jani Ylipahkala richtet zwar hauptsächlich Gruppenevents aus, hat aber auch den ein oder anderen Fahrkurs für Einzelpersonen parat. Infos: www.laplanddriving.fi

Tipp der Ladies Drive-Redaktion:
Bei Emil Frey Classic kann man noch bis 4. Mai 2019 die Sonderausstellung 40 Jahre Subaru in der Schweiz anschauen. Die Emil Frey Gruppe ist bis heute Schweizer Importeur der Marke.

www.emilfreyclassics.ch


Text: Dörte Welti    Fotos: Subaru Press