„NETWORKING DE LUXE“

Netzwerken Frauen tatsächlich mehr im Hinblick auf Freundschaften und Männer hingegen vermehrt aus strategischen Überlegungen? – Was bringen Netzwerke wie offiziersschule und Rotary, was Frauennetzwerke nicht zu erreichen vermögen? Dies und mehr diskutierten wir im Marriott Zürich vor knapp 300 Businessfrauen.

Wenn wir ein Fazit ziehen, dann folgendes, und das war durchaus überraschend: Wer netzwerkt, muss sein Gegenüber nicht zwingend mögen. Und wer erfolgreich netzwerken möchte, egal in welcher Institution, in welcher organisation, der muss zusehen, dass er gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen mit seinen Netzwerkpartnern verbuchen kann – denn nur das schafft eine gemeinsame Basis und schweisst einen zusammen – wie eben auch eine offiziersschule.
Insofern endete der Abend mit dem Aufruf: Geht nicht nur Cüpli trinken und sammelt Visitenkarten. Sondern schafft gemeinsame Erfahrungen, erlebt etwas und vor allem: lacht gemeinsam. Nachfolgend die schönsten Wortperlen des Abends. Sie finden den kompletten Tonmitschnitt dieses und anderer Bargespräche übrigens auf unserem Blog unter „Ladies Drive TV“ auf www.ladiesdrive.tv.

Antoinette Hunziker, Inhaberin Forma Futura Invest AG
„Ich habe Karriere gemacht, weil ich kein Netzwerk hatte. Meine Chance als Frau war, dass ich Jobs gemacht habe, die kein Mann machen wollte.“

„Für mich ist ein idealer Netzwerkpartner ein fröhlicher, integerer Mensch mit funkelnden Augen.“

Barbara Artmann, Inhaberin Künzli SwissSchuh AG
„Für mich spielt das Geschlecht keine Rolle, sondern dass ich was lerne. Ich möchte inspiriert werden und was mitnehmen von den Menschen, die ich treffe.“

„Clubs liegen mir nicht besonders. Aber ich würde meinen, als Strategie gilt: Tit-for-tat. Spontan zu helfen kommt oft zurück … irgendwann!“

Lucas Schellenberg, Headhunter und Managing Partner Switzerland Stanton Chase International
„Ich sehe auch in puncto Networking die Männer als Jäger und die Frauen als Farmer. Der Mann ist tendenziell proaktiv und muss mit Inhalt überzeugen. Frauen hingegen werden tendenziell angegangen oder angesprochen. Frauen ziehen an …“

„Ich glaube nicht, dass das Netzwerk eines Headhunters den gleichen Stellenwert wie vor 20 Jahren hat. Heute findet die Identifikation einer Person in den sozialen Netzwerken statt. Mein Tipp wäre entsprechend: Machen Sie sich visibel!“

„Aus meiner Sicht sind Rotary, Lions Club etc. Plattformen, wo man sich begegnen kann, aber noch keine Netzwerke. Ab dem Zeitpunkt, wo man sich vorstellt und Gemeinsamkeiten findet, kann man anfangen zu netzwerken.“

Marc Gläser, Managing Director Maurice Lacroix S.A.
„Für mich funktionieren Beziehungen, wenn man eine gemeinsame Wertebasis hat, aber sicher auch gemeinsame Erfahrungen. Meine Netzwerkpartner müssen offen, fröhlich und mutig sein.“

„Männer sind wohl sach- und zielorientierter. Viel konkreter und direkter. Männer sind wohl beziehungsoberflächlicher, d. h. die Emotionen und Gefühle spielen eine untergeordnete Rolle; viel wichtiger ist der added value, den eine Beziehung bringen kann. Wobei dieser added value vielseitig sein kann; von Konkretem zu Spirituellem.“

 

Michèle Etienne, Partnerin Innopool AG, Teilhaberin GetDiversity GmbH
„Die Erkenntnis, dass ein Netzwerk derart wichtig ist, kam bei mir erst sehr spät. Wenn ich mich zurückerinnere, hatte ich immer Mentoren, ich sage das bewusst, weil Frauen sich gegenseitig leider viel zu wenig portieren.“

„Im Privatleben ist es klar, dass man sich mögen muss, aber beruflich muss dies nicht zwingend der Fall sein – Respekt muss indes vorhanden sein. Ich beobachte nicht selten, dass Frauen eine Tendenz haben, unbedingt gemocht zu werden. Viele sind nur begrenzt kritikfähig. In einem Verwaltungsrat ist man nicht in einem Wohlfühlclub – sonst muss man auf einen Ponyhof gehen.“

 

Clivia Koch, Präsidentin der Schweizer Wirtschaftsfrauen
„Ich glaube nicht, dass die Frauennetzwerke kränkeln, aber ich glaube, dass die Frauennetzwerke sich öffnen müssen.“

 

Tamara Krieger, Präsidentin und Initiatorin der Moneypenny Society
„Ich glaube, die Augenhöhe ist ein Faktor. Wichtig ist, dass man weiss, wo man steht, und authentisch ist.“

 

LADIES DRIVE DANKT DEN HAUPTSPONSOREN

UGG Australia,  Swisscom, DataQUEST und Apple, Porsche, Marriott Zurich, Jacqueline Piotaz

CO – UND SACHSPONSOREN
Natuzzi, Carpe Diem, Glen Fahrn, By Olga, Nina Noka

Text: Sophia Zorbas, Fotos: Markus Mallaun