EINE „STANDESGEMÄSSE“ REISE INS FÜRSTENTUM

Auf dem Weg ins Zwergenland der hollywoodschönen Prinzessinnen und edlen Paläste schmiegt sich die Autobahn eng an die zahlreichen Kurven und schlängelt sich um die von olivenbäumen, Kiefern und Pinien bewachsenen Hügel, wo sich zwischen zwei Tunneln ein scheuer Blick aufs azurblaue Mittelmeer erhaschen lässt und hinter dem nächsten sich eine Kirche und terrakottafarbene Dörfer ineinandergeschachtelt auf einem grünen Hügel darbieten, während davor Strände, Yachten und das tiefblaue, wogende Meer liegen.

Und nach unzähligen durchwühlten Tunnelröhren erblickt man die Hochhäuser von Monte Carlo. Auf einem winzigen Flecken Erde türmen sich die Bauten – von edlen Renaissance-Häusern bis zu 70 Jahre alten Appartements, dazwischen Villen mit blauen Türmchen und golden verzierten Fensterrahmen. Welcome to Monaco! Und willkommen in einer anderen Welt. Hier finden Sie die pure Essenz, den Mikrokosmos von Reichtum und Luxus. Ja, hier trägt man seine erarbeiteten oder ererbten, erschlichenen oder sonstwie erworbenen Preziosen spazieren, und das ohne schlechtes Gewissen. Und das meine ich ohne maliziösen oder neidvollen Hintergedanken. Es ist ein Schaulaufen von Reich und Schön, dazwischen Suchende nach Reichen und Schönen und solche, die behaupten, dasselbe zu sein. Hier gibt es die Superreichen, die das angesammelte Vermögen ihr Lebtag lang nicht auszugeben vermögen, dann jene, die zu den aus Langeweile leicht arbeitenden Privatiers zählen dürften, dann wiederum die Neureichen und jene, die das Ganze beobachten – so wie wir.

Wahr ist indessen auch: Es ist ein Quell des Lebens. Die kleinen Strassen sind quirlig, das Leben ist irgendwie ein bisschen verrückt, das alles vor der traumhaften Szenerie in mediterranem Ambiente. Und es ist ein sicherer Hafen – sauber gefegt und gestriegelt wie in der Schweiz – nur mit Meereszugang. Gestresste Ruhesuchende und schwelgerische Yogis wird man hier womöglich nur selten finden. Dennoch erfreut die Parade der Eitelkeiten das Auge. Man kann durchaus einige Stunden, wenn nicht Tage mit der reinen Beobachtung des aufgeregten Treibens in den kleinen, sauberen Gassen des monegassischen Reiches zubringen und es wird keine Sekunde langweilig. In Monte Carlo kann Ihnen tatsächlich fast alles passieren. So wie uns. Also steigen Sie ein in unseren goldig schimmernden Aston Martin Vanquish, ziehen Sie das Kleid an, in welchem Sie am leckersten aussehen, und wir nehmen Sie einmal mehr mit auf eine kleine, aber wahrlich fantastische Reise, die wir jedem von Ihnen gönnen würden.

