BLOW VON YOY
Mehr Kunstwerk als Einrichtungsgegenstand ist das Regal „Blow“ des japanischen designduos YOY. Die beiden Mittdreissiger Naoki Ono und Yuki Yamamoto haben es sich in ihren Arbeiten zum Ziel gesetzt, die Synthese zwischen Raum und Objekt neu zu definieren. Mit ihrem federleichten Regal „Blow“ haben sie einen schönen ersten Akzent gesetzt. Die A4 grossen „Blätter“ sehen aus wie vom Winde verweht, bestehen aber aus solidem Stahl und lassen sich so auch mit allerlei Objekten bestücken. Wer jedoch wie ich mit Nippes und derlei kleinen Ziergegenständen nur wenig anzufangen weiss, kann die „Regale“, welche in fünf verschiedenen Formen erhältlich sind, auch ganz ohne Zierrat ihre faszinierende Wirkung im Raum entfalten lassen.

AGUA DE TIERRA VON PAU STEPHENS
Inspiration für die Wasserkaraffe hat sich die junge Designerin Pau Stephens bei den traditionellen mexikanischen Vasen geholt. Die Farben sollen dabei an das Wasser der karibischen Strände erinnern und die spezielle Form der Karaffe verleiht ihr einen ungewöhnlichen, ja gar exotischen Touch. Der aufgesetzte Becher dient nicht nur als Trinkgefäss, sondern auch als Schutz vor allerlei Flugobjekten, die man lieber nicht in seinem Getränk wiederfinden möchte. Die Wasserkaraffe wird in traditioneller Handarbeit hergestellt, wodurch kleine Unregelmässigkeiten für eine individuelle Optik sorgen.

SCHUHPUTZ VON PELIKAMO
Der Schuh ist unbestrittenermassen das wichtigste Kleidungsstück jedes Outfits. Aber so ein Schuh möchte auch regelmässig und adäquat gepflegt werden. Stilgerecht macht man dies mit dem Schuhputzset des Zürcher Herrenausstatters Pelikamo.
Die handgefertige Box aus Buchenholz wird in der Schweiz hergestellt und beinhaltet nebst hochwertigen Bürsten aus Ziegenhaar auch Pflegecremes, Polituren und Wachs des Schweizer Labels Burgol. Das Design der Box erinnert derweil an eine Fussablage, wie sie schon in den 1920er-Jahren von professionellen Schuhputzern verwendet wurde.

WHO’S NEXT BY MARCO RIPA
Obwohl dem Printmedium ein rauer Wind entgegenweht, findet man immer noch Magazine, die mit ihrem fantastischen Layout und hochwertigen Papier das Auge des Betrachters in ihren Bann ziehen können. Wer solche Meisterwerke des Printdesigns nicht bloss in einem Regal verstauen, sondern richtiggehend inszenieren möchte, kann sich den Magazin-Halter „Who‘s next“ des italienischen Designers Marco Ripa anschaffen. Der Würfel aus Stahl balanciert verspielt auf einer Ecke und wird im oberen Drittel mit einem Parallelogramm ergänzt. Darin lassen sich Magazine in verschiedenster, bisweilen auch unkonventioneller Art und Weise platzieren und immer wieder neu arrangieren.

THE FRAGILES LIGHTS VON DAVIDE G. AQUINI
Sie fristet noch das ungewisse Dasein eines Prototypen – die Standleuchte „The Fragiles Lights“ des italienischen Designers Davide G. Aquini. Gefertigt wird sie bis anhin noch mit einem schlichten Ballon, der mit Zement und Stuckmörtel bespritzt wird. Jedes Objekt ein Unikat, dessen fragile Struktur von einem robusten Metallgerüst geschützt wird. Das Licht der LED-Leuchte dringt durch die unregelmässigen Risse und Bruchstellen hindurch und bringt die spannende raue Oberfläche der Standleuchte zum vorschein. Ein dramatisches Lichtspektakel, das seinesgleichen sucht.

* Ioannis Martinis – Jurist, Mitbegründer der Kreativagentur NOCA und Kurator des Online-Magazins www.perfectlounge.ch


Text: Ioannis Martinis
Fotos: Press