Unser Abenteuer begann an den Toren des altehrwürdigen Hotel Hermitage. Bereitwillig öffnet man uns die Tür unseres Aston Martin – unser Auftritt war entsprechend standesgemäss. Nach dem unkomplizierten Check-in führt man uns durch die opulenten Hallen des zauberhaften Hauses zu unserem Zimmer, und hier verschlägt es uns beinah den Atem: über zwei grosse Fenster mit zierlichen Balkonen, vor denen schwarze Eisengitter wachen, blicken wir direkt auf die Marina mit den zahlreichen Yachten, deren Wert wir nur erahnen können, und dies vor einem stahlblauen Himmel. Das Zimmer selbst ist geschmackvoll in Beigetönen gehalten, dazwischen mauvefarbene Kissen, ein kleiner, schmucker ohrensessel und eine Kleidertruhe, die uns an Hermès Paris erinnert, an der Decke Stukkaturen – das elegante Interieur lässt uns ein bisschen wie kleine Prinzen fühlen. Doch es ist kaum Zeit zum Verweilen und den Moment einzuatmen – denn die Pressedame von SBM Monte-Carlo erwartet uns zum ersten Rundgang. Seit 150 Jahren verbirgt sich hinter SBM eine ganze Reihe von edlen Häusern wie das Hermitage, das Hotel de Paris, die legendäre Buddha-Bar, das Monte Carlo Beach, das Monte Carlo Bay sowie bekannte Restaurants wie die Sterneküche des Vistamar (im Hermitage) sowie „le grill“ im obersten Stockwerk des Hotel de Paris, nicht zu vergessen das Casino. SBM offeriert seinen Gästen, die in einem dieser Häuser absteigen, eine schwarze „Kreditkarte“, mit welcher man überall bargeldlos bezahlen kann – alles landet zu guter Letzt auf der Hotelrechnung. Das Hermitage selbst ist irgendwie genau das Hotel, welches man im Fürstentum eigentlich aufsuchen sollte. Es hat Tradition, ist aber keineswegs verstaubt oder in die Jahre gekommen, ganz im Gegenteil. Alles ist auf Hochglanz getrimmt und dezent mit modernster Technik gespickt. Wir geniessen den Rundgang, bevor man uns zum Dinner ins „le grill“ entführt. Normalerweise der Himmel auf Erden für Fleischesser, doch auch für uns Vegi-Tiger hat man Leckereien in Hülle und Fülle parat. Noch nie haben wir eine so verführerische Mousseline zum Spargel gegessen! Wenn Sie hier weilen sollten, vergessen Sie indes nicht, sich genug Platz für den berühmt-berüchtigten Nachtisch zu lassen. Ein Soufflé, so himmlisch … nur der Gedanke daran lässt mir noch immer das Wasser im Munde zusammenlaufen. Aber teilen Sie sich doch eines zu zweit – unser Nachbartisch brach in schallendes Gelächter aus, als den beiden je ein zylinderhutgrosses Soufflé aufgetischt wurde. Leicht errötet blickten die beiden um sich, während sich just in diesem Moment die Decke des „le grill“ zu öffnen begann und uns den Blick auf den Nachthimmel mit seinen entfernt schimmernden Sternen freigab. Romantischer gehts wohl kaum!

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen des Spa. Das Hermitage hat eine wirklich wundervolle Poollandschaft – das Spa hingegen eher einen medizinischen Touch. Dennoch genoss ich mein Treatment in vollen Zügen und kam verjüngt und erfrischt zurück ins Marshmallow-Zimmer, aber auch nur, um mich in aller Eile umzuziehen. Denn wir wollten die Bergsträsschen an der Küste erkunden – wenn man schon mal 573 PS in güldener Hülle zur Verfügung hat, möchte man das erfahren. Und man möge es kaum glauben, aber der goldene Vanquish sorgte allerorts für Aufsehen, denn Aston Martin scheint selbst auf diesem Pflaster Seltenheitswert zu haben, und so drehten sich so manche Köpfe nach uns um – und das nicht nur wegen seines brummelnd gurgelnden Motors, sondern auch wegen seines skulpturalen Designs – würde sich unser Vanquish doch auch auf dem Platz vor dem Casino als Ausstellungsstück gut machen! Er versprüht eine aussergewöhnliche Exklusivität, während wir die Côte d’Azur an uns vorbeischiessen lassen und über die Hügel der Stadt kurven.

Zählen Sie mal in aller Ruhe bis vier … 1 … 2 … 3 … 4 …– in dieser Zeit kann man den Vanquish schon auf 100 Stundenkilometer beschleunigen.

Ja, das ist richtig schnell! Die g-Kräfte sind in jeder Kurve zu spüren. Wie auf Schienen gleiten wir dahin und lassen Meer, Pinien, Zikaden, zirpende Grillen und sandig-gelbe Felsen an uns vorbeiziehen – in der Ferne liegen die Alpen noch immer schneebedeckt in stoischer Ruhe. Wir verstehen allmählich, was diese Region zu einem so ausserordentlich schönen Fleckchen Erde werden lässt.

Zurück im Hotel erwartete man uns bereits zum nächsten Dinner im Vistamar. Einen Michelin-Stern verlieh man dem „Chef“ hier, und das zu Recht. Modern, aber nicht experimentell könnte man seine mediterran inspirierte Küche nennen – und dies in höchster Perfektion abgestimmt mit den besten Weinen, die der Weinkeller zu bieten hat. Erneut wackeln wir genüsslich mit gefüllten Bäuchen durch die langen, weiss getünchten Gänge zurück in unser Zimmer.

Der nächste Morgen sollte uns ins ebenfalls zur SBM gehörende Monte Carlo Bay führen. Ein grosses Haus, direkt in die Bucht gebaut, aber ohne eigenen Strand – dafür mit ausladender Badelandschaft, Pools, die sich durch den ganzen Garten schlängeln, gesäumt von riesigen, im Wind wogenden Palmen und allerlei Blätterwerk. Die Welt tickt definitiv anders im Monte Carlo Bay. Die Aussicht ist umwerfend und atemberaubend schön, die Ausstattung der Zimmer eher designorientiert und für Reisende, die einem modernen Lifestyle frönen. Das Cinq Mondes-Spa mit Hamam und japanischen Badezubern lässt erahnen, dass man hier eher auf eine jüngere Globetrotter- Klientel setzt.

Unser persönliches kleines Highlight durften wir ganz zuletzt geniessen: ein Mittagessen bei Executive Chief Paolo Sari im wunderschönen Boutique-Hotel Monte Carlo Beach. Seine Mission: Alles soll zu 100 % bio sein – und das bis ins kleinste Detail. Gleich als wir im Restaurant Elsa Platz nehmen, umströmt der betörende Duft von frisch gebackenem Brot unsere Nase und Paolo stellt uns eigenhändig einen Brotkorb auf den Tisch – von hellem Brot über Nussbrote, Grissini bis zu Vollkornbrötchen – alles wird frisch zubereitet, gebacken und dies, wie es uns scheint, mit ganz besonderer Hingabe. So tunken wir die lecker-krossen Brötchen in die verschiedenen Bioolivenöle und sind schon vor dem ersten Gang satt – manchmal sind es die ganz einfachen Dinge, denen man nicht widerstehen kann! Dennoch geniessen wir jeden einzelnen Bissen des deliziösen Mahls, genauso wie die Erklärungen und Ausführungen des engagierten Küchenchefs aus Italien, der bei jedem Gang stolz an den Tisch tritt und uns das Dreierlei vom Parmesan so verführerisch anpreist, dass wir nicht anders können als es uns einzuverleiben. Haben Sie schon mal Parmesaneis gegessen? Nur eine der vielen kleinen Zaubereien aus der Küche von Paolo Sari. Hier würden wir nun gerne noch eine Weile zubringen – denn der Blick in die Bucht von Monte Carlo und die zauberhafte Einrichtung wären genau das, was wir lieben: geschmackvolles, modernes Design vereint mit zauberhaften alten Bildern aus vergangenen Zeiten und dieser Mystik, die einen nur an orten voller Liebe und Passion in ihren Bann zu ziehen vermag. Ich hätte nicht gedacht, mich dies selbst mal sagen zu hören, denn ich hielt Monte Carlo lange für etwas „poshy“. Doch ich bin überzeugt, wir kommen wieder hierher zurück. Und schon bevor wir diesen schönen ort verlassen, freuen wir uns auf die in Gedanken bereits geplante Rückkehr.

Zum Goodbye-Dinner (ja, Sie haben durchaus Recht, wenn Sie denken, wir haben auf unserer Reise vor allem gegessen) lädt man uns schlussendlich noch in die coolste Bar Europas ein: die Buddha Bar. Kaum ein anderer ort hat diese vibrierende Aura, diese düstere Szenerie mit dem rotgoldenen Buddha, der über alles wacht, das geschäftige Gewusel an der Bar, wo sich Schönheiten aus aller Welt zu treffen scheinen. Als wir uns setzen, trauen wir unseren Augen nicht. Seal sitzt entspannt mit ein paar Freunden am Nachbartisch. Wir hören Getuschel vom Tisch auf der anderen Seite und schnappen die Wortbrocken „Heidi Klum“ auf. Ja, ja, genau dieser Seal. Als der DJ „Kiss From A Rose“ auflegt, folgt frenetischer Applaus aus einer Ecke des Restaurants, der schüchtern verstummt, als sich der gut gebaute Seal plötzlich umdreht und gekonnt lächelt. All dies kann einem wohl nur im Fürstentum widerfahren. Wir hielten derweil noch gespannt Ausschau nach den Geissens – doch die erspähten wir nicht. Nicht dieses Mal.

Weiterführende Informationen:
www.montecarlosbm.com www.astonmartin.com

Unser Restaurant-Tipp: Le Grill im Hotel de Paris, das Vistamar im Hotel Hermitage sowie das Elsa im Monte Carlo Beach
Lounging: Definitiv im Monte Carlo Beach
Spa: Cinq Mondes im Hotel Monte Carlo Bay
Clubbing: Buddha Bar (frühzeitig reservieren!)
Anreise über den Flughafen Nizza (wer mag, bucht den Heli-Transfer dazu – der ist absolut leistbar) oder dann im Zug der Küste entlang, wer mehr Musse hat.
Anreise mit dem Auto am besten via Milano, dann Richtung Savona und alles der Küste entlang!


Von Sandra-Stella Triebl
Fotos: Sandra-Stella & Sebastian Triebl, SBM Press